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Filmszenen I …ausgerechnet der ehrbare Tyberg!…in: Der Tod kam als Freund Teil 3A. Heino Ferch – Ferdinand Korten, jung. Regie: Nico Hofmann, 1990-91

4. März 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film Der Tod kam als Freund. Regie: Nico Hofmann 1990-91

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

…ausgerechnet der ehrbare Tyberg!…in: Der Tod kam als Freund .

Teil 3A. Heino Ferch – Ferdinand Korten, jung. Regie: Nico Hofmann, 1990-1991


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Neunzehnhundertachtziger Jahre.


Aufräumarbeiten nach der Explosion im Labor der RCW, der RheinChemieWerke.


Selb, der den alten Schmalz zu kennen glaubte, hat seinen Erinnerungspunkt wiedergefunden. Selb zu Korten:


Schmalz war der Mann, den Du vor ´zig Jahren aus dem Rhein gefischt hast.


Selb blickt Schmalz hinterher, sieht seine Beine, das rechte scheint eine Unterschenkelprothese zu sein – Überblendung in Schwarzweiß.

Frühe Dreissiger, Beginn des Dritten Reiches. Szene im Lokal.

Die Beine verwandeln sich in Stiefel, darüber Breeches – Uniform.


Ein Lokal, brechend voll.


Der Uniformierte, ein Angehöriger der Waffen-SS, nähert sich einem Tisch.

An ihm sitzt Ferdinand Korten (Heino Ferch).


Die Uniform zu Korten:

Ich hab´ was Neues für Sie.

Wir sehen, dass Korten und der SS-Mann offensichtlich Termine abstimmen.

Wir hören:

Mittwoch, halb zwölf.

Der junge Selb (Sebastian Koch) kommt herein, Anzug, Borsalino. Er legt den Hut ab, überprüft sein Outfit um Spiegel. Aktentasche unter dem Arm, korrekt.


Wir sehen Selbs junges glattes Gesicht mit den weichen Lippen, den fast durchscheinenden Schläfen, dem Brillantineglanz im schwarzen Haar und den ebenmäßigen Gesichtszügen eines jungen Dichters Proust´ scher Sensibilität; – der junge Selb: Eine „Liebe von Swann“ – Schönheit.


Gerhard Selb als junger Staatsanwalt (Sebastian Koch) Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Selb blickt sich nach Korten um.


Ferdinand Korten und der SS-Mann (Heino Ferch; N.N.)

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Der Uniformierte ist unter Spannung. Er lauert nach dem Hereingekommenen.


Selb entdeckt den SS-Mann bei Korten, scheint überrascht. Unangenehm überrascht.

Jetzt sieht auch Korten seinen Freund, erschrickt. Die Papiere werden schnell weggefaltet, der Uniformierte salutiert gegen Korten und beeilt sich, das Weite zu finden.


Selb blickt dem Uniformierten verständnislos hinterher.


Korten grüßt betont jovial mit Handschlag.

Du bist ja überpünktlich, Selb.

Seine Freundlichkeit hat etwas Verlogenes, eigenartig Schmieriges. Er reibt die Handflächen aneinander, eine Reinwasch-Geste.

Während er Selb anlächelt

Was darf ich Dir bestellen?…

Sein Lächeln versteckt etwas.


Gerdhard Selb als junger Staatsanwalt (Sebastian Koch) Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF


Selb antwortet nicht. Er hat bereits vorhin im Stehen bestellt.

Statt dessen, zu Korten:

Was hast Du denn mit der SS zu schaffen?

Kortens schmieriges Lächeln vereist, er nimmt die Hände auseinander, dreht sich weg, winkt einen Zeitungsjungen herbei, entfaltet die gekaufte Zeitung.


Selb hat Papiere aus seiner Aktentasche entnommen.


Ferdinand Korten (Heino Ferch) Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Korten liest die Schlagzeile.


Rhein-Chemie-Werke:

Direktor Tyberg wegen Spionage angeklagt.

Erschrocken:

Wenn es nicht der gute alte Tyberg wär`, könnt ich Dir direkt gratulieren. Dein erster Fall als Staatsanwalt und Du kommst groß raus.

Selb nimmt das Blatt – und liest.

Korten hat die Arme am Tisch aufgestützt. Knetet seine Hände.

Aber ausgerechnet der ehrbare Tyberg. Konntet ihr Euch keinen anderen suchen?

Selb schaut auf , nur seine Augen sind im Licht.


Kortens Jungmännergesicht, mit den hochrasierten Schläfen, den rolligen Haaren, den runden Augen, dem weichen Kindermund und dem offenen Blick wirkt mit einem Mal ganz unschuldig, naiv unschuldig. Wirklich ohne Tadel.

Mit meiner Hilfe…

er blickt in die Zeitung auf Tybergs Foto.

…beim Prozess kannst Du nicht rechnen. Wenn ich an die Nacht- und Nebelaktion im Labor denke…

Er nimmt einen Schluck Wasser, schüttelt leicht den Kopf, ein innerliches Nein.

Korten:

Der Mann wird einen fairen Prozess bekommen. Dann wird sich herausstellen – leichte Triumphmine – ob er wirklich so ehrbar und unschuldig ist, wie Du tust.


Ende Rückblende.


Die Umstände stellen die Freunde Gerhard Selb und Ferdinand Korten auf entgegen gesetzten Seiten auf.


Korten ist Laborassistent bei Tyberg und Selb ist jetzt Staatsanwalt.

Selb ist zur Staatstreue verpflichtet, Korten zur Treue seinem Vorgesetzten gegenüber.

Hält ihre Freundschaft das aus?


– Stay tuned!

1990-91 Heino Ferch (im Alter von 27 Jahren) – Ferdinand Korten, jung; Sebastian Koch – Gerd Selb, jung.

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Kommentar 1:


..was wir sehr interessant finden, ist, dass Ferch und Koch in einem späteren Projekt noch einmal exakt in derselben Problematik aufeinander treffen.


Hier, 1990: zwei Freunde, deren Solidarität durch externe Einflüsse einer Haltbarkeitsprobe ausgesetzt ist. Dort: dito. „Dort“ ist: Der Tunnel, 2000. Szene Harry (Heino Ferch) und sein bester Freund Matthis Hiller (Sebastian Koch) Streit- und Versöhnungsgespräch in der Küche.

Hier, in Tod kam als Freund wird die Freundschaft nicht standhalten, im „zweiten Versuch“ gelingt die Versöhnung, triumphiert die Freundschaft über die Umstände.

Ein zweimaliges Aufeinandertreffen zweier Darsteller in derselben Problematik s.a. Heino Ferch und Moritz Bleibtreu in Lola rennt und in Vom Suchen und Finden der Liebe. (Macht-Ohnmacht) ähnliche Auflösung:


Die Übermacht Ronnie bedroht den Abhängigen (Manni) mit tödlicher Sicherheit, der Übermächtige Hermes beherrscht, aber tröstet auch den Abhängigen (Mimi Nachtigall).

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Nachtrag Thema Amazonen zum Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja (siehe grüner Text)->

27.12.2007

Kategorien: Der Tod kam als Freund
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Filmszenen I „… Jetzt setz ´an, setz´ an!!…“ in: Der Tod kam als Freund. Teil 2A. Regie: Nico Hofmann 1990-91. Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten, jung; Sebastian Koch – Selb, jung. Kamera: Gernot Roll. Regie: Nico Hofmann 1990-91

4. März 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film Der Tod kam als Freund R. N. Hofmann 1990-91 Heino Ferch - Korten. jung

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

„… Jetzt setz ´an, setz´ an!!…“ – Der Boxkampf. in: Der Tod kam als Freund. Teil 2A. Regie: Nico Hofmann 1990-91. Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten, jung; Sebastian Koch – Selb, jung. Kamera: Gernot Roll. Regie: Nico Hofmann 1990-91

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Der Boxkampf

Neunzehnhundertachtziger Jahre.

Der Privatdetektiv Gerd Selb findet den Computer-Hacker recht schnell, es ist Peter Mischkey vom Regionalen Rechenzentrum.

Was Selb nicht sehr gefällt, ist, dass Mischkey der Freund von Judith Buchendorff, der smarten Sekretärin seines alten Studienkameraden und Corpsbruders Korten ist.

Selb hatte sich in Judith schon ein wenig verguckt. Er meldet Korten pflichtgemäß Vollzug. Judith ist dabei, nicht lange. Sie verlässt entsetzt den Raum.

Bei ihr kann Selb nach diesem, wie sie meinen muss, Verrat jetzt nicht mehr punkten.

Dr. Korten und Selb sind allein.

Selb zu Korten:

Tu´mir ´n Gefall´n und geh´nicht zu hart mit ihm um!

Dr. Korten:

Du hast schon wieder Deine Skrupel, mein lieber Selb!

Selb, ärgerlich, drohend:

Könntest Du mir noch ´n Gefall´n tun und aufhör´n , mich „lieber Selb“ zu nenn´?

Beide dicht voreinander.

Korten:

Versteh´ mich nicht falsch – aber ich schätze Dich, so wie Du bist…

Selbs Blick weicht ab, er starrt vor sich hin, eine Erinnerung gewinnt Gegenwart…..

Rückblende in Schwarzweiß, ein knappes halbes Jahrhundert zurück, dreissiger Jahre.

Blick von der Galerie hinunter zum Boxring

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Totale.

Wir blicken von einer Galerie die den Raum umläuft, hinunter zu einem Boxring.

Wir sind nicht die einzigen Zuschauer. Zwei, drei andere sitzen hier oben und beobachten die Vorgänge unten.

Wir sind offensichtlich in einem Trainings-Saal, unten einige junge Männer, alle in der gleichgeschalteten Napola-Trainingskleidung, weiße ärmellose Feinripp-Hemden mit dem Rautensymbol auf der Brust, schwarze Boxer-Kurzhosen. (Nein, nicht Shorts. Das Wort gab es noch nicht.)

Wir können am hell erleuchteten Boxring vorbei im hinteren Teil des Saales Trainingsgeräte erkennen, Boxbirnen, Gewichte, Sandsäcke …

Auf unserer Augenhöhe an der gegenüber liegenden Wand ein Spruchband: Hak en kr euz, dann: Die Einheit des Volkes ist immer das höchste Gut.

Im Ring findet ein Trainingskampf – ohne Kopfschutz- statt.

Schnitt zum den Rand des Ringpodests: der junge Korten (Heino Ferch).

Ärmelloses Trainingshemd, Handtuch um den Nacken, verschwitzt, er war wohl selbst gerade im Ring gewesen.

Offensichtlich trainiert er einen der beiden Kämpfer.

Der Kampf ist schnell, auf Vollkontakt.

Korten ist erregt, reagiert blitzartig auf jede schnelle Bewegung im Ring, schreit seinem Trainee zu:

Ja! Ja noch mal! Rechte! Jawoll!. ..arbeiten

Korten trainiert seinen Corpsbruder Gerd Selb .Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Jetzt setz´an, setz´an! Jawoll, gut, jetzt hast Du ihn! Komm` schlag zu!

Wir hören die Schläge. Schnitt auf die Kämpfer.

Der Trainierte nah. Es ist Selb (Sebastian Koch).

Der Kampf ist in der Entscheidungsphase.

Selb und sein Gegner im RingBildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Selb ist der effektiv Aggressivere, er tänzelt, duckt ab, landet eine rechte Gerade, der Gegner deckt beidhändig, kann aber Selb nicht mehr auf Halbdistanz halten, hat keine Zeit für einen Gegentreffer.

Selb hat überfallartig eine Kombination angesetzt, ist jetzt nah genug für einen Aufwärtshaken.

Aus dem Off Korten:

Jetz´ mach´ ihn fertig!

Selb´s Überlegenheit im Ring ist offensichtlich, er beherrscht den Kampf, jetzt landet er zwei Uppercuts, die den Gegner rückwärts in die Seile schicken.

Halbnah. Wir sehen Selb und seinen Gegner.

Selb bewegt sich auf einmal nicht mehr.

Er hat die Deckung beidseitig heruntergenommen.

Der Gegner hängt rückwärts in den Seilen.

Aus dem Off Korten:

Los! Du hast ihn, da kommt nichts mehr! Schlag zu Selb, los, mach´ihn fertig! Schlag zu!!

Selb hält im Schlag inne.

Korten:

Schlag zu!!! Los!!!!

Selb weicht einen Schritt rückwärts.

Korten treibt mit anhaltender Energie weiter:

Selb!! Los!!!

Selb (Sebastian Koch) erschrickt Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Close up Selb. Er blickt den Gegner mit offenem Mund irgendwie erschrocken an.

Mach´ihn fertig!!! hören wir.

Kortens Schreie erreichen Selb nicht mehr.

Selb! Los, schlag zu!!! Der is fertig´, komm!!!!

Der Gegner erholt sich, steht wieder.

Korten:

Mach´ ihn fertig, der is´ fertig´ – komm!!

Der Gegner ist kampfbereit.

Korten:

Achtung! Deckung!

Der Gegner schlägt zu.

Selb deckt sich, kontert noch einmal kurz, findet aber nicht mehr zu seinem Kampfeswillen zurück.

Schnitt auf Korten.

Der ist immer noch voll dabei, Schnell, ganz und gar bei Selb:

Achtung, Deckung, Deckung, von den Seilen weg!

Schnitt.

Selb kommt nicht mehr. Er will nicht mehr zuschlagen.

Der Gegner nutzt seine Chance.

Selb deckt nur noch.

Kortens Schlag zu! nützt nichts. Selbs Wille ist zusammengebrochen.

Komm, Selb!! – Korten ist extrem erregt, schlägt wütend mit der flachen Hand auf den Ringboden.

Korten (Heino Ferch ) feuert Selb (Sebastian Koch) an Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Haaaach.- Mann.

Er schüttelt den Kopf, blickt weg.

Er kann überhaupt nicht verstehen, was mit seinem Freund los ist.

Er schüttelt noch einmal missbilligend den Kopf und blickt ärgerlich zu Selb hoch.

Ende Rückblende.

Ende Teil 2A

1990-91 Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten jung (als Student), Sebastian Koch – Gerhard Selb jung (als Student), Martin Benrath + -Dr. Selb alt (1991 als Privatdetektiv) , Werner Kreindl + – Dr. Korten alt (1991 als Vorstandsvorsitzender der RCW) , Hannelore Elsner – Judith Buchendorff . Kamera: Andreas Hofer und Gernot Roll.

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Kampfgefährten (2005 offensichtlich in Erinnerung an 1990)->

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offtopic

O-Ton Heino Ferch 2007

Max Raabe bei Thorsten Otto: Heino Ferch Überraschungsgast am Telefon ab Minute 25 ->

YouTube: HF Lohmeyer und Max Raabe: Eine Frau, die wirklich nur mir allein gehört..->

YouTube: HF Lohmeyer und Max Raabe: Ein Freund, ein guter Freund->->

HF O-Ton 2007 – so hört der Mann sich an, wenn er niemand anderen darstellt und nicht über sich selbst bzw. sein aktuelles Projekt redet

4.12.2007

Kategorien: Der Tod kam als Freund
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Filmszenen I „.. Warum hast Du denn nicht zugeschlagen!….“ in: Der Tod kam als Freund. Teil 2B. Regie: Nico Hofmann 1990-91. Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten, jung;

4. März 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film Der Tod kam als Freund R. N. Hofmann 1990-91 Heino Ferch - Korten. jung

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

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Filmszenen I „.. Warum hast Du denn nicht zugeschlagen!….“ in: Der Tod kam als Freund. Teil 2B. Regie: Nico Hofmann 1990-91. Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten, jung;

Ende der Rückblende.

Gegenwart. Selb ist in sich versunken.

Dr. Korten:

Keine Angst, Selb, wir werden uns den Herren vom Regionalen Rechenzentrum auf friedliche Weise einigen. Das wird für beide Seiten nur Vorteile bringen.

Selb geht.

Korten blickt ihm nach.

Die Szene

Rückblende. Dreissiger Jahre. Der Box-Saal. Umkleidebereich. Spinde zu beiden Seiten, an der Rückwand numerierte Regalfächer.

Korten etwas später, nach dem Kampf. Er spült sich den Mund aus, nimmt einen Schluck aus einem Wasserglas. Er war wohl selbst gerade dran, er atmet noch heftig, ist schweißnass.

Korten geht auf Selb zu. Selb sitzt auf der Bank, mit gesenktem Kopf.

Korten:

Ich versteh´das nich´… wie kann man… Warum hast Du denn nicht zugeschlagen!

Du bist ihm doch technisch weit überlegen!

Wieder schüttelt er missbilligend den Kopf.

Pause. Von Selb kommt nichts.

Korten beginnt zu lächeln, beinahe süffisant.

…Du hast einfach zu viele Skrupel, Selb. Du musst endlich lernen, richtig zuzuschlagen. Der war doch schon fix und fertig.

Selb, düster:

Weißt Du, dann isses ja gut.

Er hebt das Gesicht zu Korten. Wütend, ärgerlich:

Selb nach dem Kampf

Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

Mir liegt an einem fairen Kampf.

Korten steht jetzt dicht vor Selb. Lächelt auf ihn herab.

Weißt Du, wie man so was nennt?

Selb, immer noch ärgerlich, von unten herauf: Wie?

Korten wirft den Kopf in eine überlegene Nickbewegung:

Feige!

Er reizt Selb mit kleinen gewatschten Schlägen ins Gesicht, immer wieder.

Selb versucht zuerst, sich noch weiter zurück zu ziehen, lässt sich die Schikane gefallen…

Hör auf !

Flatsch! Korten hat Selb jetzt auch noch den Inhalt des Wasserglases schwungvoll ins Gesicht gespritzt. Jetzt jedoch nicht zur Abkühlung, sondern, um ihn aufzustacheln.

Klappt.

Selb wirft sich augenblicklich auf Korten, wir hören, wie das Glas am Boden zerbirst.

Die Beiden ringen miteinander.

Drücken und Gegendrücken. Selb ist größer als Korten, er schlägt Korten in die Rippen, kurz danach mehrmals in den Magen. Er wirft Korten gegen die Wand, hat ihn oben am Hemd gepackt. Korten erstarrt, hebt blitzartig beide Hände zu einer „Ich gebe auf“ Geste.

Korten ergibt sich Bildquelle und Bildrechte arte/ZDF

In Kortens Augen lauert Angst, Selb war wirklich einen Moment lang außer Kontrolle.

Plötzlich lacht Korten, nimmt Selbs Hand freundschaftlich von der eigenen Schulter und –

Drückt ihn an sich, befreit, bewegt. Er hält Selb, Kopf an Kopf, wie einen Bruder, einen Freund, dem nichts zustoßen soll.

Korten wirkt wie jemand, der erleichtert ist, einen Menschen, an dem ihm liegt, gerade von der Kante, vor dem Versinken, zurück gerissen zu haben. Als wäre er froh, seinen Freund Selb wieder bei sich zu haben, lebendig.

Korten konnte den erlahmten Kampfeswillen seines Freundes nicht ertragen. Ihn zu reizen, bis er überkocht, hieß für ihn, Korten, Selb zurückzuholen auf den sicheren Grund und Boden des „ich will!“.

Korten hatte wohl große Sorge gehabt, dass der Freund wegdriftet, untergeht im Nichts-Wollen.

Untergeht, wie der Verzweifelte, den er, Korten, dann aus dem Fluß gerettet hatte.

1990-91 Heino Ferch (im Alter von 27) – Korten jung (als Student), Sebastian Koch – Gerhard Selb jung (als Student), Martin Benrath + -Dr. Selb alt (1991 als Privatdetektiv) , Werner Kreindl + – Dr. Korten alt (1991 als Vorstandsvorsitzender der RCW) , Hannelore Elsner – Judith Buchendorff . Kamera: Andreas Hofer und Gernot Roll.

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Kommentar:

(s.a. Auf ewig und einen Tag. Szene am Taxistand unter der Brücke, als Jan Ottmann Gregor Luckner wieder findet. Sie schreien, kämpfen, – dann endlich bricht die große Erleichterung bei Jan durch, dass er den Freund wieder bei sich hat, dass Gregor nicht untergegangen ist. Er holt Gregor in eine Umarmung, Kopf an Kopf. Er weint. )

(s.a. die sich aufschaukelnde Reizerei, gegen einen unwillig Passiven, die in dem Ruf „Hör auf!“ kulminiert, im Anschluß dessen primäre Haltung umdreht.:
S.a. Die Mauer – Berlin 61, Kuhlkes Frau zerrt im Schlafsaal Marienfelde immer mehr an Kuhlke, um ihn zu aktivieren, vom Lager aufzustehen. Die Schikane endet in dem Ruf Kuhlkes Hör auf! Dann gibt er nach, steht auf.)

s.a. J.D. Salinger: Der Fänger im Roggen. Der Ich-Erzähler läuft durch ein Roggenfeld, das am Abgrund gebaut ist. Er muss die Kinder, die in diesem Feld Fangen spielen, vor dem Sturz in den Abgrund bewahren. So Korten für Selb.

- – -4.12.2007

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