Tagesarchiv: 4. Mai 2011

Filmszenen I “…wie geht´s Dir?…” Teil 1A in: A Beautiful Mind. Jennifer Connelly – Alicia Nash. Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

Bildquelle Paramount Home Entertainment, Bildrechte: Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

…ein bisschen Spass…;( Teil 1A: …wie geht´s Dir?…) in: A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn. Jennifer Connelly – Alicia Nash, Russell Crowe – John . Regie: Ron Howard, 2000 – 2001

Die Story line auf wikipedia.de->

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Vor der Szene

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Als wir John treffen, liegt ein jahrelanger Passionsweg hinter ihm: schon bei Studienbeginn erkrankte er an Schizophrenie, einer schweren psychischen Erkrankung mit massiven halluzinogenen Komponenten.

Mit den Jahren tauchte der Mathematiker am Princeton College, New Jersey, neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit in eine nur ihm sichtbare Parallelweltimmer tiefer ein.

Er und seine Umgebung sind Leid ausgesetzt, das unmerklich immer druckvoller, immer unerträglicher, wird.

Erst Jahre nach Ausbruch der Krankheit ist der Punkt erreicht, an dem sein Umfeld das Vorliegen einer seelischen Erkrankung erkennt.

Bildquelle Paramount Home Entertainment, Bildrechte: Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

In einer psychiatrischen Klinik versucht man, Johns Halluzinationen mit Insulin-Schockbehandlungen und Medikamenten einzudämmen.

Seinen Lehrstuhl verliert er, die Medikamentation verringert nicht nur die Wahnvorstellungen, sondern auch die Libido und das abstrakte Denkvermögen, das ihn zum genialen Mathematiker und nachmaligen Nobelpreisträger macht.

An diesem Nachmittag treffen wir John zu Hause an, er sitzt gerade auf der Veranda seines winzigen Häuschens und tut das, was er manisch permanent im Wachzustand tut: er beschäftigt sich mit Lösungswegen zu mathematischen Fragestellungen.

Obwohl Johns Verhalten immer schon auffällig war, hat ihn die hochintelligente Mathematikstudentin Alicia geheiratet. Alicia ist nicht nur ätherisch schön wie ein Engel, nein, Johns Krankheit scheint keinen Fluchtreflex in ihr ausgelöst zu haben. Sie läuft nicht fort. (didn´t seem to have triggered a flight reflex. She did not run away.)

Die Szene (Sequenz Teil 1)

Im Moment als die folgende Szene beginnt, steht das Publikum noch paralysiert unter dem Eindruck einer schockierenden Insulinbehandlung Johns in der psychiatrischen Klinik.

Unkontrollierten Schüttelkrämpfen des ganzen Körpers begegnete man mit einer Fixierung von Armen und Beinen am Krankenbett und einer Beisschiene, die verhindert, dass sich der Patient selbst in die Zunge beisst.

Schnitt.

Unser Blick geht in ein grünes Blätterdach.

Eine Schrifteinblendung informiert uns, dass seit Behandlungsbeginn ein ganzes Jahr vergangen ist.

Hinter den grünen Ästen kommt jetzt Princetons Hauptgebäude ins Bild. Die Uhr am Hauptturm zeigt halb drei, es ist ein sonniger Sommernachmittag.

Wir hören eine Frauenstimme

John war immer so stolz darauf, Princeton besucht zu haben.

John always spoke so fondly of being here at Princeton.

Die Kamera senkt ab, zwischen den alten Bäumen des Campus sehen wir Alicia, sie schiebt einen blauen Kinderwagen: Alicia hat nicht nur ihren Mann nicht verlassen, Alicia und John sind Eltern geworden.

…Hansen leitet jetzt den Fachbereich

…And Hansen is running the department now?!

Den kleinen Spaziergang begleitet der Mathematiker Sol Bender (Adam Goldberg) , der seinerzeit gleichzeitig mit John in Princeton als Stipendiat eintrat.

Sol

Daran erinnert er uns immer und immer wieder.

So he keeps reminding us and reminding us.

Alicia lacht ein wenig über Sol´s ironische Bemerkung.

Alicia

Ja.

Yeah.

Das helle Sonnenlicht des Nachmittags zeichnet lebhafte Licht-Schattenflecken auf Wege und Rasen, Alicia schiebt den Kinderwagen vom Weg ab auf eine Rasenfläche im Schatten.

John wird den Campus dennoch nicht betreten. Ich glaube, er schämt sich.

John won´t come near the campus, though. I think he´s ashamed.

Alicias Baby beginnt zu krähen. Die junge Mutter beugt sich über den Wagen, beruhigt das Kind

He, hey….

Hey, hey…

Insert auf das Baby, ein runder rosiger Zwerg mit schwarzen Haaren und schwarzbraunen Augen, Alicias Hände reichen dem Kind ein Spielzeug.

Sol

Und..Alicia…wie…wie kommst Du klar?

So, Alicia, how are you holding up?

Alicia bleibt über den Kinderwagen gebeugt. Sie:

Die Wahnvorstellungen haben aufgehört. Sie sagen mit den Medikamenten und geringem Streßfaktor..

The delusions have passed. They´re saying with the medication and low stress environment…

Sol unterbricht sie, berührt freundschaftlich ihre Schulter, lächelt. Alicia blickt zu ihm hoch.

Sol

Nein, ich…. Ich meine, wie geht´s Dir?

I mean, how are you?

Alicia scheint überrascht. Sie richtet sich auf, sagt nicht sofort etwas, ihr Mund steht offen, sie blickt Sol an, als forsche sie, ob er wirklich etwas hören will.

Sie sieht zu ihrem Baby hinunter, Sols Blick folgt ihrem. Wir bemerken im Hintergrund die Fassade des Gebäudes im spätgotischen Tudorstil, Menschen mit Kladden gehen zu Fuss über den Campus, ein paar Fahrräder fahren vorbei.

Die Stimmung ist überaus friedlich, Vögel zwitschern. Man fühlt deutlich die trockene Wärme des Sommernachmittags.

Jetzt sagt Alicia doch etwas, sie blickt noch nicht hoch.

Ich denke, was ich oft empfinde….

I think often what I feel…

Bender hört ihr aufmerksam zu , sein Gesichtsausdruck scheint Besorgnis zu zeigen. Er läßt Alicia Zeit, sich zu formulieren.

Alicia

..ist…. Verpflichtung.

…is….obligation.

Jetzt hebt Alicia ihren Blick, sieht Bender ins Gesicht. Sie scheint sich zu fragen, wie ein Aussenstehender reagieren wird. Sie fährt fort, als Bender keine Abwehrreaktion zeigt.

Oder Schuld.. weil ich vielleicht weglaufen möchte.

…or guilt over wanting to leave.

Sol hat die Augen gesenkt, ein fast unmerkliches Nicken zeigt, dass er Alicia zuhört. Alicia macht weiter, jetzt blickt auch sie zu Boden.

…Wut gegen John, gegen Gott….

…Rage against John, against God, and….

Schnitt auf Sol

Sols Gesicht hat sich sehr verändert, er hält die Augen gesenkt, wirkt betroffen und traurig.

Alicia

…Aber..

But….

Insert auf das Baby. Seine schwarzglänzenden Augen, die rosigen Wangen, die glatte Babyhaut, dieses Kind wirkt ganz perfekt und gesund, entzückend. Ein Versprechen des Lebens auf sich selbst, noch ganz unberührt vom Leiden seines Vaters.

Schnitt auf Alicia. Wir blicken aus leichter Tiefposition in ihr Gesicht, fast, als wären wir an des Kindes Stelle. Alicia lächelt. Sie scheint sich an etwas zu erinnern.

..dann sehe ich ihn an…

….then I look at him….


..und…

…and….


…ich zwinge mich, den Mann zu sehen, den ich geheiratet habe.

…I force myself to see the man that I married.

Sie blickt in eine Realität, die hinter ihren Augen liegt. Wir sehen, während sie spricht, wie schön, wie ätherisch, fast schwerelos, schön Alicia ist. Keine Spur von Leid oder Trauer ist es gelungen, die vollkommen harmonische Geometrie ihrer Züge (facial features) zu verzerren.

Alicia

Und er wird zu diesem Mann.

And he becomes that man.


Er verwandelt sich in jemanden, den ich liebe.

He´s transformed into someone that I love.

Alicia redet nicht mehr zu Bender, sie spricht die Worte wie ein Mantra, wie eine Erinnerung, wie ein Gebet. Ihr Blick focussiert nicht, sie sieht etwas, das nicht zu diesem Nachmittag auf dem Campus gehört.

Und ich verwandele mich in jemanden, der ihn liebt.

And I´m transformed into someone who loves him.

Sie beginnt zu lächeln. Sie lächelt ihrer Erinnerung zu.

Sie schließt die Augen, hebt die Schultern,

Es ist nicht ständig so, aber….

It ´s not all the time, but….

Sie wacht auf, fasst wieder Blickkontakt zu Sol Bender,

…es reicht aus.

..it´s enough.

Bender blickt noch immer zu Boden, immer noch traurig. Er überlegt etwas. Dann hebt er den Kopf.

Sol

John kann sich glücklich schätzen, weisst Du das….? …..

I think, John is a very lucky man,


….Alicia.

….Alicia.


Schnitt. Wir schneiden hier. Cut.

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2000 – 2001 Jennifer Connelly – Alicia Nash, Russell Crowe – John, Adam Goldberg – Saul (Sol) Bender

- – -

“…But he didn´t fall for it.”

RC über die Figur John Brennan im Charlie Rose Interview Nov. 2010.

- – -

Kommentar:

A Beautiful Mind erhielt 2001 acht Oscar-Nominierungen. Russell Crowe war für die Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert.

Die künstlerischen Ansprüche der Rolle verlangten neben der Verkörperung des Filmcharakters als Person mit ihren Besonderheiten und Tics die Darstellung einer zunehmenden Angstpsychose, die Darstellung zweier unterschiedlicher mentaler Verfassungen, deren Entwicklungsstrukturen im Filmverlauf voneinander wegdrifteten und parallel die Darstellung des Alterns der Filmfigur vom jungen Mann zum Greis.

Eine Herkulesaufgabe. – Deren glänzende Erfüllung einen Doppeloscar verdient hätte. Die künstlerischen Ansprüche an die Rollen der anderen Mitbewerber um den Preis der Kategorie bester Hauptdarsteller waren geringer.

Dennoch entschieden tagespolitische Querelen gegen die Vergabe der Anerkennung an den Schauspieler – Cinematografisch-filmhistorisch bereits aus heutiger Sicht gesehen (2011) eine mit den Jahren immer peinlicher werdende Fehlentscheidung.

Die Platzierung des Walk of Fame Sternes für den Schauspieler 2010 direkt im Eingangsbereich des Kodak Theatre, dem Austragungsort der alljährlichen Oscarverleihung, der ihm dort bleibende Präsenz verschafft, wirkt beinahe wie ein Versuch, dieses fatale Zeugnis künstlerischer Fehleinschätzung nachzubessern.


Filmszenen I …Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander. Teil 1C Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03


Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

Teil 1C…Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander – The Far Side Of The World/Bis ans Ende der Welt. Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03 nach einer Romanserie von Patrick O´Brian.

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Der Captain – Während er spricht, kommt er näher an Hollom heran. Seine Energie füllt immer noch den Raum bis zur letzten Splinte, jetzt jedoch heller, wohlwollender. Er sagt

Ich weiss, dass Sie das Zeug dazu haben,

Er schüttelt den Kopf,

Sie sind kein schlechter Seemann.

I know you have, but you´re not a bad sailor.

Jetzt steht er mit seiner ganzen körperlichen Wucht direkt vor dem mageren Fähnrich. Er legt den Kopf ein wenig schief, als er die rhetorische Frage stellt:

Sie wollen doch nicht ewig ein Fähnrich bleiben?

You can´t spend the rest of your lifea midshipman.

Hollom weicht dem Energiedruck der Willensstärke, die so dicht vor ihm gegen ihn anbrandet aus, er schlägt die Augen nieder.

Nein, Sir.

No, sir.

Er wagt wieder einen Blick in das Gesicht des Captains:

Ich werde mich mehr anstrengen, Sir.

I will try much harder, sir.

Gegenschuss auf den Captain.

Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

Dessen Blick aus weit geöffneten Augen durchbohren den Fähnrich geradezu. Schweiss glänzt auf Stirn, Hals und Brust. Die Situation ist hitzig. Der Captain weiss, dass es hier auf seinem Schiff um etwas sehr Wichtiges geht. Er senkt den Kopf,  beschwört den Mittschiffsoffizier:

Hören Sie, Hollom. Die Leute wollen geführt warden.

Look, Hollom, it´s leadership they want.

Sie wollen Stärke.

Strength.

Pause. Der Captain wartet einen Moment auf die Wirkung seiner Worte.

Dann tippt er Hollom am Arm, die Geste soll den verschüchterten jungen Mann aufmuntern. Freundlich:

Siewerden diese Qualitäten in sich finden.

You´ll find that within yourself.

Hollom hört, findet jedoch kein Echo dazu. Er erstarrt unter der Berührung des Vorgesetzten.

Dann respektieren die Männer Sie auch.

and you will earn their respect.

Holloms Augenlider flackern.

Der Captain hebt den Kopf, richtet sich auf, seine Augen brennen immer noch schwarz, riesig und völlig unbeweglich auf dem jungen Fähnrich.

Denn ohne Respekt – geht jede Disziplin über Bord.

Without respect, true discipline goes by the board.

Pause.

Holloms Mund steht leicht offen, er wirkt erschrocken, ja verängstigt.

Beide Männer sind Offiziere, doch unterschiedlicher könnten sie nicht sein.

Aubrey kompakt, kraftvoll, platzgreifend, durchdringt seine Energie den Raum körperlich fühlbar in einem Umkreis von mehrern Metern, Hollom dagegen dünn, ängstlich und leise, wie ein Halm im Wind.

Ja, Sir.

Yes, sir.

Hollom versucht, dem Captain zu signalisieren, dass er ihn gehört hat. Er wiederholt die Worte der Lektion. Er schließt die Augen und repetiert die Begriffe.

Stärke, Respekt – und Disziplin, Sir.

Strength, respect and discipline, sir.

Der Captain blickt noch immer mit erhobenem Kopf auf den kleinerenMidshipman.

Zeit verstreicht. Wir hören das Plätschern der Wellen am Schiffsrumpf , fühlen fast die Hitze, die unbewegt und drückend in der Cabin steht.

Der Blick des Captain wirkt besorgt. Er sagt nichts weiter, er versteht, dass Hollom ein Limit erreicht hat, das kein Entwicklungsfeld bietet.

Er öffnet langsam den Mund – sagt endlich:

Nun denn.

Well.

Das war eine unangenehme Sache, Hollom.

It´san unfortunate business, Hollom.

Verflucht unangenehm.

Damned unfortunate.

Holloms Atem zittert.

Das wäre alles.

That´ll be all.

Hollom beeilt sich zu grüßen und eilt zur Tür.

Ja, Sir.

Yes, sir.

Close up der Captain. Wir hören, die Tür geht auf und wieder zu.

Aubreys Gesicht: er scheint bereits jetzt zu wissen, er hat Anlass zur Besorgnis..

Stärke ist wie Feuer.

Es benötigt Holz zum Brennen.

Das rechte Holz.

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2002 – 2003 Russell Crowe (im Alter von 38, gespieltes Alter deckungsgleich) – Captain Jack Aubrey im Dienst seiner Majestät es Königs Georg III von England, James D´Arcy – First Lieutenant Tom Pullings, Lee Ingleby – Fähnrich / Midshipman Hollom.

Filmszenen I …Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander. Teil 1B Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03


Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

Teil 1B…Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander – The Far Side Of The World/Bis ans Ende der Welt. Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03 nach einer Romanserie von Patrick O´Brian.

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bei installiertem Quicktime zum Soforthören (File musste zwischengeparkt werden bis 10. Mai)

Unter Deck. The Captain´s Cabin – Der Kaptiänssalon.

Unser Blick geht zur kassettierten dunklen Wandtäfelung des Salons. Die Tür geht auf. Ein Soldat hat sie von aussen geöffnet und geleitet Fähnrich Hollom herein.

Der Fähnrich hatte sich in aller Eile den Offiziersrock überwerfen müssen, er nestelt noch an den halsnahen Knöpfen – so schnell hatte der Captain reagiert. Vorfall – und Klärung, sofort.

Schnitt auf den Captain. Einen Moment lang sehen wir seinen Rücken, die hoch bemuskelten Schenkel, er geht auf die Fenster zu, dreht mit zwei Schritten herum. Wir fühlen, er sieht Hollom bereits. Drehung und Blick wirken angsteinflößend.

Amerikanische.

Captain Jack Aubrey steht jetzt im Gegenlicht vor den weit geöffneten Rechteck-Luken des Heckkastells.Er hat sich nicht die Mühe gemacht, sich den Offiziersrock überzuziehen. Er steht da in weissen Kniehosen und im Hemd, dessen Fichu-Kragen, aufgrund der Hitze, bis zum Sternum geöffnet ist.

Sein Körper wirkt, als würde ein kompakter Muskelpanzer jeden einzelnen Knochen in seinem Leib schützen.

Er hat sich hoch aufgerichtet, verwurzelt sich mit einem Spreizschritt im Boden und senkt den Kopf, bevor er zu sprechen beginnt.

Seine Energie füllt den Raum wie die eines Arenastieres. Man fühlt sofort einen Fluchtimpuls. Wir unterdrücken ihn, wie Hollom auch.

Der Captain zu Hollom,ohne Einführung, ohne Zögern, blitzartig:

Der Mann hat sich an Ihnen vorbeigedrängt ohne zu grüßen und Sie sagten nichts, – Warum?

A man pushed pass you without making his obedience yetsaid nothing, – why?

Schnitt auf Hollom. Er steht jetzt vorschriftsmäßig mit dem Hut in der Hand, versucht eine Antwort:

Ich wollte etwas sagen, Sir, aber die passenden Worte wollten ni…

I intended to, sir, but the right words didn´t..

Schnitt auf den Captain.

Wir stehen leicht unter ihm auf dem Kabinenboden und müssen zu ihm auf das Kastellpodest hinaufblicken.

Wir sehen ihn jetzt nah. Hals und Brust des Captain sind von festen Muskeln überzogen, die sogar die Schlüsselbeine verschwinden lassen.

Seine Haut glänzt vor Schweiss, wie die eines erhitzten Kämpfers. Er fällt Hollom ins Wort, ohne zu schreien:

Die passenden Worte?

The right words?

Wir sehen einen Moment seine Zähne aufblitzen, wie bei einem Biss. Er holt Luft. Wir fürchten, er wird den Fähnrich angreifen. Weiter:

Der Mann hat sich Ihnen absichtlich widersetzt.

He was deliberately insubordinate.

Pause. Nichts passiert. Schnitt auf Hollom, der hat schuldbewußt den Blick gesenkt. Er versucht eine Verteidigung:

Ich habe versucht, die Männer kennenzulernen. Und sie freundlich zu behandeln, aber…

I´ve tried to get to know the men, sir. And be friendly, but..

Schnitt auf den Captain. Kopf und Schultern. Er öffnet den Mund. Im Dauerfeuer schießt sein schwarzer Blick auf Hollom. Er stützt die Hände in die Hüften. Hollom im off:

Sie haben mich auf dem Kieker.

But they´ve taken a set against me.

Der Captain reagiert. Für eine Millisekundeverengt er die Augen.

Hollom beginnt, flehend und verzweifelt zu wirken.

Sie flüstern immer, wenn sie mich sehen und werfen sich Blicke zu.

Always whispering when I go past and giving me looks.

Der Captain. Amerikanische. Noch immer hat er die Hände in die Taille gestützt, die eine Hand zur Faust geballt, wir sehen seine Handrücken.

Er macht einige Schritte auf Hollom zu. Wir fürchten, er kommt er näher, um gleich zuzuschlagen.

Hollom redetdie Gefahr von sich weg.

Ich bring´das in Ordnung, Sir. Ab sofort wird´ich sie viel härter rannehmen.

I´ll set that to rights, sir. I´ll be much tougher now on them.

Der Captain bleibt stehen. Eindringlich:

Man biedert sich den einfachen Matrosen nicht an, Junge.

You don´t make friends with the foremast jacks, lad.

Das wird Ihnen am Ende als Schwäche ausgelegt.

They´ll despise you in the end, think you´re weak.

Er hat Hollom mit schwarzem Blick fest im Griff, seine Energie umfängt Hollom ganz und gar. Ein Faustschlag ist völlig unnötig und auch nicht beabsichtigt.

Usnere Furcht war überflüssig. Pause.Der Captain läßt seine Worte wirken. Dann, sein Blick klickt einen Millimeter aus Holloms Gesicht weg, nach unten,er hebt den Kopf:

Ebensowenig mag man einen Tyrannen.

-Nor do you need to be a tyrant.

Schnitt auf Hollom. Der steht immer noch starr. Er versteht. Er versteht, dass der Captain nicht Strafe sondern Klärung will. Hollom presst die Lippen zusammen.

Ja, Sir. Es tut mir sehr leid, Sir.

No, sir. I´m very sorry, sir.

Der Captain atmet tief ein, stellt eine Frage, dabei dreht er sich von Hollom weg, Beiläufigkeit entsteht. Er scheint auf einen Gegenstand auf dem Tisch zu blicken.

Wie alt sind Sie, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig?

You´re twentysix, twentyseven?

Hollom, stolz, er lächelt ein wenig:

Ich werde nächsten Freitag dreissig, Sir.

I´m 30 next Friday, sir.

Als der Captain Holloms Alter wiederholt:

Dreissig?

Thirty?

passt sein freundliches Lächeln nicht ganz zum vorwurfsvollen Unterton seiner Stimme:

Sie sind schon zweimal durch´s Leutnantexamen gefallen.

You´ve failed to pass for lieutenant twice.

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2002 – 2003 Russell Crowe (im Alter von 38, gespieltes Alter deckungsgleich) – Captain Jack Aubrey im Dienst seiner Majestät es Königs Georg III von England, James D´Arcy – First Lieutenant Tom Pullings, Lee Ingleby – Fähnrich / Midshipman Hollom.