Monatsarchiv: Mai 2011

Fernsehtipp I Goyas Geister Fr. 20. Mai 22:25h 3SAT mit Javier Bardem, Natalie Portman, Stellan Skarsgård: Regie: Milos Foreman 2006

Bildquelle Theatiner Film, Bildrechte TOBIS Filmverleih.

Ein Milos Foreman Film.

Wer erinnert sich nicht mit Begeisterung an Milos Foremans anderes Meisterwerk?

Amadeus.

Mit Goyas Geister zeigt uns Milos Foreman ein großartiges Historiengemälde, das uns dieses Mal in die Welt des spanischen Barock und Spätbarock, der gefürchteten Inquisition und in die Welt der Hochadelsnähe geradezu hineinsaugt.

Ja, Das Parfum hat das auch zum Teil geschafft, aber Milos Foreman und Goyas Geister …super: sechs Hauben, nein: sechs Sterne dafür, wie der Film uns packt – und ganz nebenbei bildet.

Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet. heißt eine theatertheoretische Schrift von Friedrich Schiller. Paraphrase: Das Kino als moralische Anstalt betrachtet….

Goya ist nicht die Hauptfigur, also kein Leading Man Starfilm, Goya ist der Beobachter.

Seine Bilder kommentieren diese Welt und ganz plötzlich verstehen wir Bilder wie „Saturn verschlingt seine Kinder“ oder „Der Krieg„.

Ausserdem:

Javier Bardem

Wo Javier Bardem (spanischer Schauspieler) draufsteht, ist Oscarnominierung drin. Auf unserem Treppchen Platz drei. Sieht aus wie ein wildes Tier, spielt sich die Seele aus dem Leib.

..und Natalie Portman: Black Swan. alles klar?

DreiSat Freitag, 20. Mai 2011, ab 22:25h

Filmszenen I …find me! …find me!… Teil 1A. in: Gladiator. Russell Crowe – Maximus Decimus Meridius. Regie: Sir Ridley Scott 1999 – 2000


Bildquelle: DVD Columbia TriStar Home Entertainment, Bildrechte: Columbia, Universal, Scott Free Productions

..find me!… find me!…; in: Gladiator. Russell Crowe –Militärtribun Maximus Decimus Meridius, Commander Of The Armies Of The North. Buch: David Franzoni, Musik: Hans Zimmer, Regie: Sir Ridley Scott, 1999 – 2000

Vor der Szene.

Der spanische General und Militärtribun Maximus Decimus Meridius, unter dem verstorbenen weisen Kaiser Marc Aurel Commander der nördlichen Armeen des Imperium Romanum, verweigert dem Imperator Commodus die Nachfolge.

Zur Strafe soll er durch das Schwert sterben. Es gelingt ihm durch ungewöhnlichen Mut und Geistesgegenwart, der Exekution zu entkommen.

Als er nach einem Gewaltritt sein Landgut erreicht, findet er seine Familie ermordet vor. Er verliert, geschwächt durch den Blutverlust einer Schulterwunde, das Bewußtsein.

Sklavenhändler finden ihn. Sie verkaufen ihn an die Gladiatorenschule des Proximo . Dort bildet man ihn zum Gladiator aus. Schnell wird er, zuerst im Süden, dann bei den einhundertfünfzig Tage andauernden Gladiatorenspielen in Rom, zumPublikumsliebling.Die Publikumsgunst rettet ihn vor dem Urteil „pollice verso“. Das Publikum will den Gladiatorenstar lebend.

Die Edle Lucilla, Marc Aurels Tochter, wünscht die Beendigung von Commodus´ Gewaltherrschaft über das Römische Reich. – Rückgabe der Macht an den Senat.

Maximus kämpft Tag für Tag zusammen mit den anderen Gladiatoren aus Proximos Schule, um sein Leben. Da trifft er eines Nachmittags an den Gittern der Gladiatorenkäfige auf seinen ehemaligen Adjutanten und Freund Cicero.

Cicero weiss zu berichten, dass fünftausend Mann noch immer in Treue zu Maximus stehen und bei seiner Rückkehr seinem Kommando folgen würden.

Durch Cicero erfährt Marc Aurels Tochter Lucilla, dass Maximus, sollte er die Freiheit erlangen, mit seinem Heer in Rom einmarschieren und den Staat der Gewaltherrschaft des Commodus befreien werde. Sofort anschließend würde er die Macht im Staat an den Senat zurückgeben. Der Senator Gracchus ist Lucillas und Maximus´ Verbündeter. Er soll Maximus freikaufen.

Leider erfährt der Diktator Imperator Commodus durch geschicktes Ausfragen von Lucillas Söhnchen Lucius von der Verschwörung….

Die Szene – Teil eins: …find me! …

Im Stadion – Am Titusbogen.

Roma Antica. Das Kolosseum.

Heller Nachmittag. Sonne. Das Kolosseum – es fasst fünfzigtausend Personen – ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Stimmung kocht. Sprechchöre, die Leute stehen, jubeln, aus großen Wagen werden ringsum Brote in die ersten Zuschauerreihen geworfen.

Imperator Commodus und Lucilla, seine Schwester, betreten mit ihrer Entourage die Kaiserloge. Der Imperatur grüßt den römischen Gruss mit erhobener Rechter, wir sehen tausende von Armen in die Höhe gereckt, das Volk antwortet. Das Tosen im Arenarund ist unbeschreiblich, fünfzigtausend Kehlen scheinen zu schreien.

Der goldgelockte Stadionsprecher hebt die Arme, langsam läßt der Lärm nach. Jetzt kündigt den vierundsechzigsten Tag der Spiele an.

Bürger von Rom!

Am vierten Tag des Antioch feiern wir zugleich den vierundsechzigsten Tag derSpiele.

Schnitt, Blick in ein Segment der Ränge. Die Kamera fokussiert ein bestimmtes Gesicht. Bald werden wir erfahren: der Mann ist Cicero, ein Gefolgsmann des Tribun Maximus Decimus Meridius – ein Soldat in Zivil.

Und in seiner unendlichen Güte geruhte der Kaiser dem Volk von Rom am heutigen Tag einen historischen Endkampf zu schenken. Nach fünfjähriger Absenz können wir ihn heute wieder im Kolosseum begrüßen. -

Denn Cäsar hat den bisher einzigen ungeschlagenen Gladiator in der Römischen Geschichte zurückgeholt.

Schnitt. Wir stehen mitten in der Arena.

Vor uns das dreiportalige  Einlasstor. Aus dem Dunkel nähert sich eine schwarze Silhouette. Sekunden später galoppiert ein Viergespann ins helle Sonnenlicht.

Eine Quadriga schwarzer Rosse, mit roten Federbuschen, fährt ein.

Der Sprecher:

Es ist der legendäre ……

Der Name geht um Lärm unter. Die Menge fährt von den Sitzen hoch, Arme fahren in die Höhe, man ruft, winkt und klatscht Beifall. Wir sind jetzt im Publikum auf dem Rang, blicken hinunter ins Rund, dort absolviert die Quadriga die Ehrengrußrunde.

Der Wagenlenker nah, als er an der Imperatorenloge vorüberfährt.

Ein wuchtiger Mann mit schwarzsilbernem Brustpanzer und schwarzsilbernen Helm in Form eines Pantherkopfes hebt die Rechte, grüßt den Imperator.

(Auslassung)

Maximus wird in den nächsten Minuten gegen diesen Mann im Schwertkampf antreten. Zur Belustigung des Volkes läßt man zugleich die Tiger los.

(Auslassung)

Maximus hat den berühmten Gladiator im beidhändigen Schwertkampf besiegt und trotz „pollice verso“,thumbs down, leben lassen. Sofort etikettiert die Menge ihn neu. Der Siegreiche, der Gnade walten läßt. Maximus verläßt die Arena umjubelt von Sprechchören, die seinen Namen skandieren.

Der siegreiche Gladiator wird, wie üblich, in einem Triumphzug zu Fuss durch die Straßen geführt. Der Held sozusagen zum Anfassen.

Die Menge ist erregt, auch auf der Straße kocht die Stimmung. Sprechchöre skandieren auch hier den Namen des Gladiatorenstars:

Maximus!! Maximus!! Maximus!! Maximus!!

Transparente wurden beschrieben mit seinem Namen, man führt sie im Triumphzug mit wie Siegesstandarten.

Das totale Chaos verhindert der Einsatz von Soldaten, die den Schwertkämpfer eskortieren und beidseitig der Straße die Jubelnden zurückhalten.

Der Festzug erreicht den Titusbogen.

Teil 1 B folgt demnächst…

1999 – 2000 Russell Crowe -Militärtribun General Maximus Decimus Meridius, Commander of the Armies of the North, Richard Harris – Marc Aurel, Tommy Flanagan- Cicero, ehemaliger Adjutant und Freund von Maximus, Joaquin Phoenix – Imperator Commodus, Connie Nielsen – Lucilla, Tochter von Marc Aurel und Schwester von Commodus, Mutter von Lucius.

Filmszenen I ..Grandma und Tante Mary…Teil 1B. in: The Sum Of Us – Die Summe der Gefuehle. Russell Crowe – Jeff. Regie: Geoff Burton 1993-94



Bildquelle und Bildrechte: Australian Film Finance Corporation, Southern Start Entertainment Pty.

„….und da lagen sie: Oma und Tante Mary…..“, Teil 1B in: The Sum Of Us – Die Summe der Gefühle. Russell Crowe – Jeff Mitchell, der Sohn. Jack Thompson – Harry Mitchell, der Vater; Regie: Geoff Burton/Kevin Dowling 1993- 1994 nach einem Bühnenstück von David Stevens

Hören statt Lesen: Audio.mp3-> zum Soforthören

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Rückblende Schwarzweiss.

Wir blicken von oben auf den Kopfteil eines alten Gästebettes, Metall.Ein Junge liegt darin. Schön zugedeckt. Das Oberbett eine Hausfrauen-Handarbeit: gesteppter Traditions-Quilt. Licht-Schattenmuster, die wohl von der Gardine vor dem Fenster herrühren, spielen über Bett und Wand. Der Junge schläft.

Im Voice Over erzählt uns die Stimme des erwachsenen Jeff die Geschichte. -Erzähltempo schnell, Erzählton rauh, Stimme fluffig wie eine Puderquaste:

Einmal waren auch meine Cousins und Cousinen da.

I was there once. Some of my cousins were staying, too.

Die Kamera fährt zurück.

..und ..

Oma hat mir das Gästebett in ihrem Schlafzimmer aufgestellt.

So I had to sleep in that spare bed in grans room.

Blick zu den Fenstern.

Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Morgen.

I remember, I can see it so clearly.

Die Gardinen bewegen sich leicht im Wind, die Vorhänge sind offen, draussen ist es hell. Wir sehen eine Wand des Zimmers. Eine Spiegelkommode, Erinnerungsfotos darauf, an der Wand ein Spruch, wahrscheinlich gestickt,das breite Fensterbrett ist wechselweise mit einfarbigen und mit bunten Quilt-Kissen belegt.

Die Gegenstände erzählen uns etwas.Sie erzählen von Aufmerksamkeit, von Fürsorge, von Ordnung, alle sind hundertmal berührt und vom Staub der Tage befreit worden. Wir fühlen, eine liebevoll sorgende Hand hat die Bilder und Kissen angeordnet, wir fühlen die Ruhe, die der Raum ausstrahlt.

Wir fühlen, der Raum ist ein Versprechen. Die Dinge sind ein Versprechen. Ein Versprechen auf Geborgenheit.

Ich bin aufgewacht, als es hell wurde.

Waking up that first morning.

Schnitt auf den Jungen. Er richtet sich langsam auf, sieht zur anderen Raumseite hinüber. Was ist dort?

Ich hab´rüber geguckt zu Oma´s altem Doppelbett ….

Looking across grans big old double bed.

Wir sind hinter dem Jungen, blicken jetzt mit ihm hinüber zum Bett. Ein altes, reich verziertes Messingbett im Empire Stil. Große figürliche Medaillons an Kopf und Fussteil. Zu beiden Seiten zwei Jugendstil Nachttischlampen wie Blüten neigen sich sich einander zu. Jeff Stimme aus dem Off:

… und da lagen sie. Oma und Tante Mary.

And there were gran and Mary.

Der Junge richtet sich auf, um besser sehen zu können.

Eng umschlungen lagen sie einander im Arm.

Tucked up in bed wrapped up in each other´s arms.

Jetzt bekommen auch wir zu sehen, was der Junge sieht. Die Kamera fährt langsam näher, schwebtüber das Bett, wir sehen die beiden Frauen von oben. Grandma liegt auf dem Rücken.

Sie hat ihre Freundin im Arm. Der Kopf der Freundin liegt auf Grandma´s Schulter, Mary´srechter Arm quer über dem Brustkorb ihrer Freundin. Grandma´s andere Hand auf Mary´s Arm. Die Finger zucken ein wenig im Traum.

Oma hat geschnarcht, das Weiss ich noch.

Grandma was snoring , I hear her.. Snoring.

Ich lag da und hab´mir die Beiden angesehen, ganz ganz lange.

I lay there looking at them for such a long time.

Irgendwie sah es ganz natürlich aus, ganz selbstverständlich.

Just looked natural somehow, you know.

Der Junge nah. Wir sehen seine Reaktion. Er hat den Kopf angehoben, sein Blick geht zur anderen Raumseite. Er beginnt, ein wenig zu lächeln. Ohne Scham, ohne Spott, einfach, als sähe er etwas ihm lieb Vertrautes.

Schneller Schnitt. Jeffs Gesicht von heute. Genauso nah. Im Auto. Jeff schaut uns ernst an. Aber nicht zu ernst. Nicht traurig. Er ist leise geworden, nachdenklich. Die Stimme ist sanft, weich, samten. Sie streichelt die Worte, die er spricht.

Na, ja wie….

…das Natürlichste auf der Welt.

Like the most natural thing I´d ever seen.

Pause. Licht- und Schattenwechsel. Jeff muss einen Moment von uns weg durch die Frontscheibe auf die Fahrbahn blicken,er blinzelt ein paar Mal, wie wir es tun, wenn uns etwas beschäftigt.

Kleine Pause. Noch immer blickt er nach vorne. Wir sehen, er hat Worte für das gefunden, was er spürt.

Wieder Blickkontakt zu uns.

Wir müssen genau hinhören, er tupft zwei kleine Worte in die Luft vor sich. Er sagt:

Wie…Liebe.

Like love.

Er beobachtet ein wenig unsere Reaktion.

Beginnt ganz leicht zu lächeln, wendet sich wieder seiner Fahrtätigkeit zu. Träumt zum Frontfenster hinaus. Das Lächeln in seinen Mundwinkeln bleibt noch einen Moment stehen. Nicht breit, nur ein Hauch davon.

Schnitt.

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1993 – Russell Crowe (im Alter von 30) – Jeff Mitchell, Sohn auf Bräutigam-Schau, Jack Thompson – Harry Mitchell, Vater auf Brautschau