Archiv der Kategorie: Palmetto – Dumme sterben nicht aus

Filmszenen I..Sehn sie lieber nach, ob noch alles drin ist.!…In: Palmetto. Teil 1. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber – Heino Ferch.1997-98

Teaser Film Palmetto. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber: Heino Ferch

Bildquelle und alle Bildrechte bei Castle Rock Entertainment, Columbia Pictures Corporation Rialto Film für Warner Home

..Sehn sie lieber nach, ob noch alles drin ist.!…In: Palmetto. Teil 1. Regie: Volker Schlöndorff. 1997-98

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Vor der Szene.

Wir sind in Palmetto, Florida.

Harry Barber, ein ehemaliger Lokalreporter in Palmetto , Florida, war unschuldig im Gefängnis. Zwei Jahre lang. Jetzt wurde er freigelassen. Jetzt steht er da. Ohne Geld, ohne Job. Seine Freundin liebt ihn – sofort. Und auch sonst. Bei ihr kann er wohnen. Und ihre alte Waschschüssel ausleihen. Der Wagen ist eine rollende Schrottkarre. Aber er fährt.

Harry cruises around. Sucht Arbeit. Im Yachthafen, der Marina von Palmetto. Da könnte er die Yachten der Reichen und Schönen betanken. Sein Reporterblut ist stärker als sein Wille, schwere Körperarbeit zu verrichten.

Er fragt den Skipper aus, Recherchestil, nach der Besitzerin des Motorboots, das gerade den Kai verlässt: Rhea M. Junge Gattin des alten kranken Tycoons Malroux. Der verbringt hier seine letzten Tage.

Die Szene

Harry wieder in der Bar.
Aus den Lautsprechern hören wir La Paloma auf Spanisch – als Rumba.

Zwei weiße High Heels, vorne spitz, darüber keulenartige Schenkel, klacken über´s Parkett.

Weisser Etui- Rock, hellgrauesblaues Feinstrick Jäckchen durchgeknöpft, leicht zu öffnen über weichen Brüsten. Kein BH. Wasserstoffblonder Lockenkopf. Weisse fünftausend Dollar Hermés Birkin Handtasche mit Goldbeschlägen.

Der Blondschopf zum Barkeeper:

Kann ich hier mal telefonieren?

Barkeeper:

Ja. Da drüben in der Zelle.

Sie dreht sich zu uns: Marylin Monroe.

Danke.

Schwänzelt auf uns zu. Langsam, lasziv, die High
Heels klacken. Bei jedem Schritt.

Harry äugt der Frau hinterher wie ein Käfer.

Er hebt den Kopf.

Der Blondschopf telefoniert.

Der Pulli gibt ihren Nacken frei. Ihr Haar reibt sich leicht am Glas.

Harry beginnt zu lächeln.

Fährt sich mit dem Daumen über die Lippe.

Das Titts´n Ass-Wunder kommt zurück.

Schwänzelt zur Tür, öffnet die Schwingtür des Saloons, geht hinaus.

Barbers Augen wandern zur Telefonzelle.

Ihre Birkin Bag steht in der Zelle. Vergessen.

Harry tut, als telefoniere er. Klemmt den Hörer ans Ohr. Gleichzeitig durchsucht er die Tasche. Ein silbernes Zigarettenetui mit Signatur:

R. M.

Geld. Ein Bündel, zusammengehalten von einer silbernen Geldklammer. Er nimmt es.

Als er raus will, steht sie vor der Zelle.

R.M.:

Ich hab meine Handtasche vergessen.

Harry denkt, dann:

Ja ich wollte sie grade dem Barkeeper rüber…

Sie:

Wie reizend von Ihnen.

Sofort steht der Barkeeper da:

Gibt’s n Problem Lady?

Sie:

Nein – ich… ich hab nur meine Handtasche da drin stehn lassen. Und der
Gentleman wollte Sie Ihnen,…

Harry:

.. ja.

Barkeeper:

Sehn sie lieber nach, ob noch alles drin ist.

Sie sieht hinein.
Harry beißt sich auf die Lippen.

Wir blicken auf ihren Busen. Auf ihren Atombusen. Ohne BH. Nur dünnstes Strickwerk in hellblau darübergehaucht, die Brustwarzen zeichnen Kreise in die Wollwirkware.

R.M.:

Ja. Ja es ist alles da. danke…

Der Barkeeper geht.

Zu Harry:

… und Ihnen auch.

Will gehen, dreht zurück.

R.M.:

Darf ich Sie zu einem Drink einladen.

Harry:

Uh das ist nicht nötig.

Sie:

Uhh aber es gehört sich so.

Harry murmelt: Gehört sich so.

Sie zum Barkeeper:

Noch einmal das gleiche für den Gentleman und für mich einen Wodka
Martini mit Olive.

Lächelt ihn an.

Er legt die Fingerspitzen aneinander. Lächelt nicht zurück, reibt die Handflächen proletenhaft aneinander.

Harry:

Haben Sie sich… verlaufen?

Sie:

Wirke ich so auf Sie?

Harry:

Na ja nich´ direkt , aber sie passen hier irgendwie nich´ hin.

Sie:

Das seh` ich als Kompliment.

Harry:

Bitte wenn Sie woll´n.

Sie gräbt aus ihrer Herméstasche ein schweres goldenes
DuPont Gatsby, dessen Seiten mit schwarzem Chinalack verziert sind.

Er streckt ihr die Hand hin. Sie übersieht sie bewußt.

Ich heiße übrigens Harry.

Zögern – seine Hand schwebt.

Barber.

Er versucht die Hand aufzuräumen. Zurück zur linken Schulter, reibt seine Schläfe.

Sie:

Und Mister Barber: wie kriegen Sie so den Tag rum?

Harry:

Was meinen Sie?

Sie:

Ich meine – was tun sie so?

Harry gibt ihr mit dem DuPont Gatsby Feuer. Sie will es nicht.

Ich rauche nicht. Vielen Dank.

Die zweite Ablehnung. Harrys Mund steht offen.

Nagt an der Lippe. Harry:

Ja was tu ich so, was jeder so tut. Ich versuche über die Runden zu kommen.

Sie:

Wünschen Sie sich nicht mehr, als nur das?

Er:

Wer nicht ?

Bildquelle und alle Bildrechte bei Castle Rock Entertainment, Columbia Pictures Corporation Rialto Film für Warner Home

Sie studiert ihn.

Ich wüßte da vielleicht etwas.
Das könnte ein Mann wie Sie reizen.

Er nimmt ihr die Zigarette weg. Bricht den Filter ab. Steckt die Zigarette zwischen die Lippen.

Harry:

Sie machen mich neugierig.

Die Frau:

Die Bezahlung ist gut.
Hervorragend sogar.
Aber das Honorar ist gerechtfertigt.

Die DuPónt Flamme springt auf…Risiko.

Risiko.

Das DuPont Gatsby hat eine fast unsichtbare Flamme. Harry weiß das nicht, zündet - und versengt sich Augenbraue.

Sie:

Beunruhigt sie das?

Er:

Die Frage ist, ob es Sie beunruhigt.

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Die Getränke kommen.

Sie:

Wenn ich könnte würde ich den Job selbst erledigen.

Er:

Was ist denn das für ein Job?

Wir blicken auf den Tisch. Harry rollt sein klitzekleines Glas Bourbon in der Hand hin und her. Dahinter sehen wir die Zeitung mit den Stellenanzeigen auf dem Tisch liegen. Viele sind schon durchgestrichen. Harry hat wirklich hart gesucht.

Seine Hand zieht er zurück.

Schnitt.

Ihr Blick, sie sieht in an, nimmt scheinbar etwas in die Hand.

Schnitt.

Seine Hand schwebt offen über der Tischfläche, die Innenseite nach oben.
Sie schreibt eine Telefonnummer hinein.

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Wir hören, sie:

Ruf´n Sie mich morgen an, dann können wir alles weiter besprechen. Die Rechnung übernehme ich.

Sucht ihr Geld. Ist keins da. Sie zu ihm:

Beinahe hätte ich vergessen….

Harry:

Ja… ich nicht.

Schiebt ihr das Geldbündel zu. Sie nimmt es, ihre Fingerspitzen berühren seine Fingerspitzen.

Sie wirft eine Fünfdollarnote hin. Dann bis morgen also.

Geht.

Schnitt.

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1997-98 Woody Harrelson– Harry Barber. Deutsche Stimme: Heino Ferch (im Alter von 34). (Wie müssen wir uns die Stimme vorstellen? Hören Sie sich „Der Schutzengel“ an. So ähnlich wie Marc Bittner, nur ohne Psychose), Elisabeth Shue – Rhea Malroux, – Nina, Harrys Freundin, die Bildhauerin – Gina Gershon

- -

Kommentar 1:

s.a. Mord am Meer Paula Reinhardt und Anton Glauberg vor der Kneipe. Paula schreibt Anton die wichtige Telefonnummer in die Handfläche.

Kommentar 2: Jemand trinkt in einer Bar und stiehlt/will stehlen aus Geldnot das/aus dem Handtäschchen einer Dame, der Kellner ertappt ihn: s.a. Vorbild und Freund von Volker Schlöndorff: Billy Wilder: The Lost Weekend 1945. Don Birnam sitzt in einer Bar und kann nicht bezahlen. Am Nebentisch sitzt eine Dame, glitzerndes Handtäschchen neben sich. Birnam will es stehlen und wird dabei vom Kellner ertappt.

Kommentar 3:

Nachtrag Interpretation:

Vom Suchen und Finden der Liebe. Hermes schläft in Gestalt von Venus mit Mimi. Dieses Thema paraphrasiert: Heinrich von Kleist: Amphitryon. Jupiter schläft in Gestalt von Amphitryon mit Alkmene. In beiden Fällen muss der Gott erkennen, dass Alkmene/Mimí ihm nur solange den Vorzug gegeüber dem Partner einräumt, als er ihr /ihm in dessen Gestalt und insofern als vollkommene Version des wirklichen Amphitryon/ der wirklichen Venus erscheint.

- – -

semi-offtopic:

1. Theorie: Die Ware des Schauspielers – Star und Charakterdarsteller – Emotion und Genre – Der Beruf des Filmschauspielers

2. Theorie: (.pdf-Dokument) Joseph Campbells Monomythos-Erzählmodell: Die Reise des Helden. Applikationsbeispiel: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. TV-Zweiteiler, 2002-2007

3. Fotoporträts Neuzugang:

Fotoporträt von Martin Hangen

Ein Kick – m.E. Der Mann auf dem Bild ist ganz “da”, bei uns, – es sitzt ihm irgendwie der Schalk im Nacken, im Blick. Er hat was Überraschendes, was Lustiges im Kopf. Die Haare stehen hoch, als wären sie von seinen Gedanken elektrisiert. Wenn er sagt, was er denkt, werden wir vor lachen explodieren, und er wird ganz genauso, ohne die geringste Veränderung, uns weiter angucken. (Den Witz vom Elefanten, – den wird er gleich erzählen.)

Homepage Martin Hangen hangenfoto.de

18.7.2008

Filmszenen I…denn leider hat mich jemand entführt….In: Palmetto. Teil 2. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber – Heino Ferch.1997-98

Teaser Film Palmetto. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber: Heino Ferch

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Ulrich Mühe

….denn leider hat mich auf dem Parkplatz jemand entführt….In: Palmetto. Teil 2. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber – Heino Ferch.1997-98

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Vor der Szene

Harry soll, so erfährt er, einen Ferienbungalow am Strand mieten. Rhea wird ihn dort besuchen und ihm erklären, welche sehr gut bezahlte Aufgabe auf ihn wartet.

Harry schaltet bei Rheas Erscheinen im Bungalow vorsorglich – der Enthüllungsreporter scheint ihm im Blut zu liegen – ein kleines Tonband an, das den ganzen Besuch von Rhea Malroux aufzeichnet….auch ihre lustvollen Laute, die sie von sich gibt, als aus Harry´s Leibesvisitation nach einer Wanze, einem versteckten Mikro an Rheas Luxusleib, ruckzuck ein Quickie wird.

Harry soll einen Erpresser und Entführer mimen und bei Papa Malroux für das „entführte“ Töchterchen Odette eine halbe Million Dollar fordern. Seine Provision: zehn Prozent.

Harry will das Goldtöchterchen sehen. Sie soll ihn besuchen. In den Abendstunden taucht Odette, siebzehnjährig und sehr frühreif, bei Harry im Bungalow auf.

Odette trägt offenes Haar, Plateausohlen-High-Heels und Hot Pants. Mit ihrem blauen Krokoledertäschchen und den na .kten Beinen, die sie im Sitzen weit auseinanderspreizt, sieht sie den freundlichen Damen vor dem Tausendundeine Nacht in der Bahnhofstrasse zum verwechseln ähnlich.

Sie benimmt sich auch so. Ihre Bewegungen, ihre Blicke, ihre Stimme – sie wirkt wie eine rollige Katze and: – she´ll have what mama had .

Odetto Malroux besucht Harry Barber im Ferienhaus am Strand

Bildquelle und alle Bildrechte bei Castle Rock Entertainment, Columbia Pictures Corporation Rialto Film für Warner Home

Harry reißt sich zusammen. Sweet Odette ist süße siebzehn. Nicht volljährig. Das bedeutet: Gefängnis, wenn er jetzt sein Hirn ausschaltet.

Harry fragt Odette, warum sie so tun will, als würde sie entführt.

Die Szene

Odette sitzt auf der Ecke des Doppelbettes. Sie spreizt die Beine über dem Eckpfosten auseinander, hält ihre Coke im Schoß.

Odette:

Mein Vater will mich auf ein Internat schicken. Eins von diesen ätzenden Dingern in der Schweiz das von ätzenden schweizer Nonnen geleitet wird. Er behauptet, ich würde ihm sonst zu amerikanisch.

Harry steht am Schreibtisch, er will sich eine Zigarette anzünden. Blick zu ihr hinüber. Odette nippt an ihrem Glas – ihre blaulackierten Fingernägel leuchten auf ihm Zwielicht.

Harry:

Und warum sagst Du ihm nicht einfach, dass Du da nich´ hinwillst?

Odette:

Warum sagen Sie´s ihm nicht?

Harry findet kein Feuer, kommt zum Bett herüber.

Harry:

Wo sind denn die Streichöhlzer wieder hin?

Odette erhebt sich vom Bett. Vorher greift sie unter ihr blaues Krokotäschchen, nimmt etwas mit, was dort versteckt lag.

Odette:

Hörn Sie, ich mag mein´ Vater, echt, aber auf so ´n Internat geh´ ich nich´. Is´ nich´ drin. Ich schätze mal, die fünfhundert Riesen reichen, bis ich achtzehn bin. Und dann mach´ ich sowieso, was ich will.

Odette ist an Harry herangeschlendert. Sie drückt beim Gehen den Popo heraus. Ihre blauen Samthotpants leuchten über ihrem Apfelhinterbacken.

Harry:

Ach ja, und Du meinst, ne halbe Million reicht bis zu Dei´m Achtzehnten?

Odette lässt eine Feuerzeugflamme vor Harry aufspringen. Der nimmt das Feuer an. Er hält beide Hände um die Flamme.

Odette:

Finden Sie das zu wenich?…..Ich kenn mich nich so aus mit Geld. Rhea meinte, fünfuhundert wär´n o.k.

Harry bläst Rauch in die Luft.

Harry:

Das war also ihre Idee.

Odette hat sich ganz dicht an Harry herangewanzt. Kussnähe. Sie lächelt ihn an.

Odette:

Nein – ganz allein meine. Cool ha?

Harry drängt sie zurück, geht vorwärts, sie muss weichen, Schritt für Schritt. Ein Spielchen.

Harry:

Hast Du schon mal n´ Gefängnis von Innen gesehn´?

Odette:

Im Fernsehn.

Harry:

Im Fernsehn sieht das vergleichsweise hübsch aus.

Odette:

Wenn sie uns schnappen, sag ich es war ´n Scherz.

Harry:

Die Bullen werden nich´ drüber lachen könn´ und ich genauso wenich.

Harrys Gesicht glänzt vor Schweiss. Es ist feucht und heiß in Florida.

Odette:

Sei doch mal´n bisschen locker Harry Barber, entspann Dich.

Sie scheint ihn anzufassen. Er ohrfeigt sie.

Odette:

Spinnst Du, mich zu haun Du blöder Wi ..ser?!

Harry schubst sie, geht weg.

Harry:

Raus mit Dir bevor ich noch mal zulange.

Odette:

Nein!!

Harry schreit:

Geh nach Hause!!

Odette schreit ebenfalls:

Nein!!

Harry ist wütend, er steht Aug´ in Aug´ mit ihr, fletscht die Zähne:

Hör zu: ich spiele keine Spielchen, wenn ich dafür die nächsten zwanzig Jahre im Knast verbringen muss, verstanden?

Die Cops werden Dich ausquetschen, bis Dir die Eingeweide zu den Ohren rauskomm´.

Odette, unbeeindruckt:

Ich bin ne gute Lügnerin , wenn´s drauf ankommt.

Harry sofort:

Das glaub´ ich Dir.

Sie schlägt augenblicklich zurück.

Harry bedeckt seine Augen mit der Hand, dreht den Kopf weg.

Harry:

Du hast mich genau am Auge getroffen.

Es tut so weh, er muss sich setzen. Auf´s Bett.

Odette Malroux bei Harry Barber

Bildquelle und alle Bildrechte bei Castle Rock Entertainment, Columbia Pictures Corporation Rialto Film für Warner Home

Sie kommt einen Schritt heran, streicht ihm über den Kopf.

Odette:

Entschuldigung. Tut das wirklich so weh?

Harry ärgerlich, die Hand am Auge:

Klar tut das weh.

Sie beugt sich zu ihm herunter.

Odette:

Ein Kuss und alles ist wieder gut.

Harry:

Ach hör doch auf.

Sie küsst ihn zart mehrmals auf die Stelle am Auge, übrigens genau die, an der er sich vorher bei ihrer Stiefmutter schon verbrannt hatte.

Harry wird weicher. Er hält die Augen geschlossen.

Während sie weiter seine Schläfe küsst:

Harry:

Wir brauchen ne Geschichte. Ne einfache, gute Geschichte.

Odette richtet sich auf, streicht ihm wieder mit der Hand über den Kopf. Zuerst in der Nähe der verletzten Stelle, dann mehr als nötig. Sie streicht ihm über den Hinterkopf.

Odette:

Ich könnte mich Samstag Abend mit ´ner Freundin verabreden. Und sagen, dass wir was trinken und ins Kino wollen.

Ihr langes goldenes Haar wallt gegen sein Gesicht.

Und dann… taucht meine liebe Freundin auf und kann mich nicht finden …denn leider hat mich auf dem Parkplatz jemand entführt.

Wir stehen hinter ihr. Sie stützt die Hände in die Taille. Ihre Apfelbacken in bleu füllen den halben Bildschirm. Harry denkt.

Harry:

Hm. Das könnte klappen. Für den Anfang kein übler Plan.

Er saugt weiter an seiner Zigarette.

Insert. Ein Blatt, eingespannt in eine Schreibmaschine. Wir lesen:

FELIX MALROUX.

I HAVE YOUR DAUGHTER.

I WANT $ 500,000.00.

Schnitt.

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1997-98 Woody Harrelson– Harry Barber. Deutsche Stimme: Heino Ferch (im Alter von 34). (Wie müssen wir uns die Stimme vorstellen? Hören Sie sich „Der Schutzengel“ an. So ähnlich wie Marc Bittner, nur ohne Psychose), Elisabeth Shue – Rhea Malroux, – Nina, Harrys Freundin, die Bildhauerin – Gina Gershon, Odette Malroux – Chloë Sevigny

- – -

offtopic

Video Deutsche Meisterschaft Polo Low Goal in Schwifting bei Landsberg. Die Landsberger Platz 5 von 6. Heino Ferch in Teamdress weiss mit der Nr. 2, dunkelblauer Helm. ->

28.7.2008

Filmszenen I..wir ham´s tatsächlich geschafft!….in: Palmetto. Teil 3. Deutsche Stimme Harry Barber- Heino Ferch. Regie: Volker Schloenddorff. 1997-98

Teaser Film Palmetto. Regie: Volker Schlöndorff. Deutsche Stimme Harry Barber: Heino Ferch

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Vor der Szene.

Harry erklärt sich bereit, die Entführung der Tochter des Millionärs Malraux, Odette Malraux, zu fingieren.

Film Palmetto. Odette Malroux als Rothaarige kurz vor ihrer "Entführung"

Bildquelle und alle Bildrechte bei Castle Rock Entertainment, Columbia Pictures Corporation Rialto Film für Warner Home

Odette versteckt sich, als Rothaarige verkleidet, unter dem Namen Anne Hathaway im Airporthotel. Harry ist über die Schwester seiner Lebensgefährtin Nina zufällig der Nennschwager des Kommissars Rennick. Rennick will unbedingt etwas für seinen Schwager tun und verschafft ihm einen Job als Pressesprecher der Polizei – exakt zum Thema Entführungsfall Odette Malraux.

Tatsächlich. Der Bock als Gärtner.

Harry, der Entführer (waa!!), ist jetzt natürlich jederzeit über den Wissensstand der Polizei informiert.

Aber Harry ist eigentlich ein ganz normaler Mann, ein Mann mit Gewissen. „Berechenbar” nennt ihn Odette. Er hält die Spannung nicht durch. Odette muss sofort aus dem Hotel zurückkommen. Harry will den Fall abblasen.

Odette und ihre Mutter becircen Harry jedoch, die Sache doch noch – heute Nacht – durchzuziehen, zumal Malroux die geforderte Lösegeldsumme bereits von der Bank abgeholt hat. Sie liegt in Malroux´ Villa zur Übergabe bereit.

Harry hat sich und seiner Schreibmaschine ein Ferienhaus einen Meter neben der Wasserkante am Strand gemietet. Der Vermieter hält ihn für einen Schriftsteller – wegen der Schreibmaschine. Was auf ihr getippt wurde, war allerdings keine Weltliteratur: Harry schrieb auf ihr den Erpresserbrief an Malraux.

Ins Strandhaus bringt Harry Odettchen jetzt, sie soll warten, bis er das Geld hat. Dann wird  er sie anrufen und Stiefmama Rhea wird sie nach Hause in die Malraux-Villa zurückholen.- Nachdem im Strandhaus das Lösegeld unter die drei  aufgeteilt wurde.

Im Hause Malroux gibts einen Leibwächter namens Donnelly, Exbulle. Donnelly darf von dem Deal nichts erfahren, “er verrät alles an die Bullen”, sagt Harry.

Harry begibt sich zur Lösegeldübergabe….

Die Szene

Vor der Malraux-Villa. Eingangsbereich. Weißer Marmor, Säulen, Treppe, Doppelflügeltüren, Architektur aristokratischer Hoheitssymbole.

Donnelly, der Leibwächter, legt eine Louis Vuitton Aktentasche auf den Beifahrersitz der Malraux-Karosse – und ein kleines Sauerstoffgerät. Malraux ist schwer lungenkrank.

Zu Malraux:

Und ich soll wirklich nicht mitkommen?

Malraux:

Nein, er hat ausdrücklich gesagt, ich soll allein kommen. Es geht um das Leben meines Kindes.

Donnelly:

O.k.

Er schlägt die Autotür zu.

Malraux startet den Mercedes und fährt los. Die Reifen quietschen.

Schnitt.

Orangefarbene Zigarettenglut. Undeutlich, nah, im Dunkeln die Gesichtszüge von Harry Barber. Er lauscht auf, hört scheinbar ein Geräusch.

Schnitt. Halbtotale.

Wir begleiten Harry. Er läuft von seiner alten Schrottkarre weg durch Gebüsch Richtung Bundesstrasse. Stadtlichter am Horizont. Harry leuchtet mit einer Stabtaschenlampe auf die Fahrbahn.

Zwei Scheinwerferlichter tauchen auf, ganz hinten, kommen näher.

Wir sehen aus dem Wagen heraus vor uns Harrys Gestalt. Eigentlich sehen wir nichts, nur eine schwarze Silhouette, der Lichtstrahl der Stablampe blendet uns.

Schnitt auf Malraux. Er nimmt die Vuitton-Aktentasche und hält sie aus dem Seitenfenster des Wagens.

Schnitt Halbtotale.

Wir sehen gerade noch, wie Harry die Stablampe auf den Boden legt, ins Gebüsch rennt. Die Scheinwerfer von Malraux` Mercedes sind schon ganz nah. Etwas fliegt aus dem Fenster.

Schnitt. Die Stablampe am Boden nah. Die Tasche landet direkt daneben.

Harry´s Beine kommen ins Bild, seine Hand reisst die Taschenlampe hoch.

Insert auf das goldene Schloß der Tasche, in Harry´s Stablampen-Lichtkegel. Er hat den Schlüssel dazu, steckt ihn ins Schloß.

Halbnah. Harry kniet am Boden, vor sich die Tasche. Er blickt auf. Scheinbar sieht er ein zweites Auto näher kommen. Er packt die Tasche und rennt ins Gebüsch zurück.

Wir begleiten ihn wieder. Harry rennt mit beachtlichem Tempo.

Schnitt. Wir stehen in erhöhter Position abseits der Straße und sehen ein Auto vorbeifahren. Näher bei uns, hinter Büschen, von der Straße aus unsichtbar: Harry´s Schrott-Waschschüssel. Scharfes Seitenlicht. Straßenstaub wirbelt hoch.

Jetzt kommt Harry. Er rennt zum Wagenschlag, steigt ein, startet den Motor, fährt los. Die Reifen des Wagens drehen durch, spritzen Staubfontänen in die Landschaft.

Harry biegt auf die Bundesstraße ein – in Gegenrichtung, zurück zur Stadt.

Schnitt. Harry am Steuer des Wagens. Er lacht, er jubelt, er freut sich wie ein Kind, schlägt übermütig gegen das Innere des Wagendachs, gegen das Lenkrad, tätschelt heftigst seine Beutetasche, hebt sie hoch: schwer, schwer.

Juchu!

Ja!

Jaa! Jaaaa!

Schreit er.

Schnitt. In gemieteten Strandhaus.

Halbdunkel. Das Schlafzimmer mit dem Doppelbett. Die Jalousien sind heruntergelassen. Nur auf dem Nachttisch die kleine Lampe ist angeschaltet.

Odette liegt im knallroten sexy Kleid auf dem Rücken auf der Tagesdecke des Bettes. Ihre rote Perücke neben ihren Füßen.

Harry rennt an ihr vorbei:

Wir hams geschafft!

Bei uns stellt er die Vuitton-Tasche auf der Kommode ab. Dreht sich halb zu Odette um

Wir hams tatsächlich geschafft!

Odette reagiert nicht.

Harry wendet sich jetzt ganz zu Odette:

Hey!

Kommt ans Fußende des Bettes.

Willst Du´s Dir nicht anschaun?

Keine Reaktion.

Harry kitzelt Odetts n ac  kte Fußsohle.

Aufwachen, Dornröschen!

Keine Reaktion. Harry tritt zurück, geht dann neben das Bett.

Hast Du ein´getrunken?

Er schubst sie ein wenig am Arm.

Hey!

Bleibt unschlüssig stehen, dann stützt er sich aufs Bett und beugt sich näher über das Mädchen.

Odette?

Er dreht ihr Gesicht zu sich. Die Augen sind offen, nach oben verdreht. Ein Blutstreif ist aus ihrer Nase gelaufen, festgetrocknet.

Odette ist to.

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1997-98 Woody Harrelson – Harry Barber. Deutsche Stimme Harry Barber: Heino Ferch; Rhea Malraux: Elisabeth Shue; Odette: Chloe Sevigny, Nina: Gina Gershon; Rennick: Tom Wright; Felix Malraux, der Vater von Odette: Rolf Hoppe.

Kommentar 1:
Volker Schlöndorff spielt hier bei der Vergabe der Namen an die Filmfiguren mit Reminiszenzen , eine Vorgehensweise, die wir hier auch in fast allen Ferch-Filmen wiederfinden. Wir erinnern nur z.B. an den Namen Glauser (“…aaarrgh!! – Ja, schon wieder…!!”).

Malraux: André Malraux ist ein wichtiger Filmtheoretiker und Schriftsteller  (La Psychologie de l’art (1947-79) und Musée imaginaire (1953-55).) Die Verwendung des Namens seitens eines frankophilen Autorenfilmers wie Volker Schlöndorff kann als Reminiszenz gelesen werden.

Odette: der Name Odette kann hier als Reminiszenz an den Namen Odette de Crécy, der Protagonistin aus “Eine Liebe von Swann” von Marcel Proust gesehen werden. Ein Kapitel des Romans wurde von Volker Schlöndorff im Jahr 1984 verfilmt (mit Jeremy Irons, Alain Delon und Ornella Muti.)

Anne Hathaway: Der Deckname von Odette, als sie sich im Hotel versteckt ist: Anne Hathaway. Auch das m.E. eine Reminiszenz. Die Ehefrau von William Shakespeare hieß: Anne Hathaway.

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Die Filmfigur, die über das ganze Projekt hinweg kontinuierlich die höchste Aufmerksamkeit bekommen hat und bekommt, ist:

Handzeichnung Heino Ferch als  Arvernerfürst Vercingetorix

Diese Zeichnung hat eine mittlerweile dreijährige und dokumentierte Wirkungsgeschichte, deren Beschreibung den Inhalt einer Hauptseminararbeit sprengen würde.

Durch das Medium Internet und den Weltmarktführer Google, der diese Zeichnung als Bildantwort auf die Anfrage Vercingetorix seit Jahren in der Trefferliste auf Platz 1 weltweit anbietet, ist dies für diejenigen Bevölkerungsanteile, die weltweit Internet/Google als Informationsquelle nutzen, dasjenige Abbild, das sich für den Arvernerfürsten am Anfang des 21. Jahrhunderts durchgesetzt hat.

Da die Anzahl von Internetusern, die Vercingetorix-Bilder betrachten mit einiger Sicherheit höher liegt, als diejenige von Lesern, die Vercingetorix-Bilder in Büchern betrachten, kann man sagen: es ist das absolut am meisten betrachtete und mit dem Arvernerfürsten konnotierte Bild der letzten drei Jahre.

Die Platzierung auf Platz 1 der Trefferliste ist nicht vorgegeben, sie resultiert aus der Häufigkeit der Clicks durch die User….

Die Platzierung liegt vor historischen Bildern aus dem 19. Jh und auch vor den Abbildern des Fürsten durch den Schauspieler Christopher Lambert.

Wahrscheinlich zeigt eben exakt dieses Bild Eigenschaften, die die Leser mit dem Fürsten am ehesten verbinden: Mut, Tapferkeit, Edelmut,  Wildheit und Charisma.

17.11.2008