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Filmszenen I ..ich glaub´ ich gehöre nur mir allein…in: Marlene. Teil C. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier, 1999-2000

Teaser Film Marlene. Heino Ferch - Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier 1999-2000

Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

..ich glaub´ ich gehöre nur mir allein…in: Marlene. Teil C. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Drehbuch: Christian Pfannenschmidt, Regie: Joseph Vilsmaier, 1999-2000


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Vor der Szene.

Marlene ist aus Amerika zurück. Sternberg hat dort mit ihr und Gary Cooper „Marocco “ gedreht. Der Film wurde ein Kassenschlager.

Erste freudige Begrüßung der Familie in der Stadtwohnung in Berlin. Das Töchterchen Maria springt der Mama so froh an den Hals, dass die Berge von Geschenken zu Boden fallen.

Auch Probleme erwarten Marlene zu Hause. Das Kindermädchen Tammy ist schwanger von Rudi Sieber, Marlene´s Ehemann. Marlene weiß, dass ihr Gatte und das Mädchen sich ineinander verliebt hatten. Zu lange hatte sie die beiden allein in der Stadtwohnung gelassen, während sie Filme drehte, oft monatelang.

Schnitt.

Erfreulicheres.

Sonne. Nachmittag. Riesige grüne Linden, ein Englischer Garten.

Eine breite Kiesauffahrt – überwallt von grünen Baumriesen – führt von einem pfeilerflankierten Garten-Haupttor ganz hinten hierher zu uns. Hier parkt neben der niedrigen Eingangstreppe des Palastes ein kostspieliges offenes 30er Jahre Mercedes-Coupe . Große Stein-Akanter schmücken die Treppenbrüstung.

Die Kiesauffahrt befährt ein zweiter Mercedes mit Fahrer. Im Fond eine semmelblonde Frau: Marlene.

Plötzlich schießt ein schlanker Mann, circa 35, die wenigen flachen Stufen des Eingangsportals in schnellem Tempo herab, – schwarze Hose, weißes leger getragenes Hemd, die Ärmel bis zu den Ellenbogen aufgerollt.

Er springt auf die Fußtrittleiste des Automobils auf, hält sich am Rahmen des Wagendachs fest und küsst Marlene noch im Fahren. Marlene erwidert den Kuss, sie freut sich. Als der Wagen an uns vorbeifährt, springt der Mann ab, lacht Marlene zu.

Schnitt.

Wir erkennen die kannelierten Säulen des Eingangsportals: Es ist der Palast derer von Seidlitz. Marlene besucht Carl zu Hause.

Carl öffnet Marlene den Wagenschlag. Wir stehen auf der ersten Treppenstufe neben ihm und sehen den beiden zu. Sie umarmen sich so stürmisch, dass es fast aussieht, als wollte jeder den anderen in sich hineinziehen. Endlich läßt Carl sie los, hält sie nur noch leicht an der Taille, sie können sich jetzt ins Gesicht sehen. Carl:

Ich hab´ Dich vermisst.

Marlene lacht, berührt, erfreut:

Ich Dich…

Sie wischt die Rührung weg, tritt einen Schritt zurück. Sie zeigt sich. Sie musste in Amerika abnehmen, Sternberg hat sie neu erschaffen. Jetzt steht eine echte Filmgöttin vor Carl.

Er blickt an ihr herab, stößt einen Pfiff aus: Bewunderung. Auch Carl sieht nicht schlecht aus. Er ist braungebrannt, vital.

Marlene:

Wo ist Lotte?

Carl legt Marlene den Arm um die Schulter und führt sie ins Hausinnere. Carl:

Lotte sitzt mit Pommer in der UfA und denkt darüber nach, wie man Marlene zurückholen kann.

Wir sehen den beiden nach, wie sie im Haus verschwinden.

Schnitt.

Die Szene.

Abend. Totale.

Ein lauer Sommerabend. Es ist Nacht, ein Biergarten. An Tischen mit blaukarierten Decken sitzen Sommerfrischler in heller Sommerkleidung, in der Mitte glühen Lampiongirlanden wie Glühwürmchen über einer großen Tanzfläche, viele Paare bewegen sich darauf in langsamem Walzerschritt.

Eine kleine Musikkapelle , die Musikanten mit Westchen und Matelotes , spielt einen der Schlager, den Marlene berühmt gemacht hat:

Ich weiß nicht, wohin ich gehöre, ich glaub´ ich gehöre…..

Inmitten der vielen Paare auf der Tanzfläche entdecken wir ein weißes Hemd: Carl. Er und Marlene tanzen den Walzer.

Carl von Seidlitz und Marlene Dietrich tanzen (Heino Ferch, Katja Flint)
Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

Schnitt. Nah. Wir sehen Carl nur einen Moment im Profil, einen Moment seinen Rücken und fühlen uns sofort angezogen. Seine Haltung, seine Ausstrahlung, äußerst viril, dabei die Haltung aristokratisch, elegant, wirkt er schmelzend, attraktiv. Er führt Marlene in eine Drehung:

Dein..Lied.. sagt er

Marlene, sehr glücklich, singt mit.

Wenn ich jetzt nur Dir Treue schwöre..wird wieder ein Anderer unglücklich sein.

Carl führt Marlene, er lächelt ihr leise zu, lässt seine Augen keinen Moment von ihr. Wir fühlen, wie die beiden glühen.

Als wir einen Blick auf sein Gesicht erhaschen, seine goldglänzende Stirn, als seine Schulter, sein braungebrannter Nacken, sein Rücken an uns vorbeigleiten, können wir verstehen, warum Marlene Carl nicht aufgibt, ihn als geheimen Liebhaber immer weiter besucht.

Er ist männlich, stark, attraktiv, dabei ganz unbewußt natürlich und ganz uneitel und: – voller Sehnsucht.

Er weiß gar nichts von seiner Belezza, seiner Schönheit, die in seiner Haltung, in seiner starken Emotion und: in seinem Genießen liegt.

Marlene gibt sich darüber wohl auch keine Rechenschaft ab, sie nimmt einfach den Abend, den Mann als Geschenk eines besonderen Augenblicks.

Ja soll denn etwas so schönes nur Einem gefallen?

Die Sonne, die Sterne, gehör´n doch auch allen!

singt sie.

Carl lacht leise auf, als er Marlene´s Text hört. Er zieht sie mit seinem Blick an sich, Marlene scheint darin ganz zu schweben, zu schwingen wie auf einer großen Schaukel.

Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre,

ich glaub´ich gehöre nur Dir ganz allein…

Carl wird ernster, die Tanzbewegungen verblassen zu einer leisen Andeutung. Marlene:

Ich glaub´, ich hab´ mich in einen Soldaten verliebt..

Carl:

..einen Soldaten, der Kästner mag.

Die beiden küssen sich. Marlene legt eine Hand in seinen Nacken. Als sie ihn wieder loslässt, bewegt sich ihre Hand behutsam wach über seinen Arm, als berühre sie etwas sehr Wertvolles.

Carl ist scheinbar von irgend einer Stelle weiter weg irritiert, so als hätte er fremde Aufmerksamkeit auf sich gefühlt. Er sucht mit zwei schnellen Blicken in der Menschenansammlung. Marlene bemerkt nichts. Carl legt seinen Arm um ihre Schulter, die beiden flanieren ein paar Schritte zu einem Tisch.

Ach, Carl, alles is´ auf einmal so anders. Nun bin ich eine öffentliche Person, sagt Joe.

Carl gibt ihr einen Kuß auf die Schläfe.

Marlene:

Hier is´ eben doch mein zuhause. Nich´ da drüben.

Die sind meschugge, die Amerikaner – keene Kultur! Goethe, Schiller – nie gehört! Mozart, Brahms, Schubert – was issn´das?

Die beiden haben einen Gartentisch erreicht. Carl ist Marlene beim Platznehmen behilflich, er bleibt hinter ihr, auf die Stuhllehne gestützt, beugt er sich leicht über sie…

Marlene:

Und das Essen erst! – naja , ich darf ja sowieso nich´..

Carl, nah, über Marlene:

Warum machst Du´s dann?

Marlene:

Weil ich berühmt werden will.

Carl:

Das bist Du doch längst.

Jetzt nimmt auch er Platz. Er nimmt Marlene´s Hand in beide Hände, ein wenig so, als wolle er ihr einen Handkuß geben, ein wenig so, als wolle er sie nicht mehr loslassen. Er ist sehr ernst. Er hofft.

Carl:

Pommer wird Dir ein gutes Angebot machen und Du kannst in Berlin bleiben – wo Du hingehörst.

Marlene:

Ich gehe zurück, Carl.

Wir sehen, wie Carls Gesicht mehr spiegelt, als Enttäuschung. Wir sehen, dass er begreift, etwas loslassen zu müssen, das er schon als einen Teil seiner selbst gefühlt hatte.

Marlene:

Ich habe einen Vertrag über vier Filme. Joe und ich bereiten den nächsten schon vor.

Carl versucht, sich abzutrennen. Seine Augenlider flackern. Langsam legt er Marlenes Hand zurück in ihren Schoß.

Marlene senkt den Blick. Ihn jetzt anzusehen, wäre….

Schnitt.

1999-2000 Heino Ferch (im Alter von 36) – Carl von Seidlitz, Marlene Dietrich´s geheimer Geliebter, Katja Flint – Marlene Dietrich; Herbert Knaupp – Rudi Sieber, Marlene´s Ehemann; Christiane Paul – Tammy, das Kindermädchen, Theresa Vilsmaier – Maria Sieber, die Tochter

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- – -

Kommentar 1: Die Szene spielt mit der Liedzeile “ich glaub, ich gehöre nur mir allein..” als Marlene das Lied für Carl singt, variiert sie den Text dieser Zeile auf “ich glaub´, ich gehöre nur Dir allein…” Die Trennung am Ende der Szene bestätigt eher den Originaltext. Marlene gehört nur sich allein.

Kommentar 2: Frau Ignaz heult schon wieder. Sie sagt, das kennt sie. Da sei sie auch schon gewesen. Es sei der Biergarten am Kleinhesselloher See in München Schwabing. Und der Mann habe William geheißen, Student aus Stanford, USA. Da am See sei er weggegangen und sie geblieben . Ach ja, die Gute….Kleenex, bitte!!

Kommentar 2: Lotte ist Carls Schwester. Ein Projekt später, in “Der Tunnel”, wird der Name der Schwester des Protagonisten, (den dort ebenfalls HF spielt), derselbe sein: Lotte.

semi offtopic

Unser Filmszenen – Podcast:

Sehr beliebt sind – neben den Dauer-Best of aus Der Untergang mit Albert Speer und dem Kaffeegießen aus Winterschläfer – im Moment:

Die Mauer – im Möbelhaus – diese Episode hat alle anderen überholt.

Johann – ein guter Vater aus Jeder Stirbt – The Unscarred – He is a good father wird gerne gehört und oft “gezogen”. auch das Versprechen auf Verbindlichkeit Widows- Wenn Du willst bin ich für Dich da…

Der geheimnisvolle Schatz von Troja: Die drei Episoden um Michaela Neumann erfreuen sich gleichbleibend hohen Interesses:

http://podster.de/episode/341750
http://podster.de/episode/342393
http://podster.de/episode/339757

Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde: Dass Du auf so grossem Fusse lebst…? Auch die Episode mit der Schuhanprobe hat ihre Liebhaber…

Das interessierte Herantreten an Peter Bender: Wieso IHR Bild..?! hat viele Hörer

und der Überraschungs-Sieger der letzten acht Wochen ist:

Gefährliche Verbindung – der Fenske ist tot

Manchmal wüßten wir gerne, wer unsere Leser und Hörer sind. Wahrscheinlich sind wir die “Bravo” der Gilde der Drehbuchautoren. Was interessiert das Publikum?— warum ist diese und jene Szene so beliebt…? Große Entscheidungen sind beliebt, Schmerzliches, auch der genaue Blick in die eine oder andere psychische Momentanverfassung. Sehr beliebt z.B. aus Auf ewig und einen Tag: Im Atelier. – Erotik ist nur dann beliebt, wenn sie nicht platt und überdeutlich daherkommt, sondern leise. Blicke, Gesichtsausdruck, ein Wort, ein Satz, ein Beinahe.. mehr nicht.

Also Freunde Neighbours and Fans, ich muss Euch doch mal..ich muss mal eine Seite von einem Drehbuch-Beurteiler (Wochengage bei Warners Dollar 300) vorlegen, DER konnte was, der KONNTE wirklich gut erzählen:

Zitat Anfang:

Read by: Stephen Karnot 12/11/1941

Everybody comes to Rick´s by Murray Burnett & Joan Alison. (Ohne die Empfehlung dieses Lektors wäre CASABLANCA, einer der beliebtesten Filme of all times, nie entstanden… )

Smart, Sophisticated, luxurious Rick´s Cafe is the most popular night spot in Casablanca, French Morrocco. To the flamboyantly decorated bar, and the gaming rooms in the rear come the wealthy French expatriates, the richer refugees, the consular officials and the French, German und Italian military attaches.

Under the cynically indifferent and watchful eye of Rick, an American of indeterminate age, an atmosphere of strict neutrality, both political an personal, prevails.

On this warm summer evening of 1941, the mood of Rick´s cafe epitomizes the mood of Casablanca: tense, hectic, desperately gay.

Rick , as usual, sits at an out-of-the-way table near the bar, admitting or barring people from the gaming rooms with an imperceptible nod to the major-domo, greeting a patron here, there refusing to take the check of an imposing four-flusher. Sam, Negro entertainer at the mobile piano, plays softly.

Ugarte, a distinguished, sleekly tailored man enters, and at a nod from Rick is seated at an adjoning table.

When the waiter brings a magnum of champagne, Ugarte asks Rick to join him, but Rick refuses. Poker-faced Rick evidently has little use for Ugarte, and when the latter announces his coming departure from Casablanca, Rick remains….” Zitat Abbruch..

Chapeau vor einem großen Szenen-Nacherzähler-”Kollegen” aus den Warner-Studios von 1941, fast siebzig lange Jahre vor Erfindung von Weblog und Podcast.

29.5.08: Danke! :-)

- – -

offtopic

i.m. Maria Antretter. (+ 3. Mai 2008)

22.5.2008

Filmszenen I …Sag wo die Soldaten sind?.. in: Marlene. Teil E. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier 1999-2000

Teaser Film Marlene. Heino Ferch - Carl von Seidlitz. 1999- 2000

Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

…Sag, wo die Soldaten sind? Zogen fort, der Krieg beginnt.. in: Marlene. Teil E. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier 1999-2000

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Die Szene.

Salzburg, Spätsommer 1937.

Ein herrlicher Sommertag. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne lacht. Das richtige Wetter für einen Ferientag in Salzburg.

Marlene flaniert mit Rudi, ihrem Gatten und Maria, ihrer Tochter, durch die Franziskanergasse. Die Familie betritt ein Geschäft und kommt kurz danach wieder heraus. – mit Tüten und Tütchen und – when in Rome, do as the Romans do – ganz in Tracht. Marlene und Maria im traditionellen Salzburger Dirndl und Rudi mit Trachtenjanker und Schleiferl.

Man kutschiert im Fiaker zum Domplatz , wir sehen, wie die Familie der offenen Kutsche entsteigt. Im Hintergrund der Residenzbrunnen, an dem schon Wolfgang Amadeus Mozart zu seiner Zeit vorbeieilte.

Schnitt.

Die Gitter des Loggia des Dom-Hauptportals , dort, wo während der Salzburger Festspiele das Bühnenpodest der Jedermann-Aufführung steht.

Hinter den Gitterstäben ein Gesicht.

Carl. Er hat Marlene und ihre Familie offensichtlich schon erblickt. Er wusste, dass Marlene heute in Salzburg sein wird, sie hatte es ihm geschrieben.

Er hat sie, will es scheinen, schon lange nicht mehr gesehen. Auch jetzt kann er nicht einfach auf sie zugehen – Marlene´s Familie.

Frau Dietrich, Frau Dietrich!

Ein Kind läuft Marlene nach, es will ein Autogramm von ihr.

Rudi und Maria gehen schon weiter, während Marlene sich zu dem Kind niederhockt und in dessen Poesiealbum die Seite mit ihrem Foto aufblättert.

Marlene ist nur wenige Meter von der Portalloggia entfernt, Carl beobachtet die beiden mit offensichtlich großer Aufregung. Er wirft noch einmal einen Blick nach Rudi und Maria – die beiden sind weit weg. Dann, erregt:

Lena!

Film Marlene Regie Joseph Vilsmaier. Heino Ferch als Carl Seidlitz
Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

Wir blicken mit Carl zwischen den Stäben des Gitters hinaus auf den Platz.

Marlene hört sofort. Sie sucht nach der Stimme. Steht auf. Kommt näher. Jetzt hat sie ihn erkannt, sie beginnt zu rennen. Jetzt ist sie bei uns hinter dem Gitter.

Augenblicklich nehmen sich die Beiden an den Händen.

Marlene:

Carl!

Carl und Marlene werden sich kurz danach in den Bergen weit oben bei einer Almhütte treffen. Sie lieben sich dort, aber schnell erzeugen die unterschiedlichen Lebenspläne der beiden Dissonanz. Man trennt sich wieder auf unbestimmte Zeit.

Carl ist Leutnant, Versorgungsoffizier, jetzt, zwei Jahre vor Kriegsbeginn, will er seinem Land zur Verfügung stehen. Marlene wird wieder in die USA zurückgehen.

Marlene und er werden sich noch einmal ganz kurz sehen, in einem kleinen Ruine, in einem Wäldchen in Frankreich. Carl wird zu dieser Zeit schon in der Resistánce sein, er hatte erkannt, dass er nicht dem Vaterland, sondern einem Raubmörder-Regíme gedient hatte.

Als Marlene nach Kriegsende aus den USA zurückkehrt, erzählt ihr Lotte, Carls Schwester , dass Carl noch kurz vor Kapitulation der Deutschen gefasst und standrechtlich hingerichtet worden war.

Marlene wird bis 1975 noch auftreten. Immer noch schlank, immer noch in ihrem legendären hautengen Kleid mit der bodenlangen Pelzstola.

Die Schluß-Szene.

Wir dürfen dabei sein.

Große Bühne, Publikum. Der rote Samtvorhang öffnet sich, Marlene erscheint und geht langsam zum Mikrofon.

Sie wird frenetisch beklatscht. Bravorufe. Die Menschen erheben sich von den Sitzen. Standing Ovations.

Sie beginnt mit einem ihrer legendären Lieder: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Nach der ersten Zeile unterbricht sie. Der Dirigent klopft ab.

Marlene, am Mikrofon ins Publikum:

Meine Damen und Herren, ich möchte heute abend mit einem anderen Lied beginnen.

Ich singe es für einen toten Freund.

Ich singe es für ihn und für alle anderen, die in die schrecklichen Kriege laufen mussten und nicht wollten.

Die sich auch gewünscht haben, dass diese Welt friedlicher wäre.

Das Leben gerechter.

Die Menschen glücklicher.

Is nich´so.

Sie gibt dem Dirigenten Zeichen. Wir hören statt des vollen Orchesters eine einzelne Gitarre.

Marlene singt:

Sag´mir wo die Blumen sind

Wo sind sie geblieben?

Was ist geschehn?

Sag mir wo die Blumen sind

Mädchen pfückten sie geschwind

Wann wird man je verstehn?

(..)

Sag mir wo die Männer sind

Zogen fort, der Krieg beginnt

(..)

Sag wo die Soldaten sind

Wo sind sie geblieben

(..)

Was ist geschehn?

Sag wo die Soldaten sind?

Über Gräbern weht der Wind.

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je – verstehn.

1999-2000 Heino Ferch (im Alter von 36) – Carl von Seidlitz, Marlene Dietrich´s geheimer Geliebter, Katja Flint – Marlene Dietrich; Herbert Knaupp – Rudi Sieber, Marlene´s Ehemann; Christiane Paul – Tammy, das Kindermädchen, Theresa Vilsmaier – Maria Sieber, die Tochter

Hannes Wader Es ist an der Zeit->

Hannes Wader Es ist an der Zeit (auf youtube)

Hannes Wader singt: Es ist an der Zeit. Bildquelle: youtube. Bildrechte: Bayerischer Rundfunk. – Das Dritte. click auf das Bild, um den Film abzuspielen.

Hannes Wader: Zogen einst fünf wilde Schwäne->

i.M. mein Großvater Peter Cieplik (31. Mai 1886 – 25. März 1930), Schachtmeister im Bergbau in Schlesien und: Soldat. Gestorben an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung. Sein Sohn Georg war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt. Fünfzehn Jahre später starb Georg Cieplik als Soldat der Kriegsmarine im nächsten Weltkrieg. Sein Bruder Hanns war Jagdfliegerpilot. Er lebt noch. Seine Schwester Maria musste vor der herannahenden russischen Front nach Westen fliehen und erlebte, was viele Frauen damals erleben mussten. Maria war meine Mutter. Auch sie starb an den Spätfolgen ihrer Kriegserlebnisse.

Sophie Cieplik (15. Sep. 1897 in Malen/Trebnitz, gest. 24. Aug. 1973 in Osterhofen/Niederbayern) Foto 1959Sophie Cieplik (*15. Sep. 1897 in Malen/Trebnitz, gest. 24. Aug. 1973 in Osterhofen/Niederbayern) Foto ca 1972 Der Vater meiner Mutter, Peter Cieplik sen. Schachtmeister im Bergbau in Oberschlesien

Hanns Cieplik * 1922, Foto ca. 1943 Mein Onkel Georg Cieplik Marinesoldat, gefallen 1945 Jeannot Oberstudienrätin Rose Schaefer, die mir ab dem Tag, da ich verstehen konnte, jeden Sonntag Nachmittag Geschichten vorlas, bis ich selbst des Lesens mächtig war. Rose Schaefer war meine Patentante und die leibliche Tante von Sabine Kaspereit MdB

Mein Großvater väterlicherseits Hans Glaser sen. 1902 - 1973Großmutter väterlicherseits Louise Glaser 1911-1974
Hans Glaser * 1934 Foto ca. 1990 Maria Cieplik 1959Maria Cieplik 1924 - 1994
Andrea-Maria Glaser 1980 Fotograf: Gabor FerenczAndrea-Maria Glaser M.A. 1990 Fotograf: Gabor Ferencz

Die Mütter meiner Eltern hießen übrigens : Sophie und Luise. – Echt.

Foto 13, 14: und 15 Gabor Ferencz

Die Kamera ist eine Waffe,
die in den Händen eines schwachen Charakters
zur Missbrauch führen kann,
soll es Portrait oder Akt sein.

Gabor Ferencz

…Licht und Fotokamera wohlwollend eingesetzt: 1980 Foto1 , 1980 Foto 2 . Fotograf: B. Woehrl, Studioarbeiten für die Meisterprüfung zur Fotografin. (Natürlich bestanden.) Die abgebildete Person? Suchen Sie nicht danach, Schönheit ist vergänglich und körperliche Perfektion ein Privileg der Jugend.

Kommentar 1:

Interessant ist, dass die beiden Schauspieler Heino Ferch und Katja Flint in zwei Projekten in Figuren schlüpfen, die in identischer Beziehung zueinander stehen (s.a. HF und Moritz Bleibtreu- ähnlicher Vorgang in Lola rennt und Vom Suchen und Finden..) In beiden Fällen verkörpern sie ein Liebespaar unterschiedlichen Alters, er jünger, sie älter, das sich zueinandergezogen fühlt, aber an den unterschiedlichen Lebensplänen scheitert: Marlene und Widows.

Kommentar 2:

Ikonografischer Vergleich Filme Marlene - Vom Suchen und Finden der Liebe

Die Ähnlichkeit dieses Auftrittes am Schluß des Filmes mit dem Schlußauftritt von Venus Morgenstern in Vom Suchen und Finden der Liebe drängt sich geradezu auf. Ähnlich das Kostüm, die scharfe Hinterleuchtung, die die Sängerin als Silhouette zeigt, die Frisur. Sogar in der Instrumentierung des Liedes, (Pizzicati der Violinen) und die Melodieführung ähneln sich in diesem Moment die Szenen der beiden Filme Marlene und Vom Suchen und Finden.. Beide Frauen beklagen eine vergangene große Liebe, einen verstorbenen Liebhaber.

Kommentar 3:

Für HF ist diese Stelle am Domplatz, wo Carl Marlene erwartet , sicherlich mit biografischer Erinnerung verknüpft, – er hat in Salzburg studiert und an den Jedermann- Aufführungen mitgewirkt.

Kommentar 4: Genau dort am Domplatz hat unsere Frau Ignaz zum ersten Mal eine Melodie gehört, die sie damals noch nicht kannte. An der Ecke des Domes saß ein Gitarrist und spielte. Nach dem zweiten oder dritten Riff fing unsere gute Frau Ignaz ganz unvermittelt zu weinen an. – Der Orpheus-Effekt. Ist das so schön und so traurig, das Lied. Später klärte man sie auf. Es war: Tears in Heaven.

 Und jetzt weint sie schon wieder. Sie meint, es seien nicht ihre Tränen. Es seien die ihrer Mutter, die schon als Kind ihren Vater im Krieg verlieren musste. Bis ins siebte Glied, heißt es in der Bibel.

11.6.2008: Nachgefragt – wußt´ich nicht (das große Schweigen nach dem Krieg) mein Großvater mütterlicherseits hieß Peter Cieplik und war Schachtmeister beim Bergbau in Schlesien . Der andere Großvater, Hans Glaser sen., war Bezirkskaminkehrermeister . .und, wenn ich richtig informiert wurde, war mein UrUrgroßvater väterlicherseits: Köhler. (beiseite: HF hat in einem Film das Outfit eines Schlotfegers benutzt: Straight Shooter nähert sich seinen Opfern als Kaminkehrer verkleidet)

Beide Großväter hatten mit Kohle zu tun, der eine vor der Verbrennung, der andere danach. Beider Arbeit hatte mit rauf und runterkletterei zu tun, der Kaminkehrermeister auf Dächern, die Berggraten und Gipfeln (am Kamin) vergleichbar sind, der andere im Berg.
Ohne dieses Wissen oder explizites Erinnern wählte ich Klettern als meine Sportart. Rauf und runter sowieso, Berg, Gipfel und beim Klettern gibt es eine Formation – deren Beklettern ist eines meiner besonders gut beherrschten Kletterstile: Kaminklettern…

9.6.2008

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Filmszenen I … Du wirst das Kind lieben – und dann kriegen wir noch vier dazu…! in: Marlene. Teil D. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier, 1999-2000


Teaser Film Marlene. Heino Ferch - Carl von Seidlitz. 1999- 2000

Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

… Du wirst das Kind lieben- und dann kriegen wir noch vier dazu! – Ja, so wird es sein! in: Marlene Teil D. Heino Ferch – Carl von Seidlitz. Regie: Joseph Vilsmaier, 1999-2000

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1930.

Nacht. Ein Straßenabschnitt in der Stadt. Ein luxuriöses Mercedes-Cabrio rollt heran, das Verdeck offen. Carl sitzt am Steuer, Marlene neben ihm.

Schnitt.

Die beiden direkt vor uns, durch die Frontscheibe des Wagens. Marlene hat ihren Kopf gegen Carls Schulter gelehnt, sie schlummert. Ihre Augen sind geschlossen.

Als der Wagen anhält, erwacht Marlene von dem kleinen Ruck, den die Bremsung verursachte.

Einen Augenblick lang scheint sie nicht zu wissen, wo sie ist, dann doch: sie ist in einer Abschiedsituation.

Marlene Dietrich und Carl Seidlitz (Katja Flint und Heino Ferch)

Bildquelle und Bildrechte bei perathon Filmproduktionsgesellschaft

Der Mann, dessen Wärme sie gerade noch fühlt, dessen Duft sie noch einatmet, wird bald aus ihrem Leben verschwunden sein.

Sie hebt den Kopf und blickt Carl an, - als wolle sie sich seine Gegenwart einprägen – für Zeiten, da nur ihre Erinnerung Carl herbeirufen wird.

Carl fühlt ihren Blick und erwidert ihn. Er, nein, beide scheinen genau zu wissen, dass das ein Auseinandergehen auf unbestimmte Zeit, vielleicht für sehr lange – oder immer – ist.

Jetzt wenden sie sich voneinander ab. Sie öffnendie Türen des Automobils, wollen der Melancholie nicht erlauben, Platz zu greifen.

Carl steigt aus und hält Marlene den Wagenschlag.

Sie stehen vor der Eingangstür des herrschaftlichen Stadt-Mietshauses, in dem Marlene mit ihrer Familie eine weitläufige Wohnung hat.

Marlene und Carl halten sich an einer Hand, mit der Geste eines begonnen und dann vergessenen Handkusses. Jetzt ist die Geste ein Einander-Festhalten.

Marlene:

Wie geht es denn nun weiter mit uns?

Carl:

Du sagst es mir.

Marlene geht einen Schritt, wendet sich wieder zu Carl. Er hält ihre Hand immer noch ganz leicht in seiner, er muss den Arm strecken, lässt jedoch nicht los. Es sieht aus, als wolle er sie bei sich behalten.

Marlene:

Du hälst mich zurück,

- du zwingst mich, hier zu bleiben.

Es gibt einen Skandal, ich werde geschieden,

Wir heiraten!

Schnitt auf Carl. Er lacht, wie man über eine glückliche, aber ferne Vision lächelt.

Marlene:

Du wirst das Kind lieben, – wie Dein eigenes!

Carl sieht Marlene in die Augen.

Marlene:

Wir kriegen noch vier dazu.

Carl lacht amüsiert auf über der Größe der Vision.

Marlene, wohlgelaunt, warm:

..und dann werden wir gemeinsam alt.

…auf dem Helenenhof.

Sie sieht ihn an. Ihr Gesicht leuchtet noch.

Schnitt auf Carl. Sein Lächeln spiegelt Marlenes Leuchten.

Dann, nach einer kleinen Pause, in der wir fühlen, dass Carl sich noch einen Augenblick lang den schönen Traum erlaubt, einen letzten winzigen Augenblick lang, bevor die letzten Worte gesprochen, die letzten Berührungen gefühlt, die letzten Blicke getauscht sind.

Er sagt:

Ja. So wird es sein.

Marlene bestätigt:

Ja.

So wird es sein.

Wir blicken Marlene ins Gesicht, dann Carl. Die Fröhlichkeit tritt ab.

Traurigkeit färbt ihre Augen dunkel.

Alles was jetzt zu sagen wäre, bleibt unausgesprochen.

Traurigkeit ist maßlos.

Welche Worte also?

Carl flüstert ihr ein

Na, geh schon!

zu, es sieht aus wie ein kleiner Kuss.

Marlene:

Erst Du.

Wir sehen Marlene ins Gesicht. Carl gibt ihr den Good bye kiss. Marlene schließt die Augen.

Als Carl schon wieder am Wagen ist:

Versprich mir, dass Du auf mich wartest, Carl.

Carl, leise:

Immer.

Schnitt.

Zeitsprung: 1937 – also ganze sieben Jahre später – in Salzburg.

1999-2000 Heino Ferch (im Alter von 36) – Carl von Seidlitz, Marlene Dietrich´s geheimer Geliebter, Katja Flint – Marlene Dietrich; Herbert Knaupp – Rudi Sieber, Marlene´s Ehemann; Christiane Paul – Tammy, das Kindermädchen, Theresa Vilsmaier – Maria Sieber, die Tochter

Kommentar:

Die Figur des geheimen Liebhabers Carl Seidlitz könnte eventuell in einzelnen Zügen den französischen Schauspieler Jean Gabin andeuten, der Marlene Dietrich lange Zeit ein guter Freund war. Jean Gabin trug oft fast schon als Markenzeichen eine Schiebermütze , wie Carl hier.

Jean Gabin / Heino Ferch als Carl von Seidlitz

Bildquelle und Bildrechte Bild aus “Marlene” bei perathon


Interview Katja Flint zur Rolle der Dietrich auf kinoweb.de
Jean Gabin in der Wikipedia

9.6.2008