Bildquelle: DVD Columbia TriStar Home Entertainment, Bildrechte: Columbia, Universal, Scott Free Productions
..No!!…; in: Gladiator. Teil 2B. Russell Crowe –MilitärtribunMaximus Decimus Meridius, Commander Of The Armies Of The North. Buch: David Franzoni, Musik: Hans Zimmer, Regie: Sir Ridley Scott, 1999 – 2000
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Die Szene
Im Hof mussten wir gerade noch zusehen, wie Pfeile von allen Seiten Hagens Körper durchbohren. Der Hüne fällt.
Schnitt
Unten in den Gladiatorenkerkern. Maximus eilt vor uns her einen Gang entlang, schmal, eng, niedrig.Wir sind dicht hinter ihm.
Nur die Fackel in seiner Rechten erhellt unseren Weg.Der Gang endet, verzweigt sich. Rechts – oder links? Maximus zögert einen Moment, dann nimmt er die Abzweigung nach links.
Schnitt.
Wir stehen am Ausgang des Ganges, erwarten sein Kommen. Er macht den letzten Schritt ins Freie. Hält einen Moment an, lauert kurz. Dann wirft er die Fackel zu Boden. Sie verlischt.
Wir stehen direkt am Ausgang des Ganges. Gebüsch. Wir blicken durch die Blätter eines Astes.Es ist Nacht draussen, nur blaues Vollmondlicht. Der Gang führte unter der Stadtmauer hindurch direkt vor die Tore von Rom. Wir stehen im Burggraben.
Maximus tritt vorsichtig, Schritt vor Schritt, aus dem Schutz des Schattens auf die Fläche an der Stadtmauer.
Im milchig silbrigen Licht des Vollmondes sind einige Silhouetten von Bäumen auszumachen – und ein Pferd. Das Pferd, das Maximus nach Ostia tragen wird. Das Pferd steht völlig ruhig da. Es scheint angebunden zu warten.
Bildquelle: DVD Columbia TriStar Home Entertainment, Bildrechte: Columbia, Universal, Scott Free Productions
Schnitt auf Maximus, halbnah. Direkt vor uns kahles Geäst, wir sehen seine dunkle Silhouette, Schulterpanzer und Scheitel leuchten weiss im Mondlicht auf. Noch einmal bleibt er stehen, lauscht, beobachtet. Er gibt ein Signal. Der leise kollernde Pfiff imitiert den Ruf eines Käuzchens.
Schnitt.
Cicero nah, nur Kopf und Schultern. Er hat das Signal gehört, schreckt auf. Er antwortet nicht.
Es geht alles sehr schnell. Wir nehmen kaum den Strick war, der sich über Cicero´s weisser Halsbinde um seinen Hals schlingt.
Das Pferd wiehert, Cicero wird leicht bewegt, wir verstehen sofort, er sitzt auf dem Tier.
Schnitt auf den Platz, Totale.
Klein und unauffällig glauben wir dort, kaum unterschieden vom Buschwerk des Grabens, eine Silhouette wahrzunehmen: Maximus. Noch einmal hören wir den Schrei des Käuzchens.
Gegenschuss auf Cicero, nah.
Er brüllt:
Maximus!
Ein mörderischer Ruck reisst Cicero´s Kopf rückwärts.
Totale, der ganze Platz.
Wir sehen, das Pferd unter Cicero galoppiert davon. Cicero schwingt in weitem Bogen am Halse aufgehängt von dem Baum, an dem er aufgeknüpft worden war.
Wir stehen direkt hinter Maximus und sehen, wie er, von uns weg,auf seinen Freund zurennt. Wir haben inzwischen längst bemerkt, dass dort mehrere Pferde stehen. Die Prätorianergarde.
Was wir sehen, sah auch Maximus. Trotzdem verläßt er seine Deckung. Trotzdem rennt er zu Cicero. Er muss wissen, dass er klaren Auges und wissenden Verstandes in die Falle rennt, der Cicero als Köder dienen musste.
Noch einmal Schnitt auf den Gehenkten.
Noch immer schwingt er in weitem Bogen am Seil, sein Umhang umweht ihn wie ausgebreitete Fledermausflügel. Tragen werden sie ihn nicht. Er kollidiert hart mit dem Stamm seines Galgenbaumes.
Wir stehen unter ihm und blicken zu der Stelle, an der Maximus gerade noch herübersah. Jetzt ist er hier, bei Cicero.
Maximus macht noch einen Schritt auf seinen Freund zu, dann packt er den Todgeweihten, will seinen Hals entlasten. Wir sehen, dass Cicero noch lebt, er wirft einen Blick zu Maximus hinunter.
EinenWimpernschlag lang scheint es, als könne Maximus den Freund retten.
Nur einen Wimpernschlag lang. Im nächsten Moment durchbohrt ein Pfeilregen Ciceros Brust.Wir werfen aus seinen Augen einen letzten Blick hinunter zu Maximus.
Sein Gesicht ist verzerrt. Der Mund weit geöffnet. Er schreit.
Nein!
No!
Erst jetzt, da der Freund zweifach getötet ist, läßt er ihn los.
Erst jetzt, da der Pfeilregen die Anwesenheit der Prätorianergarde bestätigt hat, greift er zu seinem Schwert.
Erst jetzt denkt er an sein Entkommen.
Zu spät.
Maximus dreht sich, nach links, nach rechts, blickt nach oben. Lichter nähern sich. Die Brücke zum Stadttor oben ist gespickt voller Bogenschützen. Kein Ausweg.
Alle zielen auf ihn.
1999 – 2000 Russell Crowe – Militärtribun General Maximus Decimus Meridius, Commander of the Armies of the North, Richard Harris – Kaiser Marc Aurel, Tommy Flanagan- Cicero, ehemaliger Adjutant und Freund von Maximus, Joaquin Phoenix – Imperator Commodus, Connie Nielsen – Lucilla, Tochter von Marc Aurel und Schwester von Commodus, Mutter von Lucius.
Kommentar:
Was erzählt uns diese Szene?
1.Sie erzählt uns über die Unbedingtheit von Freundschaft. Maximus vergißt seinen Selbstschutz, um den Freund zu retten. Wäre er in Deckung geblieben, wer weiss, vielleicht wäre er entkommen.
2.Sie erzählt etwas über die Vergeblichkeit von Rettungsversuchen. Man kann vielleicht nicht wirklich jemand anderen retten.
3.Sie erzählt etwas über die Gefährlichkeit von Politik. Hätte Cicero die Hände von seinem General und der Verschwörung gelassen – er äße jetzt noch sein Wildschwein und tränke seine kühle Cervisia.
4.Sie erzählt etwas über die Gefährlichkeit von Spontaneität. Erst denken, dann zu retten versuchen.
5.Oder: Sie erzählt etwas von Mut. Den Mut zu haben, im entscheidenden Moment die Deckung zu verlassen und zu handeln, auch wenn die Situation ziemlich eng aussieht. – Die beiden allerdings hatten im vorliegenden Fall leider kein Glück.
6.Sie erzählt etwas über die Ohnmacht des Einzelnen im Kampf mit übermächtigen Gegnern.


