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Filmszenen I …hat er Sie vergewaltigt…? in: Der Anwalt und sein Gast. Teil 9. Regie: Torsten C. Fischer 2002-2003

7. März 2009 · Kommentar schreiben

Teaser Film Der Anwalt und sein Gast. Heino Ferch - Christian Weller

Bildquelle und Bildrechte: ZDF/Hager Moss Film

….hat er Sie vergewaltigt…? in: Der Anwalt und sein Gast. Teil 9. Regie: Torsten C. Fischer 2002-2003

Die Szene.

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Herbst. Kalt.

Nah ein Laub-Rechen.

Jemand nimmt Herbstlaub zusammen.

Wellers Wagen.

Schnitt.

Wir im Wagen mit Weller. Wir blicken umher. Weller fährt rasch in die kurze Garagenauffahrt ein.


Stoppt. Vor dem Garagentor die Frau. Sie hält den Laubrechen in der Hand. Verwundert. Versucht zu verstehen. Ein fremdes Auto direkt vor ihr, vor dem Garagentor.

Sie steht nur einen Schritt vom Auto entfernt.

Schnitt.

Wir blicken auf die Seitenfenster des Wagens. Äste spiegeln sich darin, Herbsthimmel.

Die Tür geht auf. Weller steigt aus. Er trägt noch den Winteranorak von vorhin. Keine Begrüßung. Keine Höflichkeitsfloskeln. Weller sofort zu der Frau:

Hat er sie vergewaltigt?

Die Frau weicht zwei Schritte zurück.

Weller drängt nach.

Die Frau ergreift die Flucht. Sie eilt die Treppen zum Hauseingang hoch.

Weller geht ihr nach, zwei drei Schritte.

Sieht die Haustür zuknallen. Die Frau ist verschwunden. Sie hat sich einer Antwort entzogen.

Wir stehen hinter Weller und blicken mit ihm auf die Haustür aus dunklem Metall. Verschlossen, undurchdringbar.


Hier kommt Weller nicht weiter.

Die Haustür flankiert ein Metallgeländer. Es grenzt den Eingangsbereich gegen den Garten ab.

Weller beugt sich darüber, versucht, um die Ecke zu sehen. Setzt sofort über das Geländer.

Er läuft an der weissen Klinkersteinfassade mit den schwarzen Mörtelfugen entlang. Wir begleiten ihn diesseits des Gebüsches, blicken durch Äste und Blattvorhänge der Stauden.

Wir eilen neben Weller her, immer diesseits der Büsche. Weller erreicht die Hausecke.

Ein Jägerzaun, ein Gartentor.


Weller drückt es auf. Die Frau ist hinter dem Haus. Mit gelben Gum  mih  andsc  huhen hantiert sie, trägt einen Plastiksack voll welker Blätter.

Weller fragt sofort noch einmal:

Hat er sie vergewaltigt?

Eilt auf die Frau zu. Die stellt den Laubsack auf den Boden. Versucht, wegzukommen.

Weller schreit jetzt:

Hat er Sie vergewaltigt?


Seine Energie schießt auf die Frau zu, er drängt auf sie zu.

Die Frau:

Hören Sie auf damit.

Weller hört nicht auf. Sofort, er schreit laut, die Frage, noch einmal und noch einmal, unausweichbar:

Hat er sie vergewaltigt?

Seine Augen, sein Mund, weit offen, unbedingter Wille, unbedingt, er wird weitermachen:

Hat er sie vergewaltigt?

Hat er sie vergewaltigt?

Die Frau beginnt zu rennen, wegzurennen. An der Treppe hat die Frage sie so umhüllt, dass nur eine Reaktion, eine Antwort, Wellers Willen zum Stillstand bringen kann.

Sie fällt ihm ins Wort,

Ja, ja,


…sie weint.

Ja, er hat mich vergewaltigt.

Ihr Ja stoppt ihn. Sie weint stärker.

Weller schließt den Mund, lässt nach, weicht einen Schritt zurück, stellt den Energiestrom in ihre Richtung ein.

Totale.

Ein krudes kaltes Haus.


Auf der Treppe eine Frau.


Weint.

Am Fuß der Treppe ein Mann.

Er steht da.

Kein Zweifel mehr.

Jetzt weiss er es.

2002 – 2003 Heino Ferch (im Alter von 39) – Anwalt Christian Weller.

Die blauen Fenster Hartmut Radebold->

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Filmszenen I „…always and forever – you and me….“ in: Der Anwalt und sein Gast Teil 8a. Porträt Christian Weller ( Heino Ferch ) 2002-2003

17. Februar 2009 · Kommentar schreiben


„…always and forever – you and me….“ in: Der Anwalt und sein Gast Teil 8a. Porträt Christian Weller ( Heino Ferch ) Regie: Thorsten C. Fischer, 2002-2003

Bildquelle und Bildrechte: ZDF/Hager Moss Film

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Vor der Szene:

Christian nächtigte nach der Vertreibung aus seinem Haus in der Kanzlei. Foto Christian Weller

Karmann rief ihn dort an. Er begann sofort, das Rilke-Herbstgedicht vorzutragen, von dem wir die Teile hören:

…wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…

..wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben…

Karmanns Stimme klang so, als wäre er in einem psychischen Ausnahmezustand, unberechenbar, gefährlich, atemlos.

Als Christian nach dem Anruf die Taste „letzter Anruf“ drückt, muss er sehen, dass Karmann ihn von seiner eigenen Villa aus angerufen hatte.

In großer Sorge um Frau und Kind fährt Christian zu seinem Anwesen.

Seine Befürchtungen bewahrheiten sich nicht.

Karmann hat sich freiwillig entschlossen, zu gehen.

Er hinterläßt Katja einen Dankes- und Abschiedsbrief.

Katja weiß jetzt, dass Karmann nicht mehr zurückkehren wird.

Die Szene.

„..always and forever…you and me…..“

Stunden sind vergangen.

Schwache erste Dämmerung.

Christian steht am Fenster des Wohnzimmers.

Wir sehen ihn, wie er bewegungslos nach draußen blickt, auf die Frauenstatue im Garten, eine lebensgroße Figur, statisch, ernst und dunkel.

Schnitt auf Katja.

Wir sehen aus dem Garten zu ihr hinauf. Sie steht am Fenster des Schlafraumes. Die Ähnlichkeit ihrer Gestalt mit der der dunklen Statue ist offenbar.

Sie blickt hinaus in die Weite, in die Ferne, ist erstarrt traurig.

Schnitt.

Später. Morgendämmerung.

Christian hatte sich in einen der würfelförmigen schwarzen Ledersessel niedergelassen und war eingeschlafen.

Wir sehen sein Profil über die Kontur des Sessels hinausragen, hören den regelmäßigen Atem eines Schlafenden.

Es ist kein vollständiger Mensch, den die Kamera uns zeigt.

Wir sehen nur Rudimente, die Kamera blickt kühl und distanziert auf dieses Leben – wie auf ein Objekt.

Katja betritt das Wohnzimmer.

Sie bleibt an der Tür stehen und sieht intensiv ihren Gatten an.

Christians Unterbewusstsein fühlt, dass er nicht mehr allein im Raum ist. Er wacht auf.

Totale. Ganzer Wohnraum.

Dort hinten ist ein Mann unbequem in einem schwarzen Sessel hintenüber gesunken, er ist im Mantel. Sein Kopf liegt auf der Kante der Lehne auf.

Aus der kompakten Silhouette des Sessels ragen zwei Beine heraus. Der Sessel ist so hoch, dass die Füße keinen richtigen Bodenkontakt haben.

Die Beine lassen uns irgendwie erschrecken.

Sie hängen wie leblos, einwärts gedreht, ohne Kraft, so, wie die Beine eines alten Mannes aussehen würden.

Wir sehen nicht mehr Christian Weller, nicht unseren Anwalt, den kühlen klaren souveränen Denker, den überaus eleganten Mann, kein Individuum.

Da liegt nicht viel mehr als ein schwarzgrauer Haufen, – der sich jetzt schwerfällig langsam ein wenig bewegt.

Christian erwacht, richtet sich auf.

Dies geschieht in so kleinen Schritten, dass wir beinahe fürchten, der Mann im Sessel wird nicht die Kraft haben, sich vollständig zu erheben.

Er wirkt alt, uralt, bleiern, schwach, schwer.

Wir sehen seine Arme nicht. Er benutzt seine Arme, seine Hände nicht, um sich aufzurichten. Vielleicht hat er sie in den Manteltaschen, wir wissen es nicht.

Er wirkt, als wäre er irgendwie versehrt. Wenn wir ihn nicht kennen würden, müssten wir denken, da sitzt ein körperlich behinderter Mann.

Very Close up auf Christians Gesicht.

Er blickt zu seiner Frau hinüber. Sein Gesichtsausdruck ist  bitter, verbittert, angespannt, zerfurcht.

Er wartet, sieht seine Frau unverwandt an,…

…eine Sekunde,               zwei Sekunden,                    drei Sekunden….

Nichts bewegt sich.

Eine Folge hallender Schläge im Hintergrund lässt uns unwillkürlich mitzählen, wie wir die Schläge einer Kirchturmuhr mitzählen würden.

Der Mann wartet auf ein Zeichen seiner Frau.

Very Close Up Katja.

Ihr Blick ist so statisch wie der seinige. Sie ist verweint, das ganze Gesicht tränennass, ihr dunkel entschlossener Blick ändert sich kein Jota.

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Kommentar Nachtrag vom 11.11.2008: Das Rilke-Gedicht „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…“ wird in „Die bleierne Zeit“ von Margarethe von Trotta zitiert. Die beiden Schwestern, Goldmarie und Pechmarie,  in der Schule, sollen es interpretieren. Goldmarie trägt es vor Pechmarie will es nicht interpretieren.

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Filmszenen I „..always and forever – you and me….“ in: Der Anwalt und sein Gast Teil 8b. 2002-2003

17. Februar 2009 · Kommentar schreiben

„..always and forever – you and me….“ in: Der Anwalt und sein Gast Teil 8b. Porträt Christian Weller ( Heino Ferch ) Regie: Thorsten C. Fischer, 2002-2003.

Bildquelle und Bildrechte: ZDF/Hager Moss Film

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Das hallende Schlagen zerhackt die Minuten, Katja blickt zu Boden, wieder zu Christian, wartet.

Zeit vergeht…

Irgendwann beginnt Christians angespannter Blick zu flackern, sinkt ab.

Die Erwartung verlischt.

Very Close Up Christian.

In diesem Gesicht scheint alle Bewegung ausgelöscht; Null-Linie.

Ein Übriges tut die Dunkelheit, die das Gesicht bedeckt, verdeckt, die Augenhöhlen bedeckt, so dass wir nur ahnen können: es gibt keinen konkreten Blick mehr.  Die Augen sind offen, blicklos, willenlos, stumpf.

Totale.

Christian erhebt sich, der Sessel knirscht leise, sonst ist es still.

Der Mantel sinkt von seinen Schultern, er steht im Hemd.

Das ist aus der Hose gezogen, derangiert, die Manschetten offen, die edlen goldenen Knöpfe verschwunden.

Wir sehen ihn von vorne bei uns   zu Katja hinten   an der Tür gehen.

Er bewegt sich schwer, langsam, unsicher wankend. Wir hören, wie sein Schritt über den Boden schleift. Im Hintergrund immer wieder der schlagend hallende Ton, Schicksals-Schläge, die die letzten Minuten abzählen.

Christian ist an Katja vorbeigegangen.

Sie hat nichts getan, nicht reagiert, keine versöhnliche Geste hat ihn aufgehalten.

Katjas Blick bleibt starr, verbittert, hart. Wir hören, wie Christian die Haustür öffnet.

Musik setzt ein. Eine Frauenstimme:

…always and forever…

…..will be…..

Katja schießt die Augen, verzagt,  trauernd.

Schnitt.     Totale.          Draussen.      Tag.

Wir sehen Christian in vollem Lauf rennen, nur in Hemd und Hose, er rennt auf sein Gartentor zu… springt auf. Als er sich aufstützt, blitzt der Ehering an seiner Rechten auf, er springt drüben ab, spurtet den Gehsteig entlang.

Schnitt. Very Close. Up auf Katja, immer noch steht sie da, traurig, tränenüberströmt.

Ein trauriges Madonnengesicht. Ratlos. Trostlos.

Zukunftslos.

Christian läuft. Er läuft in maximalem Tempo, die Straße entlang, beginnt durch die Anstrengung heftiger zu atmen.

…always and forever……… …believe me….

..singt die Stimme.

Schmerz und Anstrengung pressen ihm Tränen ab.

Christians Gesicht verzerrt sich zu einer extremen Grimasse von Weh und Leid.

Es wirkt, als wäre er nur noch Schmerz.

Das fortgesetzte Rennen, so scheint es, brennt durch seinen Leib, durch alle Muskeln.

Er rennt mit schmerzvoll aufgerissenem Mund, maximaler Kraftanstrengung, er zerrt Atem ein, dabei schließen sich seine Augen.

Sie öffnen sich nicht mehr.

Plötzlich: Aus.

Schwärze.

Er ist frontal ungebremst gegen eine übermannshohe Steinmauer gelaufen.

Die Wucht des Aufpralls schleudert ihn einen Schritt zurück, er steht noch einen Augenblick lang schwankend, bevor er plötzlich zusammmenbricht und fällt, wie ein erschossenes Tier.

….always and forever.. …you and me…..

Totale.

Wir sehen einen Mann auf der Straße liegen, seine Muskeln krampfen zitternd vor Schock und Schmerz, wir hören ihn keuchen.

Very Close up.

Der Mann zittert, wie man vom Nacken aus krampfend zittert, um unerträglichen Schmerz niederzupressen.

Sein Gesicht ist blutüberströmt, die Nase eine blutige Wunde, aus den Mundwinkeln  läuft Blut quer über die Wangen.
Blutspritzer auf dem weißen Hemd, auf der Stirn eine kopfbreite Platzwunde. Das Gesicht zittert.

Das Blut aus der Stirnwunde ist an den äußeren Augenwinkeln entlang in zwei Strömen über die Wangen hinab bis zum Kinn gelaufen. Es  scheint aus den Augen zu rinnen.

der Mann      weint                           Tränen aus           Blut

hell rotem                    He r   z bl u t

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2002 – 2003 Heino Ferch – Christian Weller,  Claudia Michelsen – Katja Weller.

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