Monatsarchiv: Mai 2011

Filmszenen I „…ein bisschen Spass…“ Teil 1B in: A Beautiful Mind. Russell Crowe – John F. Nash. Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

Bildquelle Paramount Home Entertainment, Bildrechte: Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

…ein bisschen Spass…Teil 1B in: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn. Jennifer Connelly – Alicia Nash, Russell Crowe – John . Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

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Die Szene

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Wir erwarten Alicia und Saul Bender vor dem Häuschen der Nashs. Das weisse Holzhaus im ländlichen Stil mit grünem Dach, grünen Fensterläden und überdachtem Freisitz hat eine puppenstubenartige klein-aber-mein Anmutung.

Der alte hohe Baumbestand rundum deutet auf eine Wohngegend ausserhalb des Zentrums, die schadhaften Betonplatten des Gehweges auf eine nicht 1A Wohnlage.

Auf einer Rasenfläche hinter dem Haus hängt Wäsche an der Leine, das Gärtchen hat Handtuch-Größe.Vor dem Haus steht ein zahnpasta-grüner 50er Jahre Mittelklassewagen mit den damals üblichen Weisswandreifen.

Alicia schiebt den Kinderwagen, das Baby hält sie bereits auf dem Arm.

Alicia zu Bender:

Hier wohnen wir.

This is us.

Sol

Das ist es also?

This is it?

Ein Auto fährt vorbei.

Alicia

Ich hab´s nicht weit zu meiner Arbeit.

It´s near where I work.

Schnitt. Wir blicken durch die Fliegengitter-Tür mit ihrer abgewetzten minz-grünen Farbe und dem abgenutzten Messingtürgriff auf den winzigen Freisitz vor der Haustür. Dort sitzt John. Wir sehen sofort, er wirkt geradezu eigenartig korrekt hergerichtet.

Ein frisch gebügeltes beige-braunes Karohemd, korrekt gebundene Streifenkrawatte, mehrere Stifte stecken griffbreit in der Brusttasche des Hemdes.

Seitenscheitel, gekämmt. Auf seinen Knien hält er ein Notizbrett, in der Hand einen Bleistift. Wir hören Alicia.

John? Du hast Besuch!

John? You have a visitor.

John blickt nicht nach der Stimme hin, er senkt den Kopf, fasst sich an die Schläfe. Wir fühlen augenblicklich, mit diesem Verhalten stimmt etwas gründlich nicht.

Wir empfinden es sofort als unstimmig eigenartig. Die Art, wie er den Bleistift zwar zwischen die Finger geklemmt hat, aber irgendwie hält, als wäre der Griff nicht wie von einem präsenten Gehirn gesteuert, ist befremdlich.

Schnitt auf Alicia. Wir stehen auf der Veranda und sehen, wie sie die Gittertür öffnet und hereinkommt. Das Kind auf ihrem Arm schläft. Sie wirft einen Blick nach ihrem Mann.

Hallo.

Hi.

Ihr Gesichtsausdruck zeigt uns, sie ist nicht sicher, wie ihr Mann auf das, was gleich kommt, reagieren wird. Ob er den unerwarteten Besuch verkraften wird.

Schnitt.

Wir blicken durch ein Seitenfenster auf den Freisitz. Wir sehen jetzt: John sitzt auf einem Küchenstuhl, er trägt braune korrekte Tuchhosen mit Bügelfalte, raucht.

Seine Hände liegen auf den Oberschenkeln. Ihm gegenüber ist ein leichter weisser Holzstuhl unbesetzt, wahrscheinlich Alicia´s Platz. Wir sehen Alicia von links hereinkommen.

John lächelt ihr zu. Die Bewegung hat diese Gequältheit schüchterner Menschen, die schmerzhaft verkrampft zu lächeln versuchen, weil sie glauben, die Situation verlangt es.

Hallo.

Hi.

Schnitt.
John und Alicia näher, von vorne.

Alicia beim Hereinkommen

Ich hoff´ esist okay.

I hope it´s okay.

Alicia beugt sich zu ihrem Mann herab und gibt ihm einen Begrüßungskuss. John streckt sich ihr in einer Art entgegen, die uns zeigt: er arbeitet ein Begrüßungsritual ab.

Er dreht sich zu ihr hoch, wie Leute es tun, die wissen, dass etwas Bestimmtes von ihnen jetzt erwartet wird und die bemüht sind, diese Erwartung korrekt zu erfüllen. Er wirkt ein wenig, wie ein Jungvogel in einem Nest, der sich der Vogelmutter für Futter entgegenstreckt.

Seine Hände liegen weiter auf seinen Oberschenkeln und wirken irgendwie wie dort vergessen. Alicia geht aus dem Bild. Wir hören klassische Musik, ein Mozart- oder Haydn Violin-Solokonzert und sehen das große Kofferradio, das direkt neben John auf einem Beistelltisch steht.

In dem Moment, als Alicia sich von dem Begrüßungskuss abwendet, passiert in John etwas nicht Konventionelles.

Für ihn ist der Kontakt nicht abgeschlossen. Er bewegt sich dem Kuss hinterher, als wolle er diese Nahrungsquelle nicht aufgeben, sein Blick nach Alicia zeigt eine zerrende kindliche Sehnsucht. Sie durchscheint eine Traurigkeit, von der wir nicht sicher wissen, ob der Mann weint.

Für einen Moment verdeckt Sauls Körper den Blick auf John….

Schnitt auf Saul.

Wir sehen, wie er gerade noch leise dieFliegengittertür der Veranda schließt. Er wirft Alicia kurz einen Blick hinterher, nein, sie wird ihm nicht helfen.

Dann nähert er sich vorsichtig John. Saul scheint alles Denkbare zu erwarten, bis hin zu völliger Unansprechbarkeit seines ehemaligen Kollegen. Er hat ihn seit dessen Anstaltsaufenthalt nicht mehr gesehen.Saul versucht es mit einem Lächeln.

Kameradschaftlicher Gruss mit erhobener Hand, der an alte Zeiten erinnert:

Hallo, Chef.

Hey, chief.

Schnitt auf John. Uns ist sofort klar, dass er keinen Blickkontakt zu Saul geknüpft hat. Er hält den Kopf gerade, anstatt ihn zu Saul anzuheben. Wir sehen noch einen Augenblick, dass seine Mimik keinerlei Erkennen spiegelt.Er dreht sich weg.

Als er sich gleich darauf wieder aufrichtet, hören wir:

Zigarette?

Cigarette?

Wir sehen zweierlei. Sein Blick ist groß und glänzend, die hellen Augen scheinen jedoch leer, als fokussiere er gar nichts, oder ihr Besitzer stünde unter einem innerlichen Dauerstupor.

Sein Lippen machen eine Geste, als halte er etwas Bitteres im Mund. Er hat Saul die Schachtel schon am fast ausgestreckten Arm hingehalten, bis er endlich auch seinen Blick zu Sauls Gesicht hebt.

Schnitt auf Saul

Nein, Danke

no, thanks.

…ich hab es,… ich hab es … aufgegeben.

I quit, actually.

Saulbedankt sich freundlich aber formell.

Schnitt. Halbtotale, wieder Blick durch das Fenster in die Veranda. Wir sehen Saul vor dem freien Stuhl stehen,John da sitzen und die Zigarettenschachtel wieder auf ihren Platz scharf links von sich befördern. Als er den Oberkörper zurückdreht, -

schießt seine Hand am ausgestreckten Arm nach vorne, wie ein abgeschossener Pfeil.

John hält den Arm steif ausgestreckt auf Brusthöhe in Richtung Saul, hat die Hand geöffnet, er wartet auf einen Handschlag. Wir denken einen Moment, vielleicht sieht er nach Sauls rechter Hand, aber nein.

Er presst die Lippen zusammen, hält den Kopf leicht gesenkt und blickt einfach nirgendwo hin. Er scheint seinen Blick ins Aussen abgeschaltet zu haben, wie ein Autist.

Saul nimmt freundlich die angebotene Hand und schüttelt sie. Spätestens jetzt erscheint uns John´s Verhalten geradezu bestürzend irr.

Obwohl er Sauls Handschlag erwidert und auchverbal antwortet, blickt er immer noch ins Nichts, als würde er die Hand durch eine nur ihm wahrnehmbare Wand in einen Nachbarraum stecken, in dem Saul steht.

John

Hallo.

Hello.

Saul

Hey, John.

Hey, John.

Jetzt zeigt John endlich ein quittierendes Lächeln. Schüchtern, sehr schüchtern, wie ein kleiner Junge, dem man gesagt hat, er soll dem fremden Onkel Saul aus Europa die Hand geben.

John legt seine Hände an den Rand seiner Notizkladde – die Rechte hält immer noch den Bleistift, zwischen Zeige- und Mittelfinger der Linken klemmt noch immer die angerauchte Zigarette, – seine Hände scheinen etwas mehr zu wissen, wohin sie gehören, als sein Blick.

Langsam gefriert uns das Blut in den Adern. Johns Zustand ist schlecht. Viel schlechter, als wir es uns noch vor drei Minuten vorstellen konnten.

Johns Welt scheint mit unserer sogenannten Realität kaum noch Berührungspunkte zu haben.

A rare bird. Am besten, er bleibt hier in seiner Vogel-Vogliere sitzen. Draussen ist er ist auf keinen Fall irgendwo vorzeigbar.

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Foto Szenenbesprechung (v.l.n.r. Crowe, Goldsman, Grazer, Howard)

Vergleich Szene – Szenenbesprechung Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures, Dreamworks und Imagine Entertainment Brian Grazer. Zweck des Vergleiches: Unterschied zwischen -rechts – nur Kostüm und Maske,  und- links, in der Szene – , mit emotionaler Aufladung.

Filmszenen I „…wie geht´s Dir?…“ Teil 1A in: A Beautiful Mind. Jennifer Connelly – Alicia Nash. Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

Bildquelle Paramount Home Entertainment, Bildrechte: Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

…ein bisschen Spass…;( Teil 1A: …wie geht´s Dir?…) in: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn. Jennifer Connelly – Alicia Nash, Russell Crowe – John . Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

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Vor der Szene

Hören statt Lesen: Audio.mp3->zum Soforthören, wenn Quicktime installiert ist. Datei muss bis 10. Mai bei uns zwischengeparkt werden.

Als wir John treffen, liegt ein jahrelanger Passionsweg hinter ihm: schon bei Studienbeginn erkrankte er an Schizophrenie, einer schweren psychischen Erkrankung mit massiven halluzinogenen Komponenten.

Mit den Jahren tauchte der Mathematiker am Princeton College, New Jersey, neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit in eine nur ihm sichtbare Parallelweltimmer tiefer ein.

Er und seine Umgebung sind Leid ausgesetzt, das unmerklich immer druckvoller, immer unerträglicher, wird.

Erst Jahre nach Ausbruch der Krankheit ist der Punkt erreicht, an dem sein Umfeld das Vorliegen einer seelischen Erkrankung erkennt.

Bildquelle Paramount Home Entertainment, Bildrechte: Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

In einer psychiatrischen Klinik versucht man, Johns Halluzinationen mit Insulin-Schockbehandlungen und Medikamenten einzudämmen.

Seinen Lehrstuhl verliert er, die Medikamentation verringert nicht nur die Wahnvorstellungen, sondern auch die Libido und das abstrakte Denkvermögen, das ihn zum genialen Mathematiker und nachmaligen Nobelpreisträger macht.

An diesem Nachmittag treffen wir John zu Hause an, er sitzt gerade auf der Veranda seines winzigen Häuschens und tut das, was er manisch permanent im Wachzustand tut: er beschäftigt sich mit Lösungswegen zu mathematischen Fragestellungen.

Obwohl Johns Verhalten immer schon auffällig war, hat ihn die hochintelligente Mathematikstudentin Alicia geheiratet. Alicia ist nicht nur ätherisch schön wie ein Engel, nein, Johns Krankheit scheint keinen Fluchtreflex in ihr ausgelöst zu haben. Sie läuft nicht fort. (didn´t seem to have triggered a flight reflex. She did not run away.)

Die Szene (Sequenz Teil 1)

Im Moment als die folgende Szene beginnt, steht das Publikum noch paralysiert unter dem Eindruck einer schockierenden Insulinbehandlung Johns in der psychiatrischen Klinik.

Unkontrollierten Schüttelkrämpfen des ganzen Körpers begegnete man mit einer Fixierung von Armen und Beinen am Krankenbett und einer Beisschiene, die verhindert, dass sich der Patient selbst in die Zunge beisst.

Schnitt.

Unser Blick geht in ein grünes Blätterdach.

Eine Schrifteinblendung informiert uns, dass seit Behandlungsbeginn ein ganzes Jahr vergangen ist.

Hinter den grünen Ästen kommt jetzt Princetons Hauptgebäude ins Bild. Die Uhr am Hauptturm zeigt halb drei, es ist ein sonniger Sommernachmittag.

Wir hören eine Frauenstimme

John war immer so stolz darauf, Princeton besucht zu haben.

John always spoke so fondly of being here at Princeton.

Die Kamera senkt ab, zwischen den alten Bäumen des Campus sehen wir Alicia, sie schiebt einen blauen Kinderwagen: Alicia hat nicht nur ihren Mann nicht verlassen, Alicia und John sind Eltern geworden.

…Hansen leitet jetzt den Fachbereich

…And Hansen is running the department now?!

Den kleinen Spaziergang begleitet der Mathematiker Sol Bender (Adam Goldberg) , der seinerzeit gleichzeitig mit John in Princeton als Stipendiat eintrat.

Sol

Daran erinnert er uns immer und immer wieder.

So he keeps reminding us and reminding us.

Alicia lacht ein wenig über Sol´s ironische Bemerkung.

Alicia

Ja.

Yeah.

Das helle Sonnenlicht des Nachmittags zeichnet lebhafte Licht-Schattenflecken auf Wege und Rasen, Alicia schiebt den Kinderwagen vom Weg ab auf eine Rasenfläche im Schatten.

John wird den Campus dennoch nicht betreten. Ich glaube, er schämt sich.

John won´t come near the campus, though. I think he´s ashamed.

Alicias Baby beginnt zu krähen. Die junge Mutter beugt sich über den Wagen, beruhigt das Kind

He, hey….

Hey, hey…

Insert auf das Baby, ein runder rosiger Zwerg mit schwarzen Haaren und schwarzbraunen Augen, Alicias Hände reichen dem Kind ein Spielzeug.

Sol

Und..Alicia…wie…wie kommst Du klar?

So, Alicia, how are you holding up?

Alicia bleibt über den Kinderwagen gebeugt. Sie:

Die Wahnvorstellungen haben aufgehört. Sie sagen mit den Medikamenten und geringem Streßfaktor..

The delusions have passed. They´re saying with the medication and low stress environment…

Sol unterbricht sie, berührt freundschaftlich ihre Schulter, lächelt. Alicia blickt zu ihm hoch.

Sol

Nein, ich…. Ich meine, wie geht´s Dir?

I mean, how are you?

Alicia scheint überrascht. Sie richtet sich auf, sagt nicht sofort etwas, ihr Mund steht offen, sie blickt Sol an, als forsche sie, ob er wirklich etwas hören will.

Sie sieht zu ihrem Baby hinunter, Sols Blick folgt ihrem. Wir bemerken im Hintergrund die Fassade des Gebäudes im spätgotischen Tudorstil, Menschen mit Kladden gehen zu Fuss über den Campus, ein paar Fahrräder fahren vorbei.

Die Stimmung ist überaus friedlich, Vögel zwitschern. Man fühlt deutlich die trockene Wärme des Sommernachmittags.

Jetzt sagt Alicia doch etwas, sie blickt noch nicht hoch.

Ich denke, was ich oft empfinde….

I think often what I feel…

Bender hört ihr aufmerksam zu , sein Gesichtsausdruck scheint Besorgnis zu zeigen. Er läßt Alicia Zeit, sich zu formulieren.

Alicia

..ist…. Verpflichtung.

…is….obligation.

Jetzt hebt Alicia ihren Blick, sieht Bender ins Gesicht. Sie scheint sich zu fragen, wie ein Aussenstehender reagieren wird. Sie fährt fort, als Bender keine Abwehrreaktion zeigt.

Oder Schuld.. weil ich vielleicht weglaufen möchte.

…or guilt over wanting to leave.

Sol hat die Augen gesenkt, ein fast unmerkliches Nicken zeigt, dass er Alicia zuhört. Alicia macht weiter, jetzt blickt auch sie zu Boden.

…Wut gegen John, gegen Gott….

…Rage against John, against God, and….

Schnitt auf Sol

Sols Gesicht hat sich sehr verändert, er hält die Augen gesenkt, wirkt betroffen und traurig.

Alicia

…Aber..

But….

Insert auf das Baby. Seine schwarzglänzenden Augen, die rosigen Wangen, die glatte Babyhaut, dieses Kind wirkt ganz perfekt und gesund, entzückend. Ein Versprechen des Lebens auf sich selbst, noch ganz unberührt vom Leiden seines Vaters.

Schnitt auf Alicia. Wir blicken aus leichter Tiefposition in ihr Gesicht, fast, als wären wir an des Kindes Stelle. Alicia lächelt. Sie scheint sich an etwas zu erinnern.

..dann sehe ich ihn an…

….then I look at him….


..und…

…and….


…ich zwinge mich, den Mann zu sehen, den ich geheiratet habe.

…I force myself to see the man that I married.

Sie blickt in eine Realität, die hinter ihren Augen liegt. Wir sehen, während sie spricht, wie schön, wie ätherisch, fast schwerelos, schön Alicia ist. Keine Spur von Leid oder Trauer ist es gelungen, die vollkommen harmonische Geometrie ihrer Züge (facial features) zu verzerren.

Alicia

Und er wird zu diesem Mann.

And he becomes that man.


Er verwandelt sich in jemanden, den ich liebe.

He´s transformed into someone that I love.

Alicia redet nicht mehr zu Bender, sie spricht die Worte wie ein Mantra, wie eine Erinnerung, wie ein Gebet. Ihr Blick focussiert nicht, sie sieht etwas, das nicht zu diesem Nachmittag auf dem Campus gehört.

Und ich verwandele mich in jemanden, der ihn liebt.

And I´m transformed into someone who loves him.

Sie beginnt zu lächeln. Sie lächelt ihrer Erinnerung zu.

Sie schließt die Augen, hebt die Schultern,

Es ist nicht ständig so, aber….

It ´s not all the time, but….

Sie wacht auf, fasst wieder Blickkontakt zu Sol Bender,

…es reicht aus.

..it´s enough.

Bender blickt noch immer zu Boden, immer noch traurig. Er überlegt etwas. Dann hebt er den Kopf.

Sol

John kann sich glücklich schätzen, weisst Du das….? …..

I think, John is a very lucky man,


….Alicia.

….Alicia.


Schnitt. Wir schneiden hier. Cut.

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2000 – 2001 Jennifer Connelly – Alicia Nash, Russell Crowe – John, Adam Goldberg – Saul (Sol) Bender

- – -

“…But he didn´t fall for it.”

RC über die Figur John Brennan im Charlie Rose Interview Nov. 2010.

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Kommentar:

A Beautiful Mind erhielt 2001 acht Oscar-Nominierungen. Russell Crowe war für die Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert.

Die künstlerischen Ansprüche der Rolle verlangten neben der Verkörperung des Filmcharakters als Person mit ihren Besonderheiten und Tics die Darstellung einer zunehmenden Angstpsychose, die Darstellung zweier unterschiedlicher mentaler Verfassungen, deren Entwicklungsstrukturen im Filmverlauf voneinander wegdrifteten und parallel die Darstellung des Alterns der Filmfigur vom jungen Mann zum Greis.

Eine Herkulesaufgabe. – Deren glänzende Erfüllung einen Doppeloscar verdient hätte. Die künstlerischen Ansprüche an die Rollen der anderen Mitbewerber um den Preis der Kategorie bester Hauptdarsteller waren geringer.

Dennoch entschieden tagespolitische Querelen gegen die Vergabe der Anerkennung an den Schauspieler – Cinematografisch-filmhistorisch bereits aus heutiger Sicht gesehen (2011) eine mit den Jahren immer peinlicher werdende Fehlentscheidung.

Die Platzierung des Walk of Fame Sternes für den Schauspieler 2010 direkt im Eingangsbereich des Kodak Theatre, dem Austragungsort der alljährlichen Oscarverleihung, der ihm dort bleibende Präsenz verschafft, wirkt beinahe wie ein Versuch, dieses fatale Zeugnis künstlerischer Fehleinschätzung nachzubessern.


Filmszenen I …Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander. Teil 1C Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03


Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

Teil 1C…Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander – The Far Side Of The World/Bis ans Ende der Welt. Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03 nach einer Romanserie von Patrick O´Brian.

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Der Captain – Während er spricht, kommt er näher an Hollom heran. Seine Energie füllt immer noch den Raum bis zur letzten Splinte, jetzt jedoch heller, wohlwollender. Er sagt

Ich weiss, dass Sie das Zeug dazu haben,

Er schüttelt den Kopf,

Sie sind kein schlechter Seemann.

I know you have, but you´re not a bad sailor.

Jetzt steht er mit seiner ganzen körperlichen Wucht direkt vor dem mageren Fähnrich. Er legt den Kopf ein wenig schief, als er die rhetorische Frage stellt:

Sie wollen doch nicht ewig ein Fähnrich bleiben?

You can´t spend the rest of your lifea midshipman.

Hollom weicht dem Energiedruck der Willensstärke, die so dicht vor ihm gegen ihn anbrandet aus, er schlägt die Augen nieder.

Nein, Sir.

No, sir.

Er wagt wieder einen Blick in das Gesicht des Captains:

Ich werde mich mehr anstrengen, Sir.

I will try much harder, sir.

Gegenschuss auf den Captain.

Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

Dessen Blick aus weit geöffneten Augen durchbohren den Fähnrich geradezu. Schweiss glänzt auf Stirn, Hals und Brust. Die Situation ist hitzig. Der Captain weiss, dass es hier auf seinem Schiff um etwas sehr Wichtiges geht. Er senkt den Kopf,  beschwört den Mittschiffsoffizier:

Hören Sie, Hollom. Die Leute wollen geführt warden.

Look, Hollom, it´s leadership they want.

Sie wollen Stärke.

Strength.

Pause. Der Captain wartet einen Moment auf die Wirkung seiner Worte.

Dann tippt er Hollom am Arm, die Geste soll den verschüchterten jungen Mann aufmuntern. Freundlich:

Siewerden diese Qualitäten in sich finden.

You´ll find that within yourself.

Hollom hört, findet jedoch kein Echo dazu. Er erstarrt unter der Berührung des Vorgesetzten.

Dann respektieren die Männer Sie auch.

and you will earn their respect.

Holloms Augenlider flackern.

Der Captain hebt den Kopf, richtet sich auf, seine Augen brennen immer noch schwarz, riesig und völlig unbeweglich auf dem jungen Fähnrich.

Denn ohne Respekt – geht jede Disziplin über Bord.

Without respect, true discipline goes by the board.

Pause.

Holloms Mund steht leicht offen, er wirkt erschrocken, ja verängstigt.

Beide Männer sind Offiziere, doch unterschiedlicher könnten sie nicht sein.

Aubrey kompakt, kraftvoll, platzgreifend, durchdringt seine Energie den Raum körperlich fühlbar in einem Umkreis von mehrern Metern, Hollom dagegen dünn, ängstlich und leise, wie ein Halm im Wind.

Ja, Sir.

Yes, sir.

Hollom versucht, dem Captain zu signalisieren, dass er ihn gehört hat. Er wiederholt die Worte der Lektion. Er schließt die Augen und repetiert die Begriffe.

Stärke, Respekt – und Disziplin, Sir.

Strength, respect and discipline, sir.

Der Captain blickt noch immer mit erhobenem Kopf auf den kleinerenMidshipman.

Zeit verstreicht. Wir hören das Plätschern der Wellen am Schiffsrumpf , fühlen fast die Hitze, die unbewegt und drückend in der Cabin steht.

Der Blick des Captain wirkt besorgt. Er sagt nichts weiter, er versteht, dass Hollom ein Limit erreicht hat, das kein Entwicklungsfeld bietet.

Er öffnet langsam den Mund – sagt endlich:

Nun denn.

Well.

Das war eine unangenehme Sache, Hollom.

It´san unfortunate business, Hollom.

Verflucht unangenehm.

Damned unfortunate.

Holloms Atem zittert.

Das wäre alles.

That´ll be all.

Hollom beeilt sich zu grüßen und eilt zur Tür.

Ja, Sir.

Yes, sir.

Close up der Captain. Wir hören, die Tür geht auf und wieder zu.

Aubreys Gesicht: er scheint bereits jetzt zu wissen, er hat Anlass zur Besorgnis..

Stärke ist wie Feuer.

Es benötigt Holz zum Brennen.

Das rechte Holz.

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2002 – 2003 Russell Crowe (im Alter von 38, gespieltes Alter deckungsgleich) – Captain Jack Aubrey im Dienst seiner Majestät es Königs Georg III von England, James D´Arcy – First Lieutenant Tom Pullings, Lee Ingleby – Fähnrich / Midshipman Hollom.