Filmszenen I “…things don´t happen for a reason…” Teil 1B in: Lebenszeichen – Proof of Life. Meg Ryan – Alice Bowman. Regie: T.Hackford 2000 – 01


Bildquelle: DVD Castle Rock Entertainment, Belair Entertainment, Pathé, Bildrechte: Warner Brothers.

“..things don´t happen for a reason…” Teil 1B in: Lebenszeichen – Proof of Life. Meg Ryan – Alice Bowman. Regie: Taylor Hackford 2000 – 2001

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Die Szene

Schnitt ins Guerilla-Lager.

Wir sehen wieder Eric Kessler und PeterBowman vor ihrem Lagerfeuer in der Holzhütte.

Peter hat ein Knie angezogen, einen Arm auf das Knie aufgelegt und stützt seinen Kopf. Seine Hand liegt auf seiner Stirn.

Er ist noch immer ganz gefangen in seiner schmerzvollen Erinnerung. Seine Geste wirkt, als fasse er sich in Erstaunen und Schmerz an die Stirn.

Erstaunen über das, was war, und das was jetzt ist.

Kessler, ruhig, er spielt mit einem Holzast, dessen Spitze glüht.

And now that you don´t have control?

Und jetzt, wo Du keine Kontrolle mehr hast?

Er bläst die Glut an der Spitze des Astes aus.

It´s like a faith. Once you let go – how everything becomes clear. Huh? –

Es ist wie im Glauben. Erst, wenn Du losläßt, wird alles auf einmal klar. Hm?

Peters Blick kommt aus seiner Vergangenheit nicht zurück. Er bewertet, er verurteilt sein Verhalten und seine Lebensmaßstäbe von damals, als seine berufliche Karriere sein Denkenund Handeln ganz vereinnahmt hatte.

And allthat stupid, stupid shit, I worried about. Everything that I put her through.

Der ganze alberne, alberne Scheiss, der mich so belastet hat. Alles was ich ihr zugemutet habe.

Er bedauert den Stress, die Unruhe, die Rastlosigkeit, die er seiner Frau bei der Jagd von Land zu Land, von Karrierestufe zu Karrierestufe,zugemutet hatte.

Schnitt. Überblendung auf Alice.

Alice, sie hat noch immer ihren Kopf in eine Hand gestützt, die Ähnlichkeit der Geste verbindet ihren Mann und sie, ähnlich wie beider Gedanken in diesemMoment.

It´s like since the baby I…

Seit, seit dem Baby ist es….

Sie versucht, Worte zu finden, schüttelt den Kopf, ihr Blick wandert…

…It´s like everything I´ve learned along the way somehow didn´t apply to me too.

Als würde alles, was ich einmal gelernt und begriffen habe,

auf mich nicht mehr zutreffen.

Sie fühlt ihren Worten nach, eine kleine Pause entsteht.Dann kehrt ihr Blick endlich in die Gegenwart zurück. Sie sieht Terry, lächelt:

I should have gotten the message.

Ich sollte damit endlich klarkommen.

Schnitt. Überblendung auf Peter.Seine Haltung hat sich nicht verändert.Er scheint wach zu träumen.

Peter

– I gotta get through this.

Ich muss hier durch.

Wir fühlen, wie seine Gedanken eine Richtung annehmen, ein Ziel ins Auge fassen, einen, seinen, den einzig wichtigen Wunsch im jetzt artikulieren. Er sagt:

I gotta get home.

Ich muss es nach Hause schaffen.

Schnitt . Überblendung aufAlice.

Sie denkt nach, hat die Augen niedergeschlagen, schüttelt leicht den Kopf:

Things don´t happen for a reason. They just –

Dinge passieren nicht aus irgendwelchen Gründen.

Sie sucht nach dem richtigen Ausdruck.

They just –

-happen.

Sie –

sie passieren nur so.

Sie scheint selbst nicht genau zu begreifen, warum das so ist, warum sich oft keine Begründungen finden lassen, Dinge eben einfach passieren.

Das Schicksal kennt kein Glück, kein Pech. Glück und Pech sind menschliche Begriffe, um dem nicht Begreifbaren einen Sinn abzuringen.

Pause.Alice atmet.

Wir warten.

Dann, ihre Stimme ist hell, jung,viel jünger als ihre Jahre, der Ton bricht:

My daughter is buried in Africa.

Meine Tochter ist in Afrika beerdigt.

Sie schüttelt den Kopf. Ihre Stimme spricht nicht mehr an, wir hören nur Flüstern.

Who can explain that?

Wer kann einem das erklären?

Schnitt auf Terry. Er hat gerade noch zu Boden geblickt. Jetzt hebt e den Kopf, sieht sie an, einen Moment nur. Sein Blick forscht, er siehttraurig aus. Als weine er.

Er weint nicht. Seine Trauer ist Mitgefühl. Compassio.Empathie.

Er fragt leise, sanft, etwas eigentlich fast Konventionelles.

What was her name?

Wie war ihr Name?

Alice scheint überrascht von dieser Frage, ihr Blick versichert sich, ob sie recht verstanden hat. Sie hat.

Er hat nach dem Namen ihrer toten Tochter gefragt. Alice lächelt,als sähe sie die Kleine, nie Geborene, vor sich.

Mali.

Sie wischt sich eine Träne ab. Es sieht fast aus, als entferne sie nur mit einer schnellen Geste ein Staubkorn aus dem Augenwinkel.

Mali. Jasmine Bowman.

Sagt sie.

Alice und Terry sehen sich an.

Als er leise sagt

It´s a beautiful name.

Der Name ist wunderschön.

ist uns klar, dass seine Stimme streichelt. Seine Stimme streichelt das Kind, sie streichelt die Frau, und auch die Möglichkeit dieses Lebens, das nicht entstanden ist. Das wohl schön gewordenwäre, wenn ….

Alice hat seinen Blick nicht gesehen. Sie hat wieder zu Boden geblickt. Dann sieht sie ihn plötzlich an, lächelt:

You know, nobody ever asks me that.

Das hat mich noch keiner gefragt.

Terry bewegt sich nicht. Hat er sie gehört? Sieht er Alice?

Vielleicht denkt er noch an das Mädchen.

Mali.

2000-2001 Russell Crowe (im Alter von 36) – Der R & K Unterhändler Terry Thorne, Ex-SAS Soldat, Meg Ryan – Alice Bowman, Gattin des entführten Ingenieurs Peter Bowman, David Morse –Peter Bowman, Gottfried John – der entführte Deutsche Eric Kessler.

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aktuelles Foto vom 3. Juni 2011Link<-Zurück zu Teil 1A


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