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Filmszenen I Potpourri: Figuren – Szenen – Blicke Teil 1. (alle Figuren: Heino Ferch)

15. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Filmszenen I Potpourri: Figuren – Szenen – Blicke Teil 1. (alle Figuren: Heino Ferch)

Szenen – Figuren – Blicke

Rauffeisen (in: Der Unhold)

Close up auf Rauffeisens Gesicht, das ist mit flammendem Blick erstarrt. Sein Blick brennt geradezu auf den Professor, geladen, auch verletzt (er ist selbst Emporkömmling aus einfachsten Verhältnissen).

Die Augen rabenschwarz, fixieren den Professor während dessen Einlassung mit vollständig starrer Pupille, ohne auch nur ein einziges Mal mit Lidern zu flackern oder zu blinzeln. Dann, wir wissen nicht, wird er explodieren, oder nicht, löst er plötzlich diese Spannung in ein verächtliches Lächeln, zieht die Augen zu Schlitzen zusammen und dreht sich weg.

Carl von Seidlitz (in: Marlene)

Ich werde sie nicht wieder belästigen.

Er ist immer noch echauffiert. Sein stahlblauer Blick schießt Blitze.

Er macht eine kleine beleidigte Geste mit dem Kopf.
Zeigt gleichzeitig vorbildlich aristokratisch steife Haltung.

Na gut, lenkt die Schwester, immer noch amüsiert , ein, wie wärs mit nem Kaffee?

Er behält Haltung, starke Energie ist spürbar, er ist anziehend in seiner Rage. Von Seidlitz wirkt trotz der für ihn peinlichen Situation nicht beschämt oder klein, sondern sehr männlich, weil er in Haltung und Blick nicht nachgibt..

….ein andres Herz
in Liebe warm entgegenschlägt.

Der Ausdruck um Carls Augen gleitet in Traurigkeit,
Tränen hängen plötzlich in den Wimpern,
dann, bei den letzten Worten,
ein winziges schmerzvolles Zucken an Schläfe und Braue,
die Schläfe, die Stirn,
so ungeschützt, so schmerzlich, überwältigend traurig,
so offen, es ist der Moment, an dem wir mit gerissen werden.

Klaus Barbie (in: Lucie Aubrac)

Er hat den Kiefer verbissen, die Lippen in aufgestauter Wut zusammengepresst.
Sein Gesicht wirkt erschreckend grausam, zumal im Halbdunkel seine Augenhöhlen nur zwei schwarze Schatten sind.
Wir können seinen Blick nicht erfassen.

———

Barbies Gesicht ist nicht extrem wutverzerrt, es ist eher eine Versteinerung mit wenig Mimik und kalt toten Augen. Nur in den herabgezogenen Mundwinkeln sitzt die Grausamkeit, die in Wellen immer wieder seinen Mund ergreift, während er fast flüsternd Drohungen ausstößt.

Hanno Schmidbauer (in: Deutschlandlied)

Er steht starr und betreten da, den Rücken zu ihr.
Die Kamera fährt näher an ihn heran. Er senkt den Blick, wirkt resigniert, immer trauriger, jetzt sehen seine Züge fast aus wie die eines Menschen, der innerlich weint.
Er schaut mit einem kleinen Seitenblick – der ein wenig ratlos und hilflos wirkt, ins Nichts.

Hanno dreht sich ganz langsam wieder nach vorne, zu uns.

Während wir ihn noch im Profil sehen, ahnen wir bereits, was in ihm vorgeht. Er sinkt ein wenig in sich zusammen. Schon jetzt sehen wir den abgefallenen Blick, die traurigen Mundwinkel. Als er sich ganz zu uns herum gedreht hat, blicken wir in ein blutjunges, fast kindliches Gesicht mit ratlosen Augen.

Sein Blick erzählt uns, daß er soeben verstanden hat: seine Hoffnungen sind zerstoben.
Er starrt verloren vor sich hin, die Orgel spielt, die Gemeinde singt.
Er ist so resigniert, daß er sogar einen Moment lang vergißt, neuen Atem zu holen. Alles scheint stillzustehen.

Durch die Gesichtszüge des erwachsenen Mannes hindurch scheint ein kindliches Gesicht, ein unbehüteter Zug von Abgetrenntsein.

Volker Bretz (in: Straight Shooter)

Nahaufnahme der beiden Gesichter, Bretz weint, Tränen laufen über sein Gesicht,  tropfen, wir hören seinen leisen Atem, das Kind wie eine Puppe mit Glasaugen, das Gesichtchen liegt an seiner Brust, an dem weichen Pullover, den es nicht mehr spüren kann.

Beide Gesichter ganz dicht voreinander und trotzem meilenweit voneinander entfernt.

Bretz ist nicht traurig, er ist nicht verzweifelt.

Er ist jenseits davon, -    fertig,   total    fertig.

Die Schläfen, die Stirn, die Augenhöhlen, diese Verlorenheit, diese völlige Verlorenheit ist mit dem Wort Trauer nicht erfasst.

Das Gesicht ist jenseits aktiver Gefühlsäußerungen, es spiegelt eine seelische Ausgehöhltheit, die unbeschreibbar ist.

Das ist ein Herz,
das sich selbst
verloren
hat.

Caulaincourt (in: Napoléon)

Furchtbare Neuigkeiten Sire. (o nein o nein was?was?was?was?)

Wir blicken Coulaincourt aus nächster Nähe ins Gesicht. Es ist sehr ernst. Seine Pupillen: zwei tintenblaue Cabochons.

Wir machen uns bereit. Der besorgte Blick aus diesen Edelstein-Augen verheißt nichts Angenehmes.

Jetzt sagt er es:

Madrid ist gefallen.

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Filmszenen I Potpourri: Figuren – Szenen – Blicke Teil 2 (alle Figuren: Heino Ferch)

15. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Filmszenen I Potpourri: Figuren – Szenen – Blicke Teil 2 (alle Figuren: Heino Ferch)

Szenen  – Figuren – Blicke

Max Klaußmann (in: Todfeinde)

Close Up auf Max. Wir sehen nur sein Gesicht im Profil neben dem Türrahmen. Er wirft ihr einen Blick aus dem Augenwinkel zu. Er wollte sehen, ob sie sich umdreht. Als er merkt, dass sie stehenbleibt, schaut er schnell weg, geradeaus. Er läßt sich von ihr ansehen. – und lauscht dabei in ihre Richtung.…ob Du mich noch liebst?

Sie kommt zurück, an uns vorbei. Sie lächelt angeregt. Jetzt steht sie dicht vor ihm. Er sieht sie ernst an. Sehr süß. So ein Süßer. Wir spüren seine Verletzbarkeit, seine Besorgnis und finden ihn einfach hinreissend in seiner Unsicherheit.

Anna reagiert mit einem Lächeln in Richtung ihres Mannes, ihre Augen bleiben geschlossen. Dann dreht sie sich zur Seite und schläft wieder ein.

Close up auf Max´ Gesicht. Das ist ganz entspannt. Wir fühlen uns angenehm berührt von der Ruhe, die sein Gesicht ausstrahlt und von der vertrauten Stimmung im Raum.

Schnitt.

Nahaufnahme eines Buches. Paul Austers New York’. Teure Hardcover-Ausgabe, der Hochglanzumschlag zeigt New York bei Nacht., Folio-Format. Max nimmt es vom Boden auf.

Offensichtlich hat Anna das Buch gelesen, bevor sie einschlief. Wir sehen Max´ Gesicht ganz nah, während er den Buchinhalt betrachtet. Er blättert zurück zum Vorsatzblatt.

Noch einmal genießen wir seine angenehm ruhige Ausstrahlung. Plötzlich spielen seine Wangenmuskeln. Die Bewegung in seinem Gesicht wirkt wie ein Steinwurf in eine glatte Wasseroberfläche.

Er hat etwas entdeckt.

Dr Steffen Hennings (in: Nachts im Park)

Dr. Hennings sitzt bewegungslos, er wirkt traurig, gleichzeitig aber auch gedämpft, fatalistisch hinnehmend.

Ich glaube, er hört gar nicht, was die Frau redet, er hat zu denken – irgendwas über Sehnsucht und Verlust.


Eigentlich sehen nur seine Augen traurig aus, die aber dann richtig schwarzfeucht, häufchenelendhaft. Es ist ein schwarzer, leise vor sich hinbettelnder Dackelblick, mit dem er Lumis unverwandt ansieht. Lumis bemerkt das nicht, da sie an der Wunde zu tun hat und gleichzeitig redet. Jetzt ist sie fertig, sie wirft einen Blick in den Spiegel, sieht Hennings Hundeblick und erschrickt.

Simon Lechner (in: Grüne Wüste)

Nahaufnahme Simon. Er trägt eine randlose Brille. Ein erster Blick auf sein Kind, er beugt sich vor, Sorge um seine Augen. Würde er weinen, wäre das mimisch kein Unterschied. Blickkontakt.
Er versucht sein Kind anzulächeln. Er probiert Optimismus. Sein Ausdruck ist meterweit offen, die Augen rund und verletzlich, das zarte Lächeln liebevoll, ganz an der Oberfläche, direkt darunter, ein Millimeter unter der Haut, Besorgtheit, Unsicherheit, Angst. Hey Johann! Der Junge ist gut drauf, psychisch stabil, optimistisch. Er stützt den verunsicherten Mann. Hey Papa! Ironie: gut schaust du aus. Gegenironie ich fühl mich auch Spitze. Simon dann kanns ja nur noch bergauf gehen, was? Nahaufnahme Simon:

Zuerst scheint da ein liebevolles angedeutetes Lächeln zu sein.
Lachfalten an der Augen, er blickt nach unten auf sein Kind. Dann ist da noch etwas, knapp unter der Fassade des freundlichen Blicks.
Es spielt sich eigentlich nur auf der einen Gesichtshälfte ab, da ist eine Trauer um die Schläfe, die Braue, sogar die Lachfalten wirken fast wie Stress, das Lächeln erfasst eigentlich nur einen Mundwinkel.
Diese Ahnung eines zweiten Ausdrucks sagt: Angst, brüllende Angst, die hinter der konventionellen Geste lauert.

Das Aufeinanderprallen von Banalem und Unerträglichem ist grotesk.

Simon schaut sehr ernst, die Augen wirken ungeschützt, seine Brauenspannung ist bei Null, über den Mundwinkeln auf den Wangen liegt Schmerz. Beim Blick nach unten auf die Geldscheine ein winziges ruckhaftes Nachgeben seines Kopfes, das er sofort wieder auffängt und den Kopf anhebt, wirkt wie ein drohendes Einbrechen von völliger Auflösung.
Er steht die Situation mit letzter Kraft durch, eine hohe innere Disziplin kämpft mit dem nahenden Zusammenbruch.

Marc Bittner (in: Schutzengel)

Bittner steht da. Mit schwacher, suchender Geste öffnet er die Knöpfe seines Hemdes, um sich für die Nacht fertigzumachen. Er steht offensichtlich noch unter dem schwächenden Einfluss der Beruhigungsspritze. Er wirkt irgendwie blind.

Schnitt.

Wir ahnen das Gesicht Marc Bittners mehr, als dass wir es sehen. Dunkelblaues Licht streift Stirn und Nasenrücken des Mannes.

Er macht eine suchend lauschende Hin- und Herbewegung mit dem Kopf. Er wirkt völlig blind, erblindet.
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Very Close up, immer noch. Bittner hört langsam mit der überstreckten Kopfhaltung auf, sein Gesicht rückt ins Bild.
Sein Blick streift von der Decke mit sich langsam halb schließenden Augen herunter auf Dr. Strauss; der Kopf senkt sich weiter, er öffnet die Augen weit, sein Blick schießt einen Moment lang von schräg unten auf das Gegenüber, bevor er den Mund schließt.

Himmel hilf. Wurks. Schluck.

Uns beschleicht ein sehr, sehr ungutes Gefühl von immanenter Gefährlichkeit. Da sind im Hintergrund Messer gezückt, Gedanken gedacht, die Gänsehaut erzeugen. Im Ausdruck dieser schwarzen Augen öffnet sich ein Abgrund.

Albert Speer (in: Der Untergang)

Albert Speer ist bartlos, hat fast schwarze buschige Augenbrauen, die Pupillen seiner Augen sind opak rabenschwarz, poliert blank, wie Jettknöpfe.  Iris und Pupille sind durch ihre vollkommene Schwärze nicht voneinander unterscheidbar, die Glanzlichter winzig klein, kaum sichtbar. Sein Blick bekommt dadurch etwas undurchschaubar Anonymes und gleichzeitig sehr Ernstes.
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Speer sieht weg von ihr, wieder zucken Lidschlag und Augenbrauen unkontrolliert nervös, die Wangenmuskulatur arbeitet, wir verstehen, dass er dabei ist, aufzugeben. Er fühlt, dass er hier an eine unüberwindliche Mauer stößt, er blickt zu Boden.

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Filmszenen I Potpourri: Szenen – Figuren – Blicke Teil 3 (alle Figuren: Heino Ferch)

15. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Filmszenen I Potpourri: Szenen – Figuren – Blicke Teil 3 (alle Figuren: Heino Ferch)

Szenen – Figuren – Blicke

Harry Melchior ( in: Der Tunnel – Schlußszene )

Amerikanische auf Harrys Oberkörper.

Er steht, gezwungen vom niedrigen Plafond, vorgebeugt, atmet heftig.

Er pumpt mit offenem Mund vor Anstrengung, ist schweissnass, sein Gesicht noch gezeichnet von gestreßter Angst, überwach, schwarze alarmierte Augen, er tänzelt unruhig am Platz, wie jemand, der in der nächsten 100stel Sekunde wieder losstarten wird.

Als er merkt, dass das Schild seine Zauberwirkung tut, – die DDR-Leute dürfen Flüchtlinge nur bis auf den Zentimeter exakt zur Grenzlinie verfolgen – erhellt immer mehr ein triumphierendes Lächeln sein Gesicht.

Das Lächeln wird ein zähnezeigendes Siegerlachen, er stößt verächtlich Luft aus – hebt mit sarkastisch-ironischer Geste die Hand an das imaginäre Mützenschild zum militärischen Gruss und – dreht sich weg.

Geschafft.

Die Flucht aller zweiunddreissig Personen ist gelungen.

Vercingetorix (in: Julius Caesar)

Close up auf Vercingetorix.

Sein Blick ist völlig klar, gerade, ein winziger Hauch einer Bitte, eines Flehens, liegt darin, die Lippen ein Spalt geöffnet, wie eine Atemlosigkeit.

Gesicht und Bart starren vor Schmutz, die Haare fettig und wirr, eine Kreatur, ein wilder Barbar. – nur diese Augen sind anders:

zwei glasklare, blanke, edelsteinhaft schöne

Fenster zu einer hellwachen Menschenseele.

Nick Leonard (in: Zwei Männer Zwei Frauen..)

Close up auf Nicks Gesicht.

….viel……… viel Arbeit…….

sagt er leise .

Sein Gesicht hat sich angenehm verändert. Die Spannung um die Augen ist verschwunden. Seine Mundwinkel sind zwei freundliche kleine Akzente. Die Augen mit den weitoffenen Pupillen wirken wie ruhige dunkle Räume – belebt von den milden Reflexen der Glanzlichter.

Das warme Licht mildert alle Schärfe, wir sehen auf einmal einen ganz jungen Mann.


Marco Skilehrer ( in: Winterschläfer )

Kamerafahrt über Becki´s Bett. Marco und Becki liegen schlafend, erschöpft vom Liebesspiel, jeder auf seiner Seite. Ihre Körper leuchten glatt und golden.

Hupp!!

Marco fährt hoch in Sitzposition, erschrocken, hellwach, als hätte er einen Knall gehört, Mund offen, atmet heftig.

Sein Blick sucht, sucht in seiner Erinnerung.

Scheiße! schnauft er.

Schnitt. Draussen.

Blick auf die grüne Stern-Haustür. Sie klappt auf, Marcos Kopf und Oberkörper schnellen ins Bild. Er ist im rotkarierten Morgenmantel, sucht, sucht noch mal zur anderen Seite.

Er vermisst etwas.

Macht ein paar Schritte vor´s verschneite Haus, knirscht gummigestiefelt und badebemäntelt durch den Schnee.

Schaut noch mal, hastig.

Dreht sich um sich selbst, – vielleicht hinter dem Schuppen…?

Nichts.

Er knurrt: scheiße, scheiße.

Kickt wütend und hektisch irgendwas am Boden zur Seite. Hilft alles nix. Der neue teure Wagen ist und bleibt weg.

Plato (in: Spiel um Dein Leben)

Plato steht da – mit erhobenem Kopf.


Er blickt die beiden unter halb gesenkten Augenlidern an, erst Nick, dann Jana.
Ein leicht spöttischer Ausdruck überfliegt sein Gesicht.


Er macht sich bereit.


Er schluckt, greift nach der Waffe.
Er hat Angst.

Wieder richtet er sich auf, ein spöttisches Lächeln zuckt um seinen Mund, er hält sich die Waffe an die Schläfe.

Sekundenbruchteile passiert nichts.
Wir hören ein metallisches Klicken, wie von einer Metallfeder, die nur einen Millimeter bewegt wird.

Platos Augen drehen sich sichernd in Richtung des Geräuschs, dann sieht er wieder Jana an.
Die ist ganz interessiert, weiter nichts.
Nick schaut freundlich auffordernd.

Plato verkrampft sich, kämpft hart zwischen Angst und Wollen, jetzt zittert er.

Plötzlich verlöschen die Glanzlichter in seinen Augen. Sein Blick kippt nach innen.

Dann ein Knall.

Plato hat die Waffe mit einem Ruck von der Schläfe gerissen und zu Boden geschleudert. Dabei hat sich ein Schuß gelöst.
Sein oder Nichtsein – Nichtsein wäre seine Option gewesen.

Ghetto: Der Jüdische Ghettokommandant Jacob Gens:

Schnitt auf Gens.
Jetzt ist er ganz nah bei uns.

Der Tod, die feuerbereiten Maschinengewehre, nahen so rasch, dass zwischen Begreifen und Abwehr nur Sekunden verstreichen…
Gens schüttelt den Kopf, entsetzt, hastig, ein lautloses:

Nein. Nein!

Wir fühlen, er meint dieses Nein! nicht für sich, sondern für Menschen hinter sich, für deren Überleben er die Verantwortung trägt.

Die Adjutanten kommen näher, näher – an die ahnungslosen Schauspieler heran.

Schnitt. Close up Gens.

Er reisst die Hand hoch. Wehrt ab.

No! Nooo!

Sein Schrei aus weit aufgerissenem Mund
ist ohrenbetäubend,
schneidet in unsere Nerven,
zischt nadelnd über unsere Haut,
die geweiteten Augen machen uns Angst,
seine Pupillen stehen frei,
wir sehen die abwehrende Hand direkt vor uns.

Entsetzen…

Roman Cycowski (in: Comedian Harmonists)

Wir stehen im close up einen halben Schritt entfernt vor Roman Cycowski und erleben aus nächster Nähe, wie er die Augen öffnet, sein Blick das Bild seiner Frau, die er gleich heiraten wird, aufnimmt und umschließt.

Die Lider heben sich langsam. Die Augen öffnen sich und geben uns den Blick auf eine Innenwelt von schönen, freundlichen und magisch anziehenden Gefühlen frei, die ausschließlich in Romans Blick, in den Glanzlichtern seiner Pupillen transportiert werden.

Es wirkt, als hätte sich eine Woge von innen nach aussen an den geschlossenen Lidern aufgestaut, die sich jetzt nach aussen verströmt durch die Fenster einer Seele, eines Herzens.

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Max Ausgabe Juli Nr. 7 „Blicke“:

http://www.age-of-media.de/thomas/05/photos/14a.jpg

bravo! die Porträtaufnahme rechts ist m.E . eine ausgezeichnete Lösung einer nicht untrivialen Aufgabenstellung! Homepage Thomas Rusch Fotograf

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