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Filmszenen I „…was machst Du denn für n´ Mist..“ in: Winterschläfer. Teil 5a, Porträt Marco ( Heino Ferch ) 1997

5. März 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film "Winterschlaefer" Regie: Tom Tykwer. Heino Ferch - Marco.

Bildquelle und Bildrechte bei www.x-filme.de

„…was machst Du denn für n´ Mist, Du Idiot!“ in: Winterschläfer. Teil 5a, Porträt Marco ( Heino Ferch ) . Regie: Tom Tykwer. Buch: Anne-Françoise Pyszora, Tom Tykwer 1997

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Neujahrsnacht.


Marco
konnte nicht mitgehen, da er die Partyüberreste seiner Vögelei mit der Skischülerin im hauseigenem Pool seines Arbeitgebers Gerd verschwinden lassen muß, bevor der Hausherr zurückkommt.


Inzwischen im Sleepers.


Die Disco ist voll, brechend voll. Aprés-Skibetrieb plus Neujahrsnacht. Laura und René, die inzwischen ein frisch verliebtes Paar sind, harmonisch frisch verliebt. Sie haben Rebecca

Laura und René tanzen einen langsamen Discofox. Am Ende des Stückes geht Laura was trinken, ihr ist heiß. René redet in der Zwischenzeit ein bißchen mit Rebecca, die allein, traurig und gelangweilt am Rand der Tanzfläche so vor sich hindümpelt.

Er stellt sich an die Wand neben Becki, verschränkt die Arme vor dem Leib, Zeichen innerer Distanz.

René Kommt Marco noch?

Becki Scheint so.

Becki legt nach ein paar Sekunden René rein freundschaftlich den Arm um den Nacken und bittet ihn im Kleinmädchenton:

Tanzt Du wenigstens mal mit mir?

Sie schaut ihn frustriert und enttäuscht an.

René ist freundlich, lieb, er schlägt ihr den Wunsch nicht ab. Ein langsamer Tanz.

Becki, die viel kleiner ist als René, legt wie ein Kind den Kopf an seine Brust und läßt sich von ihm führen.

Sie motiviert die Geste:

Ich bin total erschöpft.

Wie ein kleine Schwester an der Brust des großen Bruders lehnt sie an ihm. Ihre Ausstrahlung hat nicht Sexuelles, seine auch nicht. Er genießt freundlich und ruhig den Kontakt mit dem warmen Körper, mehr nicht.

Schnitt auf den Eingang.

Dort kommt die Treppe herunter: Marco.

Er schaut sich zunächst wohlgelaunt im Raum um, die Wunde an seinem Hals ist überpflastert. – Schwamm drüber, sozusagen.

Nach ein paar Blicken friert sein Gesicht auf einmal ein.


Er hat
René und Becki entdeckt.


Sie tanzen, dem Schmuselied entsprechend, weiter auf Körperkontakt.
Becki lehnt immer noch an René´s Brust.


René
bewegt die müde junge Frau eigentlich nur ein wenig sanft auf der Stelle, mehr nicht.


Marco
drängt sich durch die tanzenden Paare und bleibt mit versteinerter Miene direkt vor den beiden stehen. Er blickt Becki an, ohne sie anzusprechen. Als Rebecca ihn bemerkt, ist ihre spontane unschuldige Reaktion echte Freude über sein Hiersein.


Hei!


Sagt sie froh und wendet sich ihm zu,

René löst sich sofort von Becki und dreht sich Marco

Zack!


Ohne Vorwarnung hat ihm
Marco explosionsartig die Faust ins Gesicht gerammt, mit solch brutaler Wucht, daß René seitlich fällt und zu Boden stürzt.

Gläser fallen um, klirren.


Augenblicklich packt Marco Rebecca und zerrt sie brutal zum Ausgang.

Schnitt.

Draussen. Wir sind auf der Straße.

Die Discotür geht auf, die Zwei laufen in hartem Tempo die Straße entlang, halb rennend. Becki ist noch im Kleid, hält ihren roten Mantel in der Hand. Marco zerrt sie am Arm.

Er hat sie wütend gemacht.


Du bist ein ganz toller Typ!
sagt sie sarkastisch, unter starkem Druck.
Da drin,
….

29.12.2005

Kategorien: Winterschläfer

Filmszenen I „…steig´ ein oder ich fahr´!“ in: Winterschläfer. Teil 6a Marco ( Heino Ferch ) Regie: Tom Tykwer. 1996-1997

19. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film "Winterschlaefer" Regie: Tom Tykwer. Heino Ferch - Marco.

Bildquelle und Bildrechte bei www.x-filme.de

„…steig´ ein oder ich fahr´!“ in: Winterschläfer. Teil 6a Marco ( Heino Ferch ) Regie: Tom Tykwer. Buch: Anne-Françoise Pyszora, Tom Tykwer 1996-1997

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„…steig´ ein oder ich fahr´!“

Beide sehen sich erregt an. Rebecca atmet heftig. Marcos verletzter trauriger Ausdruck bleibt unverändert, auf dem Status Quo.

Becki sieht, als von ihm nichts kommt, ratlos und erregt in seine Augen. Dann dreht sie sich weg. Wir stehen hinter ihr. Als sie sich herumdreht, können wir ihr wieder ins Gesicht sehen.

Oh je.

Wir gehen mit ihr zu ihrem Auto, der Schnee knirscht eiskalt. Marco bleibt zurück.

….prima…

Murmelt sie. Etwas lauter:

…haste ja prima hingekriegt.

Wir hören ein leises Klirren, als sie ihre Autoschlüssel aus ihrem Mantel holt.

Der Mantel knirscht ein wenig.

Sie schließt das Auto auf, setzt sich hinein und öffnet für ihren Freund die Beifahrertür. Er soll auch kommen und einsteigen.

Während sie die Autotür öffnet, schwenkt die Kamera soweit nach links, dass wir die Straße sehen können. Dort hinten steht Marco, unverändert, unbewegt.

Sie sitzt hinter dem Lenkrad und wartet.

Nahaufnahme Marco Kopf und Brust.

Traurige Augen, bockiger Zug um den Mund. Er atmet sichtbar. Er ist so erregt, dass er tiefer atmet. Seine Augen sind nicht ganz offen, die Augenlider halb gesenkt. Die großen Pupillen kohlschwarz bis auf zwei silberne Glanzlichter, von denen wir nicht wissen, ob sie Tränenglanz sind.

Er sieht zum Auto hin, zwei, drei Atemzüge lang. Um seinen Mund immer noch ein bockig-trauriger Zug. Er streckt sich, sinkt wieder zusammen. Er weiß nicht, soll er hingehen oder stolz stehen bleiben.

Du liebst mich doch sowieso nich mehr.

Das sagt er halbleise. Sie kann es nicht gehört haben, in ihrem Auto.

Probehalber murmelt er es, so vor sich hin. Eigentlich ist es a fishing for a compliment. Er glaubt nicht, was er redet. Wir auch nicht. Es ist der resignierte Pessimismus des Bockigseins, der ihm diesen Satz einflüstert.

Sie sagt laut im Auto:

Steig ein oder ich fahr!

und steckt den Zündschlüssel ins Schloß. Sie lässt – eben nicht – den Motor an. Statt dessen legt sie die Arme über´s Lenkrad und stützt traurig und genervt ihren Kopf auf. Wir sehen nur noch ihren blonden Haarschopf.

Rebecca würde ihn niemals einfach so stehen lassen. Sie wartet. Nicht mit anzusehen, diese Eiseskälte, die Autotür offen, der Freund bockig, aber: sie wartet.

Marco sieht das. Er sieht, dass Rebecca ihn nicht zurücklassen würde, der Motor wird ja nicht angelassen.

Close up Marco.

Es kommt ein wenig Bewegung in ihn, die resignierte Starre löst sich, er tritt von einem Fuß auf den anderen. Wir sehen nicht genau, macht er etwa ein paar kleine Schritte rückwärts, will er weggehen?

Ja, vielleicht, aber dann bewegt er sich doch Richtung Auto, mit zögernden Schritten zuerst, dann, auf den letzten Metern, schneller.

Jetzt kommt er, in normalem Tempo. Er setzt sich auf den Beifahrersitz und schließt endlich die Autotür – von innen.

Schnitt. Szene bei Rebecca zu Hause.

Die Kamera zeigt, wie eine Überwachungskamera, statisch von schräg oben Beckis Mutterbauch-Wohnschlafzimmerhöhle.

Die beiden kommen herein. Becki setzt sich auf ihr Bett, schlägt die Beine unter.

Marco geht - nicht – zu ihr hin.

Sie wirft ihm einen Blick zu, eigentlich in Erwartung, dass er auch kommt, zum Reden oder Wieder- Zusammen-Finden über den vertrauten Körperkontakt.

Aber er kommt nicht. Er zögert kurz, unschlüssig, wohin er sich setzen soll, geht dann zum Fenster und lässt sich, weit weg von Becki und ihrem Traum–Himmelbett, auf der Couch nieder. Beide sehen sich an. Becki sagt irgendeinen einen Satz. Keine Antwort.

Da sitzen sie.

Marco hat sich vorgebeugt, die Arme auf den Knien abgestützt. Er sieht zu seiner Freundin frontal hinüber, sie hockt auf dem Bett und sieht zu ihm herüber.

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Kategorien: Winterschläfer
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Filmszenen I „Steig´ ein oder ich fahr´!“ in: Winterschläfer. Teil 6b Marco ( Heino Ferch ) Regie: Tom Tykwer. 1996-1997

19. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film "Winterschlaefer" Regie: Tom Tykwer. Heino Ferch - Marco.

Bildquelle und Bildrechte bei www.x-filme.de

„Steig´ ein oder ich fahr´!“ in: Winterschläfer. Teil 6b Marco ( Heino Ferch ) Regie: Tom Tykwer. Buch: Anne-Françoise Pyszora, Tom Tykwer 1996-1997


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Weiter geschieht nichts.

Die Sekunden, die Minuten verstreichen. Da sitzen beide, unbeweglich, jeder an seinem Platz.

Sie sehen einander an, aber nichts geht mehr voran. Keiner weiß einen Weg, die Spalte zu überspringen, die Kluft zu überbrücken, keiner von beiden weiß, was zu sagen wäre, um aus den Einzelzellen ihrer Befindlichkeit wieder in einen gemeinsamen Raum zurückzukehren.

Lichtwechsel, das erste Tageslicht, es wird schnell heller, es ist Tag. Zeitliche Überblendung.

Die Kameraposition bleibt unverändert, die beiden Körper sind von der Sitz- in die Liegeposition überblendet.

Sie sind offensichtlich so lange schweigend und ungetröstet sitzen geblieben, bis der Schlaf sie wegtrug aus der traurigen Situation.

- Sitzen, körperlich weit voneinander distanziert sitzen -,

Schweigen – ,

sich Ansehen –

Da muß nur noch Zeit vergehen. Ihr bloßes Verrinnen trennt die Beiden, Minute nach Minute, immer mehr.

Jede verhockte, verschwiegene Minute ist kein Erhalten des Status Quo. Es ist ein Voneinander unwiederbringlich wegdriften, wie auf zwei Booten in einem Fluß.

Nur Worte und Gesten hätten noch Verbindungen erzeugen können. Die Beiden sind dazu nicht mehr im Stande.


„Es“ ist da.

Die Quersumme aus allem heißt: „Es“.

„Es“ ist das unüberwindbar Trennende, die Logik, die sie in zwei verschiedene Richtungen, zwei Wege zerrt, drängt. Die Logik aller Rechenoperationen des Spiels nennt die Endsumme:

Null.

Aus.


Marcos Armbanduhrwecker piepst.

Er wacht auf, nur er.
Setzt sich auf, sieht noch ein paar Sekunden zu Rebecca hinüber und nimmt seine Jacke vom Tisch, bewegt sich vorsichtig langsam,, um keine Geräusche zu erzeugen.

Er will weg, ohne Becki zu wecken. Jetzt soll doch nicht noch Weinen, Schreien, lautes Leiden entstehen.

Eine Bodendiele knarzt. Das Geräusch friert ihn sofort ein. Er wartet. Becki ist nicht erwacht. Er geht weiter, öffnet leise die Tür und geht.

Schnitt.

Marco und seine Skischülerin in der Gondel hinauf zum Gletscher.
Er hat unlängst mit dem Mädchen geschlafen. Der Teenager sieht zum Fenster hinaus, ihm zugewandt. Marco brütet traurig vor sich hin, ganz abwesend. Er sieht nichts, fühlt nichts, Er sieht deprimiert aus.

Das Mädchen holt ihn in die Gegenwart :

Was denkst Du?

Marco entdeckt sie, entdeckt sich in der Gondel, entdeckt die Gegenwart.

Er blickt sie freundlich und aufmerksam an. – Gott ja – das ist ja das Mädchen. Sie lächelt ihr Jungmädchenlächeln.

Seine Antwort ist ohne Text. Er streicht ihr, – einer Augenblickseingebung folgend – eine Strähne Haar aus der Stirn und sieht sie weiter freundlich und aufmerksam an, so als entdecke er überrascht und erfreut eine angenehme Gegenwart.

Die sanfte Geste, mit der er ihre Stirn berührte, war sein letzter Körperkontakt mit einem Menschen.

Die gemeinsame Gletscherfahrt endet in einer Nebelbank. Marco übersieht die Abbruchkante und gleitet über sie hinweg in seinen Tod.


Während er stürzt, sehen wir Becki. Sie hat sich eine Zigarette angezündet.

Close up auf ihre Lippen. Sie atmen den weißen Rauch aus, der Rauch entgleitet ihrem Mund wie ein sichtbar gemachter Lebenshauch.

Becki reist ab, ohne Marco noch einmal wiedergesehen zu haben.

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1996-97 Heino Ferch – Marco Skilehrer, Floriane Daniel – Rebecca „Becki“, Marie-Lou Sellem – Laura, Ulrich Matthes – René

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Kommentar 1: s.a. „Der Anwalt und sein Gast“ Trennungs- und Schlußszene und „Deutschlandlied“ Szene „Nylons“

Kommentar : Gletscherspalte: Denken wir daran, dass auch die weiblichen äußeren Geschlechtsorgane „Spalte“ genannt werden. Durch diese „Spalte“ kommt jeder Mensch ins Leben. In diese „Spalte“ hier symbolisiert durch die gigantische (Gletscher)spalte der Mutter Erde verschwindet Marco wieder in seiner Mutter (Erde).

Kategorien: Winterschläfer
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