Filmszenen I … eifersüchtig, wählerisch und nachtragend…in: A Good Year – Ein gutes Jahr. Teil 1B. Marion Cotillard – Fanny. R.: R. Scott, 2006


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… eifersüchtig, wählerisch und nachtragend…in: A Good Year – Ein gutes Jahr. Teil 1B. Marion Cotillard – Fanny. Regie: Sir Ridley Scott, 2006 nach einem Roman von Peter Mayle

Die Szene Teil 2: Offenbarung.

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Max hat schon einen Schluck genommen und trinkt noch einen nach.

Die Leinwand zeigt Köpfezweier Liebender in klassisch sehnsuchtsvoller Kussgebärde.

Die Stimmung zwischen Max und Fanny ist noch immer humorvoll lustig.

Max hat mit dem Schaukeln des Glases einen kleinen nonverbalen Witz gemacht, -die fröhliche Stimmung auf der Leinwand parapharsiert.

Sie:

Es gibt da etwas, was Du wissen solltest, Max.

Max wird ernst. Er nimmt noch einen Schluck.

Ja?

Fanny

Ich bin sehr sehr wählerisch.

Max ist noch nicht ganz ernst, er stellt das Glas ab, beugt sich vor, leicht humorvoller Ton:

Und ich fühle mich sehr sehr geehrt.

Fanny läßt sich nicht darauf ein.

Und ich bin ausserdem…

…sehr sehr misstrauisch,

Max senkt ein wenig den Kopf, hört zu, man sieht an seinem Gesichtsausdruck ein

„…Jaaaa.??“

Fanny

..sehr sehr irrational.

Fanny

…und ich kann sehr sehr wütend werden.

Fanny trägt den letzten, drohenden Satz mit einem sehr charmanten Lächeln vor.

Max antwortet ebenfalls mit einen charmanten Lächeln, in das sich ein Hauch von Vorsicht, Zurückhaltung einmischt – um die Augen.

Schnitt auf Fanny. Sie:

Dann bin ich noch extrem eifersüchtig und wahnsinnig nachtragend.

Fanny lächelt noch einmal. Die Portion war reichlich, sie schmunzelt ihr hinterher.

Max macht eine bedauernde Grimasse:

Das verspricht – er rollt die Augen clownesk, er kaspert

…ja ein sehr netter Abend zu werden.

Fanny bestätigt mit einem frechen Lächeln.

Die Beiden stoßen an, Max wischt ihre harten Worte weg.Er stößt an, prostet ihr zu, seine Haltung, fröhlich sein zu wollen, will er sich nicht zerstören lassen.

Fanny wendet sich der Leinwand zu.

Interludium.

Auf der Leinwand wird gezeigt, wie´s gemacht wird. Eine Serie von Hollywoodküssen jeder Couleur nimmt vorweg, was Max erwartet.

Fanny sieht auf die Leinwand, Max sieht in Fanny s Dekolleté. Als sie sich ihm einen Augenblick zuwendet, klickt sein Blick in ihre Augen.  Jetzt darf er. Beide wenden sich, nach dieser kleinen Unkorrektheit, wieder zur Leinwand.

Da donnert es.

Ein Blitz folgt, beide blicken zum Himmel und schon geht der Wolkenbruch nieder. Man springt auf, eine hastige Fluchtbewegung – Massenflucht – setzt ein. Max und Fanny fliehen nicht, auch Max springt auf und öffnet einen der großen Sonnenschirme.

Das Orchester versucht, den Flügel und die Instrumente zu retten. Man deckt mit Plastikplanen ab.

Schon ist das Gartenlokal leer, heftige Schauer gehen auf die große Wasserfläche des Bassins nieder. Die Liebenden auf der Leinwand sieht jetzt keiner mehr, ausser…

Max:

Endlich allein!

Der Schirm, jetzt ein Regenschirm – Max hat ihn in die Tischhalterung gesteckt, – hält beide im Trockenen.

Max zu Fanny:

Du warst ehrlich zu mir, also bin ich ehrlich zu Dir.

Jetzt ist es Fanny, die noch ein wenig leichtherzig lächelt.

Max ist ernst, sehr ernst geworden. Er holt Luft, öffnet den Mund, jetzt kommt seine Beichte:

Ich bin als herzlos verschrien. Mit einer Geste hyperbolen Grinsens: Das geht bis zur Gefühllosigkeit.

Sein Grinsen konterkariert seine Worte.

Fanny senkt den Blick mit einer Aha-Geste. Aber ihre Augen kehren schnell neugierig zu Max zurück.

Max

….und ich bin absolut un…

Schnitt auf Max –

…fähig, irgendwem zu vertrauen.

Sein Gesicht verschließt sich plötzlich gegen jedes leichte Gefühl, er wirkt mehr als nur ernst. Er presst die Lippen aufeinander, forscht, wir sehen unter den Augen auf den Wangen Spuren einer alten Trauer, einer Erschöpfung. Erschöpft von Misstrauen.Seine Pupillen sind auf einmal rabenschwarz.

Fanny sagt nichts. Wir sehen, ihr Blick nimmt die Ernsthaftigkeit auf, forscht.

Max

Der einzige Mensch, den ich je geliebt hab´, war Onkel Henry.

..und…

Max zögert, sucht etwas auf dem Tisch. Seinen Mut, zu sagen, was der zweite Satzteil bringt:

..und zu dem hatte ich in den letzten zehn Jahren nicht einmal mehr Kontakt.

Fannys Blick hat die schmerzlichen Anteile seines Blickes aufgenommen. Sie sieht ihn noch einen Moment forschend an.

Fanny:

…er war deshalb oft sehr traurig.

Max hebt den Kopf. Er scheint etwas zu erfahren, das ihn überrascht.

Fanny:

Er hatte das Gefühl, er hätte Dich für immer verloren.

Max sieht auf einmal grau zerfurcht und alt aus. Fanny´s Worte scheinen ihn wirklich zu berühren.

Er wundert sich:

..Du kanntest meinen Onkel?

Fanny:

Für eine Frau, die hier wohnt, war es einfach unmöglich, ihn nicht zu kennen.

(Auslassung)

Max´, nachdenklich:

Ich liebe diesen Ort. Er ist wie ein Rausch…

Bildquelle und Bildrechte: Fox Pictures und Scott Free Productions.

Ein Rausch_rush sind auch die nächsten Stunden.

Wie? Was? Rausch_rush? Jaaa. Was haben SIE denn damals gemacht, im Urlaub in der Toskana, in Südfrankreich oder Spanien?

Hmmm..?? Erinnern Sie sich noch?

Das Knarren des Alten Holzbettes, Duft von Lavendel, der leise Hallim Zimmer ohne Teppich, die raue Frische der Leintücher,der kühle Terrazzo unter Ihren nackten Füßen, die Lichtstreifen durch die halb geschlossenen Jalousien, der Chianti oder Coté du Rhone oder spanische Wein, und dann…..

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2006 – Marion Cotillard – Fanny Chanal, Russell Crowe ( im Alter von 42) – Max Skinner.

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