Archiv der Kategorie: D´Artagnan und die drei Musketiere

Filmszenen I Filmkritik Die Drei Musketiere Béart Elbaz Ferch Aknine 2005

Teaser Film Die Drei Musketiere Athos - Heino Ferch Teil 2 Der Pakt

Filmkritik Die Drei Musketiere (Pierre Aknine, Vincent Elbaz, Emmanuelle Béart, Heino Ferch 2005):

Der Film ist ein farbenprächtiges Fest für´s Auge, die Kostüme wirken sorgfältig entworfen und kostbar, bis hinab zum barocken Zaumzeug der Pferde mit verschnörkelten Goldschnallen.

Auch Orignalschauplätze, v.a. in Frankreich, gotische Kirchen, Klöster, Renaissance-Schloss-Säle, das Burghley House in Stanford als Lord Buckinghams Palast, und natürlich der moderne fernöstlich-matrix-reloaded-artige Martial-Arts Stil der Kampfszenen machen den Film zusammen mit der straffen story line zu einem unterhaltsamen Zweiteiler ohne nervtötende Längen.

Die Stimmung des Filmes ist hell, frisch, weitläufig, prachtvoll, märchenhaft – nicht drückend dunkel und düster.

D´Artagnan - Vincent Elbaz

Die geheimnisvoll kühle Emmanuelle Béart und der rassige, hübsche und feingliedrige Vincent Elbaz, der wirkt, als wäre er einem Bild von Velasquez entsprungen und dessen Spiel mühelos von überschäumender Freude bis tiefer Untröstlichkeit eine große Palette von Emotionen gut nachvollziehbar abdeckt, bieten nicht nur visuelle Leckerlis für´s geneigte Publikum.

23.12.2006

Filmszenen I „..Du bist ein nichtssagender Provinzadliger, der eine Spießer- und Krämerseele hat!“ in: Die Drei Musketiere. Teil 5 Athos – Heino Ferch. FR, D, 2004-2005

Teaser Film Die Drei Musketiere. Athos - Heino Ferch

„..Du bist ein nichtssagender Provinzadliger, der eine Spießer- und Krämerseele hat!“

in: Die Drei Musketiere. Teil 5 Schluss.
Porträt Athos – Heino Ferch.

Regie: Pierre Aknine. Buch: hf Pierre Aknine nach Alexandre Dumas. Frankreich, Deutschland 2003-2004.

<-<-zurück zu Teil 4B

weiter zu Kommentare Teil 5->->

- Achtung: Spoiler!! -

Wir blicken in die Gesichter der Drei.

Pater Cortez ist überglücklich. Er lacht über´s ganze Gesicht. Auch Aramis lächelt, er freut sich für Athos.

Athos verfolgt hoch aufmerksam die allmähliche Auflösung des Dokumentes gegenseitiger Verpflichtung, dessen Kräfte ihn gegen seinen Willen und Verstand so sehr an die Gräfin gebunden hatten, dass er nicht nur seine Seelenruhe verloren – sondern sich sogar gegen seine Freunde gewandt hatte.

Athos vor und unter Lady de Winters Einfluss

Athos vor dem Pakt - Athos unter dem Spell von Mylady.

Als die Flammen den Namen der Gräfin verschlingen, schließt er die Augen – wie ein Mensch, der, tief dankbar und erleichtert nach einem Beinahe-Sturz in den Abgrund im letzten Sekundenbruchteil das Gleichgewicht wieder gefunden hat.

Schnitt.

Schloss Buckingham, gleichzeitig:

Wir sehen Mylady´s Gesicht und ihre Schulter mit dem glühenden Schlangenmal. Das Mal flammt auf, dann beginnt es von den Rändern her in sich zusammenzufallen.- Es wird immer kleiner, bis es – mit einem Hauch – völlig verschwunden ist.

Myladys Schulter ist wieder makellos.

Ihre Schuld jedoch, Verursacherin des Todes mehrer Menschen ihrer Umgebung zu sein, löst sich nicht auf. Sie bleibt bestehen und verdient Sühne. 1630 war die Strafe für Mord noch von archaischer Wucht:

Aug´ um Auge, Zahn um Zahn.

D´Artagnan schickt einen der weissen Falken zu Athos und Aramis. Er wird den beiden die Aufforderung überbringen, ins Kloster von Bitume zu eilen. Das Kloster von Bitume wird die Endstation von Myladys Lebenslauf werden.

Vor der Szene.

Im Kloster von Bitume.

Die vier Musketiere stellen Mylady im Kreuzgang des Klosters.

D´Artagnan, noch halb wahnsinnig vor Schmerz um den Tod seiner Geliebten Constance, will Mylady niederstechen.

Athos fällt ihm in den Arm, hält ihn fest, beschwört ihn:

Diese Frau muss gerichtet, nicht ermordet werden.

Schnitt.

Die Szene

Unser Blick folgt den Schritten nackter Füße. Die Kamera fährt zurück. Totale. Wir sehen: es sind die Füße von Anne de Breuil, der Comtesse de la Fére de Bragelonne.

Anfang des siebzehnten Jahrhunderts, der Hoch-Zeit der Inquisition, wurden Verdächtige, die des Paktes mit dem Teufel beschuldigt waren noch vor der Anklage ihrer standesgemäßen Bekleidung vollständig beraubt und in Büßerhemden, bodenlange Säcke aus grober Jute, gekleidet.

Wir befinden uns in einer alten, nicht mehr genutzten Kapelle des Klosters – mit Kreuzgratgewölben und bunten Glasfenstern. Efeu überwuchert Pfeiler, Balustraden und Gewölbe..

(Goof! Wir schreiben das Jahr 1630. Die Ornamentik der Kapelle zeigt Bandelwerk des Rokoko. Eine Ornamentik, die es erst seit ca. 1720 gibt. Wir sehen eine kleine gotische, ja vielleicht sogar romanische Basilika, die im 18. Jahrhundert im Stil des Rokoko modernisiert worden war. Macht nix. Is trotzdem doll schön.)

Porthos schleppt Mylady vor die Chorschranken und den Altar. Ihre Hände sind in Ketten gelegt.

Mylady bittet Porthos auf Knien um einen fairen Prozess vor einem Richter.

Porthos wendet sich ab.

D´Artagnan fragt Mylady nach ihren Motiven.

Was wolltet ihr?

Mylady: das größtmögliche Chaos hervorrufen.

Weshalb?

Porträt Mylady

Mylady: Weil Kriege aus Chaos entstehen. Aus Verwirrungen. Und kleinen privaten Streitigkeiten. Die Eifersucht des Königs auf Lord Buckingham bedeutet Krieg. Ganze Provinzen werden verhungern, viele Tausend Männer, Frauen und Kinder werden getötet.

Schnitt.

Die Vier stehen in Konfrontation mit Mylady.

Sie versucht einen letzten Schritt:

Ich warne Euch, wenn ihr mich tötet, wird man mich rächen.

Schweigt endlich! schreit Athos.

Wir blicken von oben auf die Szene herab. Als der ehemalige Graf de la Fére mit seiner Anklage beginnt, stehen wir den Musketieren gegenüber.

Athos:

Anne de Breuil, Gräfin de la Fére, Mylady de Winter !

Wir verurteilen Euch für Eure Verbrechen!

Mylady fordert erneut einen Richter.

Aber: Die Richter Myladys werden die Musketiere sein, denn sie sind die Einzigen, die Myladys Urheberschaft der Verbrechen kennen. Niemand weiss, dass sie es war, die im Pakt mit dem Teufel Tode verschuldet hat.

Athos. Aber Eure Verbrechen exisitieren.

Mylady: Dann nennt mir diese Verbrechen, statt hundert Mal dasselbe zu wiederholen wie alte verängstigte Weiber.

Die Musketiere und Mylady in der Kapelle

Aramis: Vor Gott und der Menschheit klagen wir Euch des Hochverrats an, denn Ihr habt die Würde unserer Königin verletzt.

Porthos: Wir klagen Euch des Mordes an Lord Rutherford an.

D´Artagnan: und Ihr habt einen Menschen vergiftet, die unschuldige Constance Bonacieux.

Athos tritt vor.

Und ich….. klage Euch des Kindsmordes an. Du hast mein Kind getötet.

Mylady fährt wütend auf, zerrt an ihren Ketten, will sich auf Athos werfen:

Das war mein Kind!

Athos verliert die Kontrolle. Beinahe versetzt er ihr einen Schlag. D´Artagnan kann ihn gerade noch am Arm zurückzerren.

Athos Gesicht - Er blickt Mylady an

Athos reisst sich los. Er tritt vor die Gräfin. Seine Stimme ist rau vor unterdrückter Wut.

Ich habe Dich geheiratet – obwohl meine Familie Einwände gegen Dich hatte.

Ich gab dir alles, was ich hatte.

auch meinen Namen.

Die Grafin:

Deinen Namen? Was ist denn so besonderes daran, sich Gräfin de la Fére zu nennen?

Du bist ein nichtssagender Provinzadliger, der eine Spießer- und Krämerseele hat.

Mylady´s böser Schlag in Athos Selbstwertgefühl trifft. Athos ist tief verletzt.

Er starrt Mylady an, Energie staut sich auf, seine Reaktion, sich durch einen Schlag Erleichterung zu verschaffen, ist absehbar. Gleich wird er sich vergessen.

Nein.

Er tut es nicht. Er schafft es, die fruchtlose und schmerzende Verbindung zur Gräfin zu beenden.

Wie ein Seil, das man durchschlägt, kappt er den Blickkontakt zu ihr, schließt die Augen. Augenblicklich lässt seine Spannung nach. Wir atmen auf.

Athos dreht sich weg. Tritt zurück unter die anderen Drei.

Die Musketiere stimmen ab wie ein Geschworenengericht. Vier Hände gehen hoch mit dem Votum: Sie muss sterben.

Der Scharfrichter aus dem nahen Bitume tut seine Pflicht.

Mylady stirbt durch das Beil des Henkers.

Ende des Films.

<-<-zurück zu Teil 4B

weiter zu Kommentare Teil 5->->

- – -

2004-2005 Heino Ferch (im Alter von 41) – Athos, Vincent Elbaz- D´Artagnan, Grégori Derangère -Aramis, Grégory Gadebois – Porthos, Diana Amft – Constance Bonacieux

Emmanuelle Béart …. Mylady deWinter, die ehemalige Gräfin de la Fére, Stefania Rocca …. Anne D’Autriche, die Königin von Frankreich, Tristán Ulloa – Louis XIII, der König von Frankreich, Matthew Chambers – Duke of Buckingham,
Gunther Gillian – Felton, der Chef von Lord Buckinghams Geheimpolizei

Deutsches Buch und Dialogregie: Joachim Kunzendorf

- – - (Richt-)Altar hinter der Gräfin – die Verurteilung findet in einer Kirche statt – die Gräfin wird danach ihrer Strafe zugeführt. s.a. “Hölle im Kopf” Schlussbild. “Richtaltar” hinter dem Ehemann, der das Tun seiner Frau gerade verurteilt hat. Die Frau wurde danach ihrer Strafe zugeführt.

17.12.2006

Filmszenen I D´Artagnan und die die Drei Musketiere. Kommentare Teil 5

Teaser Film Die Drei Musketiere. Athos - Heino Ferch

<-<- zurück zu Teil 5 Schluss

Genau richtig als Abendfüller für die Zeit um den Jahreswechsel:

Montag, 25. Dezember 2006

17.45-19.30 ORF1
Die drei Musketiere
Historienabenteuer, Frankreich, 2005, 95 min

Dienstag, 26. Dezember 2006

4.05-5.40 ORF1
Die drei Musketiere
Historienabenteuer, Frankreich, 2005, 95 min

30. Dezember 2006, ZDF, 22:00h bis 23:35 h. .

Für´s Fernsehen wurde der Zweiteiler auf 106 Min gekürzt. Die ganze Geschichte im DVD Regal jeder gutsortierten Buchhandlung.

Kommentar 1:

In diesem Film wird ja nun sehr viel geritten. Hin und Her und rauf und runter, nach England, nach St Germain, zum Louvre in den Wald aus dem Wald, Wolln´doch mal sehen, ob sich nicht vielleicht ein KLAVIER auch reiten läßt. Hier also ein schneller Trab im leichten Sitz auf unserer guten alten Rennsemmel Pelusa . Nee natürlich nicht- auf meinem guten neuen E-Klavier Yamaha . (Audio.mp3 ) Klavierkaraoke2.mp3

(Warnung! – Dies ist gehackte Klavierkaraoke, ein Scherz.
An der Stelle, wo es sich nach Abwurf anhört, musste ich umblättern. Ausserdem: stellte man mich vor die Wahl, ein Stück fehlerlos zu Spielen oder Sterben zu müssen, dann ist mein Tod besiegelt. Zum fehlerfreien Einüben bin ich zu ungeduldig.)

Kommentar 2:

Betrachten Sie einmal den Sternenhimmel in einer Sternklaren Nacht.

Sie werden sehen: einige Sterne steigen im Verlauf der Nacht, some stars will be rising during their course through the night, nehmen an Leuchtkraft zu, bis sie hell strahlen, so hell, dass nur noch wenige an Ihrem Nachtfirmament, sieben vielleicht, heller leuchten.

Die Leuchtkraft anderer Sterne jedoch nimmt ab.

Vor Stunden noch glitzernd und strahlend am Zenith, leuchten jetzt hundert andere Sterne heller als sie.

Kein Stern hat seines Laufs
im Abgrund je vergessen,
Gott hat ihm seine Bahn
und Dir Dein Ziel bemessen.

Daniel Czepko von Reigersfeld
Monodisticha Sapientium, 1640

Und wie steht’s mit jedem der Sterne?
Sind sie nicht verschieden,
aber mitwirkend zum selben Ziel?

Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Kommentar 3:

Du bist ein nichtssagender Provinzadliger, der eine Spießer- und Krämerseele hat!“ wirft die Gräfin ihrem Exgatten sogar noch in Ketten am Ende des Spiels nach.

So, dann wissen wir ja jetzt endlich Bescheid.

Aber: Schlummert nicht in jedem von uns eine kleine Spießer- und Krämerseele?
Schlummert nicht in vielen von uns auch „der große Wurf“?

Liegt es nicht ein bisschen an den Umgebungsparametern, was die Oberhand gewinnt, die kleine Krämerseele oder der große Geniestreich? Wieviel penible kleine Krämerseele ist nötig, um eine Sache so zu schleifen, bis sie plötzlich glatt und glänzend in der Sonne aufglitzert?

Vielleicht haben Sie es bemerkt – Der Film hat ein zweites Seitenthema: Wie entsteht Großes? Welchen Anteil hat Fleiß, hat Talent an der exzellierenden Leistung?

Kommentar 3:

..und welches Abenteuer wartet noch auf Athos und die Drei Musketiere?

Vielleicht dieses:

Als Mitglieder der Königlichen Leibgarde sind unsere Musketiere natürlich für die Sicherheit des Königs verantwortlich.

Angesichts der zunehmenden Kriegsgefahr gegen England bekommen die Vier also einen neuen Sonderauftrag.

Sie werden in die Basse-Normandie reisen, um von einigen der berühmten Gestüte dort zehn edle Schlachtrösser für den König selbst auszuwählen.

Petite-Pierre, Verwalter des Königlichen Gestüts in La Manche aber – hat ein Töchterlein,
….frisch wie neugefallener Schnee, mit Wänglein rot wie Rosenblätter und Haaren schwarz wie Ebenholz.


Nicht lange und ihr Liebreiz bezaubert auch unseren Freund Athos.

Wie die Geschichte weiter geht?

Da blättern Sie vergeblich bei Alexandre Dumas.

Das ist nämlich ein Genrewechsel – ins Märchenfach.

Eine sternklare Heilige Nacht wünscht Euch Euer Redaktionsteam – die Damen Ignaz, Dito, Glaser und Wrobel.

stay tuned!

- –

(s.a. „Du hast mein Kind getötet- Antwort Mylady: das war mein Kind“. S.a. Deutschlandlied: als Hanno die Abtreibung seines Kindes betrauert, widerspricht er Lisa, die sagt, es sei ihr Kind gewesen. Hanno: Nein, es war mein Kind. Du hast schon eines. )

(s.a. Athos: wir klagen Euch an. Eure Verbrechen existieren. S.a. Hunt for Justice Thomas Keller, Vertreter der Anklage (sinngemäß): Es muss uns nicht beschäftigen, welche Umstände ihn zur Durchführung seiner Verbrechen gebracht haben. Seine Verbrechen existieren und werden der Anklage unterworfen.)

(s.a. Altar als Richtstätte. S.a. Hölle im Kopf. Schluss-Szene. Unser Kommentar dort. Kreuzes-Zeichen und Schranke hinter Marc sehen aus wie ein Altar, eine Richtstatt.)

(s.a. der erregte Attentäter/Mörder nähert sich von hinten seinem Opfer und sticht zu. Das Opfer entpuppt sich – als Puppe in der Kleidung der Zielperson – aber der Täter ist so erregt, dass er weiter auch auf die Puppe einsticht. Identisches Handlungsschema und ähnliche Kameraführung in “Es geschah am hellichten Tag” der Mörder versucht sein Opfer Annegret von hinten zu erstechen.)

m.E ist der Autor des gesamten Textes von Constance Bonacieux nicht P.A.

<-<- zurück zu Teil 5 Schluss

17.12.2006