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Filmszenen I Madame…seine Majestät….. liebt Sie.“ Caulaincourt – Heino Ferch. in: Napoléon. Teil 7 2001-2002

14. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Bildquelle und Bildrechte Lichtbildwerke: Universal Pictures und BETA-Film 2003

„Madame…seine Majestät….. liebt Sie.“ in: Napoléon. Teil 7: Abschied. Porträt Caulaincourt ( Heino Ferch ) Regie: Yves Simoneau, Buch: Didier Decoin, Max Gallo, 2001-200

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Caulaincourt – Walewska: Der Abschied.

Hören statt Lesen, Radio Comic statt Written Comic: Audio .wma, Audio.mp3 Text (exklusive Dialogtext) und Sprecher: ignazwrobel

„Madame…seine Majestät….. liebt Sie.“

Bläuliches Halblicht, rechts die dreiläufige schlichte Treppe eines Schloßtraktes in Fontainebleau, der nicht für offizielle Repräsentation gedacht ist – Wände Trompe L´oil Rustikaquader, der Boden große Steinplatten.

Nur auf dem Treppenabsatz, an dem sich die beiden Flankenläufe zur mittigen Haupttreppe vereinigen, eine Wandnische mit der Marmorkopie einer griechisch-römischen Apollstatue.
Nach rückwärts öffnet sich der Blick in den Wandelgang der Entréehalle.
Die Akustik wirft Echos.

Wir stehen im Erdgeschoß knapp neben dem Treppenanlauf. Walewska und Caulaincourt steigen die Treppe herab. Die Gräfin trägt ein helles Empire-Tageskleid, Haube, Schultertuch in der Hand ein Pompontäschchen.

Die Gräfin, angespannt: Was haben sie für ihn vorgesehen?

Caulaincourt antwortet: Exil.

Walewska: Für immer?

Caulaincourt:

Das liegt nicht in seiner Hand, Madame. Aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass seine Majestät bereit ist, für immer Phantomkönig zu sein. Man erlaubt ihm, …..einen königlichen Hofstaat …..um sich zu sammeln.

Die beiden sind am Treppenfuß angekommen, bleiben stehen.

Caulaincourt macht eine schnelle Körperdrehung zu Walewska hin, steht ihr jetzt frontal gegenüber. Sein abschätziger Tonfall erzählt uns, dass er die vorgesehene Lösung für eine lächerliche Farce hält, als er hinzufügt:

Etwas in der Art.

Die Gräfin war seit ihrer Bekanntschaft mit dem Kaiser für den Rest ihres Lebens in Napoléon verliebt. Sie sieht in dieser politischen Lösung eine Chance, den Ex-Kaiser sehen zu dürfen. Sie sagt schnell und aufgeregt.

Wollen Sie damit sagen, dass ich ihn vielleicht besuchen könnte. ..

Close up Caulaincourt. Er sieht dezent zu Boden, während er spricht. In gespielt freundlich locker optimistischem Ton antwortet er:

Oh ja, vielleicht.

Ein Blick schießt in ihre Augen, faßt nach.

Vielleicht nicht sofort,…. natürlich.

Wieder senkt er die Augen. Er zögert.

Sieht dann die Gräfin doch aus nächster Nähe forschend an. Jetzt endlich hält sein Blick den ihren nachdenklich fest.

Gegenschuss auf die Gräfin, sie nimmt die Spannung auf, spürt, dass Caulaincourt noch etwas zu sagen versucht, damit ringt, dem Inhalt die passende Form zu geben.

Atemlosigkeit auf beiden Seiten erzeugt eine kleine Pause, beide stehen voreinander. Walewska ist ganz darauf konzentriert zu erfahren, was Caulaincourt ihr über den Kaiser sagen wird.

Aber…

Madame..

Caulaincourt zögert, zieht Luft ein, sein Blick flackert weg, geht zurück zur Gräfin, sucht.

Seine Majestät….

Caulaincourt hat jetzt die Grenze des Offiziellen in einen Tabubereich hinein zu überspringen.
Es fällt ihm schwer, sehr schwer. Er überwindet diese Hürde mit einem kaum merklichen Atemstoß.

Der Hauch eines Lächelns gleitet in seine Augen, fast hilflos wirkt sein leises Kopfschütteln, mit dem er alle Möglichkeiten, etwas extrem Intimes, Persönliches in offizieller Form sagen zu wollen, für sich selbst beiseite wischt, wischen muss.

Walewskas Spannung steigt. Sie hebt die Brauen, ihr Blick versucht drängend in seinen Augen zu lesen.

Noch einmal macht er einen Ansatz, sieht Walewska an.

Er……

Jetzt öffnet er sich, sein Blick geht gerade und klar zu Walewska, er spannt sich ein wenig.

Madame, …seine Majestät liebt Sie.

Ein tief freundlicher, ja eigentlich – tief zugetaner Blick, in dem eine eigenartige Melancholie mitschwingt, begleitet seine Worte.

In diesem kurzen Moment hebt sich lautlos ein Vorhang.

Da steht nicht nur ein Vermittler des Kaisers, da steht ein Mann, der auch zart und versteckt hinter der überbrachten Botschaft für sich selbst spricht.

Wir haben den Eindruck, dass die Worte „Madame..seine Majestät liebt Sie einen zweiten Satz übertönt, der in all den vergangenen Jahren seiner Bekanntschaft mit ihr niemals ausgesprochen wurde und auch in Zukunft niemals ausgesprochen werden wird.

Er würde heissen:

Madame … Ich liebe Sie.“

Walewska ist ganz auf Napoléon konzentriert.

Sie erkennt den besonderen Moment nicht, sie sieht nicht durch diesen schmalen Spalt persönlicher Öffnung in das Herz des Mannes, der vor ihr steht. Sie fällt ihm sofort aufgeregt ins Wort:

Er liebt mich?

Caulaincourts Augenlider senken sich, die Tür zu seinem Herzen, der Spalt in seiner Brust schließt sich sofort, der Augenblick persönlicher Öffnung ist vorüber, für alle Zeit.

Mit einem leisen M…hm bestätigt er ihre Frage nach dem Kaiser.

Walewska sieht ihn noch einem Moment an, etwas wie ein Echo berührt sie kurz.
Dann greift sie nach einem Tuch in ihrer Kleidung. Darin ist etwas eingeschlagen. Es klirrt leise.

Bitte geben Sie das dem Kaiser. Richten Sie ihm aus, dass ich es nicht tue, weil ich böse auf ihn bin, sondern weil er es irgendwann brauchen könnte. Ich kenne seine Feinde, es sind auch die meinigen, sie werden ihn erniedrigen, bis ihm nichts mehr bleibt und bis er schließlich nichts mehr ist.

Caulaincourt nimmt das Tüchlein an sich.

Wir haben noch einmal Gelegenheit, in sein Gesicht zu sehen.

Während sie spricht, ist seine Ausstrahlung, sein Zug zu ihr immer noch weit offener als die Situation erfordert, er ist sanft und persönlich, wir spüren, dass sein Herz noch ein letztes Mal mit zarter Bindung und Melancholie nach Walewska hinfühlt.

Als sie fertig ist, wacht er auf, findet zum Offiziellen zurück, deutet eine Verbeugung an:

Madame….

Walewska erwidert die angedeutete Verbeugung, dreht sich weg und geht.

Die Nahaufnahme zeigt uns, was das Tüchlein beinhaltet: es ist das wertvolle Aquamarincollier, das der Kaiser der Gräfin zur Geburt ihres Sohnes Alexander geschenkt hatte.

Ende der Szene.

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Kommentar:

Mit dem Wort „zart“ möchte ich ungern inflationär umgehen, aber in diesem Fall werde ich es verwenden:

Ich finde diese kurze Szene sehr zart und ungeheuer dicht gespielt. Jenseits des Textes erzählt Heino Ferch in der Mimik des Caulaincourt eine ganz eigene Geschichte, ungeheuer leise und für die Figur am Ende ihrer Entwicklung von zentraler Wichtigkeit. Wirklich, unwirklich schön, poetisch.

Kommentar 2:

Wir müssen zugeben, dass wir die Auflösung der Beziehung Caulaincourt-Walewska nicht gekannt, bzw erkannt hatten, obwohl wir den Film häufig angesehen hatten. Erst die Analyse der Szene – quasi in Zeitlupe – mit Nachverfolgen jeder einzelnen Seelenregung hat uns mit diesem Ende der Geschichte überrascht.
Was bedeutet das? IWir glauben, es bedeutet, dass es Heino Ferch gelungen ist, jenseits des Drehbuchtextes- und vielleicht auch jenseits der Regieanweisungen – neben der durch Text erzählten Geschichte eine komplette zweite Storyline, -ausschließlich über seine Körpersprache – zu erzählen.

Genial.

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Filmszenen I Inakzeptabel….. ist ein Wort..“ in: Napoléon. Porträt Caulaincourt ( Heino Ferch ) Teil 6, 2001-2002

14. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Bildquelle und Bildrechte Lichtbildwerke: Universal Pictures und BETA-Film 2003

„Inakzeptabel….. ist ein Wort, das nicht mehr zu unserem Wortschatz zählt.“ in: Napoléon. Porträt Caulaincourt ( Heino Ferch ) Teil 6, Regie: Yves Simoneau, Buch: Didier Decoin, Max Gallo, 2001-2002

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Caulaincourt – Napoléon: Der Abschied.

Fontainebleau, 6. April 1814.

Es ist früher Morgen, das Renaissance-Schloß liegt noch im Halbdunkel der Nacht, wenige Fackeln erleuchten die Grundmauern der weitläufigen Gebäudlichkeiten.

Über eine Treppe sehen wir den Leibwächter Napoléons weggehen. Napoléon sieht ihm vom Fenster seines Arbeitssalons aus nach.

Der scheidende Ägypter wirft einen letzten, sorgenvollen Blick hoch zu Napoléons Fenster und dreht sich dann zum Gehen.

Napoléon: Auch er verläßt mich.

Schnitt.

Arbeitssalon, Bibliothek. Deckenhohe Bücherregale, wandmittig ein monumentales Quadro Riportato eines dionysischen Triumphzuges, goldkassettierte klassizistische Wandgliederungen, mit grüner Seide bezogene Louis Seize – Stühle, Napoléons grosser Arbeitssekretär mit Akten darauf. Auch hier alles in bläulichem Halbdunkel.

Caulaincourt erscheint durch die hohe Tür des Salons, in Uniform. Er wirkt bedrückt, traurig. Napoléon steht am Fenster. Er blickt hinaus. Caulaincourt spricht ihn an.

Sire.

Die Russen sind in Paris eingefallen.

Napoléon dreht sich, weit hinten am Fenster stehend, zu Caulaincourt hin, blickt zu Boden.

Er weiss, was das bedeutet: Das Ende.

Caulaincourt wartet bedrückt auf eine Reaktion Napoléons. Der sagt nichts. Der Marquis spricht weiter. Der Kaiser und sein Intimus machen einige Schritte aufeinander zu, Napoléon signalisiert, dass er zuzuhören bereit ist.

Caulaincourt: Die Bevölkerung wird jeder Art von Verrat zustimmen, um die Stadt zu schützen.

Jetzt sehen wir, dass Caulaincourt einen offenen Brief in der Hand hält. Er berichtet dem Kaiser den Inhalt.

Sie hat sogar dem feindlichen ….Dekret zugestimmt, …in dem Ihre Abdankung verlangt wird.

Abdankung…. unter diesen Bedingungen.

Caulaincourt deutet an, dem Kaiser das Schreiben geben zu wollen. Der Kaiser dreht sich weg.

Ich muss es gar nicht lesen, um zu wissen, dass es inakzeptabel ist.

Caulaincourt: Nicht anfechtbar… vielleicht.

Sire…. aber inakzeptabel….. ist ein Wort, das nicht mehr zu unserem Wortschatz zählt.

Sie müssen Frankreich….verlassen.

Aber man garantiert ihnen …. die Souveräntität…. der Insel Elba. Sie liegt… vor der Küste Italiens.

Napléon: Ich kenne sie. Ein Nest. Der Kaiser wendet sich Caulaincourt zu. Napoléon , König eines Nestes. Grotesk.

Ein uniformierter Adjutant erscheint an der Tür. Er meldet: Sire, eine polnische Dame möchte….

Napoléon: Gräfin Walewska.

Alle, für die ich gekämpft habe, lassen mich heute im Stich. Und sie, der ich den größten Wunsch verweigert habe,- die Souveränität ihres geliebten Polen-, sie kommt trotzdem heute.

Napoléon blickt Caulaincourt ins Gesicht. Very Close up Caulaincourt. Er fängt den Blick des Kaisers auf, ein winziges Zucken der Wangenmuskeln deutet ein erfreutes Lächeln an, das allerdings augenblicklich wieder verlischt.

Und gerade so, wie das Sinken eines Steines, den man in eine Wasserfläche geworfen hat, gleitet die seelische Gestimmtheit des Marquis ab in Melancholie, mitfühlend. Sanft. Traurig.
Er sieht weg, ins Nichts. Der Blick seines dunklen Auges scheint sich zu verlieren in der Leere einer gestaltlosen Zukunft.

Diener: Sind Sie bereit, sie zu empfangen, Majestät.?

Napoléon: Ja…

Nein… ich kann sie nicht empfangen.

Der Adjutant verbeugt sich und geht.

Zu Caulaincourt:

Schicken Sie sie fort.

Caulaincourt blickt wortlos erstaunt auf.

Der Kaiser erklärt sich:

Man könnte mir Ehebruch unterstellen, dann könnte es sein, dass man mir ein Wiedersehen mit Marie Louise und meinem Sohn verweigert.

Caulaincourt hört zu, die sanfte Traurigkeit seines Gesichts
nimmt uns mit
zu einem weiten Horizont,
an dem nichts greifbar ist,
wo eine Zukunft wartet, die ziellos ist und inhaltslos.
Fahlbleich bläulich schimmert seine Haut im Halbdunkel,
er wirkt schwer krank, so, als wäre eine innere Flamme gerade eben erloschen.

Napoléon: Meine sogenannten Bezwinger haben zu wenig Charakter. Maria versteht das, da bin ich sicher,… Maria wird das verstehen.

Caulaincourt legt das Schreiben auf den Tisch und zieht sich, wenige Schritte zunächst rückwärts gehend, zurück.

Durch die offenen Fenster dringt erstes Vogelgezwitscher. Er geht hinaus. Wir hören seine Schritte, die sich entfernen. Der Kaiser stützt sich – sehr bedrückt- auf den Schreibtisch und blickt vor sich hin.

Ende der Szene.

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Filmszenen I „..sagen Sie jetzt nichts!“ in: Napoléon. Porträt Caulaincourt (Heino Ferch) Teil 5. 2001-2002

13. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Bildquelle und Bildrechte Lichtbildwerke: Universal Pictures und BETA-Film 2003

..sagen Sie jetzt nichts!“ in: Napoléon. Porträt Caulaincourt ( Heino Ferch ) Teil 5, Regie: Yves Simoneau, Buch: Didier Decoin, Max Gallo, 2001-2002

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Sagen Sie jetzt nichts!

Szene Der Ball.

Ein Rokoko-Ballsaal, Hunderte von Kerzen erleuchten festlich das prachtvoll höfische Ambiente.

An den Wänden ringsum goldgerahmte saalhohe Spiegel, die die Schönheit der feinen Ornamente und der erlesenen Empire-Roben der Gäste vervielfachen.
Anwesend ist der polnische Adel. Verhaltene französische Walzermusik, man tanzt.

Napoléon möchte ein Téte a téte mit Gräfin Walewska. Er beauftragt während des Balles den Chef der Geheimpolizei, Joseph Fouché, bei der Gräfin sogleich einen unsignierten Brief hinterlegen zu lassen, der sie zu einem Stelldichein bittet.

Napoléon diktiert Fouché den Text des Briefes an Maria Walewska:

..ich sehe nur noch Sie,

ich bewundere Sie,

ich sehne mich,

ich bitte um schnelle Antwort, um die Glut zu löschen.

und zu Fouché:

Richten Sie es ein, dass sie ihn findet, wenn sie nach Hause kommt und lassen Sie meine Kutsche vorfahren.

Sire gibt Fouché zu bedenken , der Ball!

Ich habe kein Interesse, wenn sie nicht tanzt.

Der Kaiser verläßt den Ball.

Caulaincourt befand sich in Hörweite des Kaisers. Die subjektive Kamera erzählt uns – wir blicken quasi durch die Augen des Marquis -, was Caulaincourt sieht und denkt.

Caulaincourt hat, wenn vielleicht nicht wörtlich, jedoch dem Sinn nach, gehört und erkannt, was der Kaiser wünscht. Er beginnt ohne zu zögern mit der Umsetzung des kaiserlichen Desiderats.

Er sieht Napoéon den Saal verlassen. Sekunden darauf geht er zu Maria Walewska und ihrem Gatten. Er bittet die Gräfin um die Ehre eines Tanzes

Gewähren Sie mir den nächsten Tanz, Madame?

fragt er in völlig korrekter Haltung.

Walewskas Antwort ist eigenartig ängstlich, vor allem wenn man bedenkt, dass sie sich in unmittelbarer Gegenwart ihres Gatten befindet:

Wenn sie keine weiteren Erwartungen an mich stellen…!

Caulaincourt macht eine kleine ..aber mitnichten! Wo denken Sie hin, Madame!-Geste

- und wendet sich an Graf Walewski.

Sie gestatten, Graf Walewski?

Walewski erlaubt mit einer angedeuteten Verbeugung Caulaincourt den Tanz, mit einer ebensolchen dankt der Marquis und bietet der Gräfin den Arm.

Maria Walewska akzeptiert. Zum zweiten Mal liegt ihre Hand auf Caulaincourts Arm. Wieder unprotokollarisch – inklusive ihres Ellenbogens – oho!

Beide lächeln einander verhalten an.

Die Ausstrahlung des Marquis ist in diesen Augenblicken weit weniger offiziell als seine Worte.

Gräfin Maria Walewska und Marquis de Caulaincourt tanzen (Alexandra Maria Lara und Heino Ferch)
Bildquelle und Bildrechte bei cinema.de Click auf das Bild, um zu cinema.de Film Napoléon zu gelangen
Er wirkt, -um die Wahrheit zu sagen-, er wirkt schlicht und einfach so, als hätte er bereits mit dieser Frau das Bett geteilt.

Und im Lächeln der Gräfin scheint eine Schwingung zu schweben, als wäre sie noch ganz im Bann einer unlängst stattgefundenen körperlichen Vereinigung mit diesem Mann, der sie gerade um einen Tanz gebeten hat.

Die zwei gehen einige Schritte weiter zum Tanzparkett. Wir können in beider Gesichter sehen. Von Walewskas Seite, so fühlen wir, glüht immer noch Bettwärme mit, sie wirkt geradezu noch warm und weich aus dem Pfuhle. Caulaincourts Gesicht ist entspannt wie noch in keiner Szene vorher und nie mehr danach.

Diese Doppelbotschaft zwischen offiziellem Protokoll und inoffizieller Körpersprache gibt dieser kleinen Szene eine sehr interessante Note. Was sollen wir denken?

Gleichzeitig spürt man zum ersten Mal den sehr deutlichen Altersunterschied zwischen den beiden. Hier tanzen eine sehr junge Frau und ein Mann, der an der Grenze von Jugend und Alter, auf der Höhe seiner Lebensbahn steht.

Auf langer Erfahrung fußende, ruhig und selbstsicher dahingleitende männliche Willenskraft, die tausend Wege kennt, sich zu verschaffen, was sie wünscht, begegnet jugendlichem Enthusiasmus und frischer Neugierde.

Während des Tanzens, -beide sehen sich in die Augen-, umschwebt Maria Walewskas Mundwinkel weiter ein Lächeln, das eigenartig zweideutig, sehr persönlich wirkt.

Caulaincourt sieht sie ernst und wohlwollend, aber auch sehr intensiv an. Tatsächlich formuliert er bereits eine Frage im Kopf.

Wir genießen noch einige Sekunden Caulaincourts hervorragende Tanzhaltung, und fragen uns gleichzeitig, was er wohl vorhat. Dann dürfen wir, da wir nur einen Schritt neben den beiden sind, seine Frage belauschen:

Wenn ich´s recht bedenke,

meint der Diplomat diplomatisch

habe ich doch eine Frage, die ich Ihnen stellen möchte…

Walewskas Antwort ist durch ihren ernst warnenden Ton unmißverstandlich:

Sagen Sie jetzt nichts.

Ihr Geschenk an ihn, ihr geheimisvoll-bezauberndes Lächeln, ist unvermittelt verloschen, sie bannt seinen Annäherungsversuch mit einem ernst anhaltenden Blick in seine Augen.

Caulaincourt Gesichtsausdruck verändert sich nicht, wir sehen keine Reaktion, er tanzt ohne die geringste erkennbare Enttäuschung weiter und blickt ihr auch ohne jeden Bruch der Aufmerksamkeit weiter in die Augen.
Dies hält so lange an, bis beide auf einem distanzierteren Niveau zueinander angekommen sind.

Jetzt wird Maria Walewskas Ausdruck wieder freundlicher, entspannter.

Wir wissen nicht, was Caulaincourt fragen wollte. Aber es war wohl nicht das, was uns die Körpersprache der beiden erzählt hat. Caulaincourt wollte wohl nicht in seinem, sondern im Namen seines Kaisers sprechen.

Daß es ihm gelungen war, seine Frage doch noch zu platzieren, zeigt die nächste Szene, in der Maria Walewska sich bereits – von Caulaincourt dorthin expediert- in Napoléons Schlafzimmer befindet und auf den Kaiser wartet.

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2002 Marquis de Caulaincourt – Heino Ferch, Alexandra Maria Lara – Gräfin Maria Walewska Filmografie Alexandra Maria Lara, Joseph Fouché – Gérard Depardieu Filmografie Gérard Depardieu, Napoléon – Christian Clavier Filmografie Christian Clavier

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Themawechsel:

Hatten Sie einen harten Tag meine Damen? Frustriert? Könnten Sie Ihren Chef auf den Mond schießen? Haben sie heimlich aufgestauten Groll gegen ihren Partner? – Die Komödie „Single sucht Nachwuchs“ mit Heino Ferch in der Rolle des egomanischen Yuppie Robert Breuer wird sie sicher entspannen. Frustabbau durch hämisches Kichern. Ausserdem was Leckeres für´s Auge. Und ein bißchen Schicksal für´s Herz. Die Komödie wirkt, als hätte eine Gruppe Schauspieler-Kollegen an einem sonnigen Nachmittag eine leichte luftige kleine Komödie aus vielen Anknüpfungspunkten aus der eigenen Lebensumgebung erdacht. Sogar manche Requisiten wirken, wie von zu Hause mitgebracht. Der Erzählfluss ist durchgehend allegro con brio mit einem kleinen andante im schicksalhaften Teil. Dialogtextschwächen werden von den soliden Leistungen der DarstellerInnen aufgefangen. Heino Ferch, Christian Berkel, Monika Bleibtreu, Aglaia Szyszkowicz, Marie-Lou Sellem, Uwe Janson Regie, Buch: Ulrich Limmer. 1997-1998

Kategorien: Napoléon
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