Monatsarchiv: April 2011

Filmszenen I …Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander. Teil 1A Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03


Bildquelle und Bildrechte Universal Pictures and Twentieth Century Fox and Miramar Dist.

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Teil 1A…Stärke. Sie finden sie in sich selbst!…in: Master and Commander – The Far Side Of The World/Bis ans Ende der Welt. Russell Crowe – Captain Jack Aubrey. Regie: Peter Weir 2002 – 03 nach einer Romanserie von Patrick O´Brian.

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Vor der Szene

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Wir schreiben das Jahr 1805. Napoleon hat Europa unter seiner Herrschaft. Nur die Britische Kriegsmarine steht ihm im Weg. Die Ozeane sind zu Schlachtfeldern geworden. Wir befinden uns auf dem Britischen Dreimaster H.M.S. Surprise, das mit seiner 197 Mann starken Besatzung unter Captain Jack Aubrey in Kriegsauftrag vor der Küste Brasiliens unterwegs ist.

An Bord eines Militärschiffes herrscht eine strenge Rangdisziplin. Zwischen gemeinen Matrosen und den uniformierten Offizieren liegen Welten. Kein Matrose darf je grußlos an einem Mitglied der Führung vorbeigehen, Rangniedrige haben Ranghohen auszuweichen.

Fähnrich Hollom, ein Mittschiffsoffizier, ist charakterlich eigentlich für eine Führungsaufgabe an Bord eines solchen Schiffes fehl am Platze. Die Mannschaft verliert mehr und mehr den Respekt, einige halten ihn bereits für einen Unglücksbringer, die Stimmung kocht gegen ihn auf.

Ein junger Matrose erlaubt sich, aufgestachelt von der allgemein aggressiven Stimmung gegen Hollom, eine Inobödienz vor versammelter Mannschaft an Deck. Sein Pech: Der Captain war gerade zu einer Kartenbesprechung mit seinem ersten Offizier an Deck und wurde Zeuge des Vorfalls.

Die Szene

Insert auf zwei Hände. Sie liegen auf einem graumelierten Steinziegel und ziehen diesen auf einer dünnen Schicht nassen Sandes über die Bohlen des Schiffsdecks.

Die Linke läßt den Stein los, greift nach einem groben Holzbecher, der mit einem Stück Jute abgedeckt ist. Der Besitzer der Hände, ein junger Vollmatrose, nimmt einen Schluck Wasser.

Die Kamera fährt zurück, wir sehen, der Matrose kniet in einer Gruppe, alle dicht hinter – und nebeneinander, alle schrubben das Deck. Beschäftigungsübungen für die Mannschaft, um die aufgestaute Energie abzuleiten.

Aufgestaut hat sie sich, da die Segel keine Arbeit aufgeben. Das Schiff liegt in einer Flaute. Die Kalmen. http://wapedia.mobi/de/Kalmen Seit Tagen kein Windhauch. Die Luft ist extrem heiß und feuchtschwer. Die Matrosen arbeiten im Hemd oder mit unbekleidetem Oberkörper.

Der junge Matrose, er wendet sich an denjenigen, der neben ihm schrubbt:

Killick hat Recht.Am Morgen vor dem Gefecht hatte er nicht den Schneid gefechtsklar machen zu lassen.

It´s like Killick says. Morning of the battle, he doesn´t have the guts to beat to quarters.


Die ganze Gruppe hört mit.

Dann kratzen seine ganzen Kanoniere ab, bis auf ihn.

Then his entire gun crew´s killed.


Er ist kaum auf dem Besanmast – fällt Warley runter.

Soon as he went up the mizzen, Warley falls.


Schnitt Richtung Heck. Jetzt sehen wir, wen der junge Matrose beschreibt. Am Heck kauert Fähnrich Hollom. Auch er hat sich eines Teils seiner Uniform entledigt. Er trägt noch Weste und Hose – und natürlich den Hut, das Standeszeichen.

Wer hatte Wache, als die große Flaute kam?

And whose watch was it when we lost our wind?


Hollom erhebt sich, unsicher. Er zupft an den Schößen seiner Weste und entfernt sich von der Gruppe.

Schnitt. Später.

Wir sehen, er nähert sich dem Heck-Kastell, http://de.wikipedia.org/wiki/Schiffskastell das über das Mittschiffsdeck erhöht ist. Dasganze Deck ist voller Seeleute, man bringt Kanonen und Beiboote auf Vordermann.

Zwischen all den Männern erhaschen wir einen kurzen Blick auf zwei weisse Hemden. Captain Aubrey und sein erster Lieutenant, Pullings, stehen dort über eine Seekarte gebeugt.

Wir folgendem alten weisshaarigen Matrosen, der das Deck entlang geht, auf Hollom zu. Dicht hinter ihm bewegt sich der junge Matrose. Der Weisshaarige erreicht den Fähnrich, tritt einen Schritt rückwärts und hebt die Hand an die Stirn zum Gruss.

Schnitt. Gegenschuss. Jetzt sehen wir, wie der Jungmatrose Hollom erreicht. Kein Salutieren. Kein Ausweichen. Er geht in vollem Bewußtsein, eine Kollision herbeizuführen, geradeaus weiter, als wäre Hollom Luft.

Die Schulter des kräftigen jungen Mannes trifft Hollom so hart, dass dieser, ein leichtknochiger schmaler Leptosom, http://de.wikipedia.org/wiki/Leptosom wie ein Blatt Papier zur Seite fliegt.

Der Stoß schmerzt, Hollom fasst sich an die Schulter, dreht sich nach dem Matrosen um, der, als sei nichts geschehen, mit den Händen in den Taschen hinter dem Weisshaarigen weiter hergeht.

Schnitt zum Kastell. Der Captain hat sich von der Karte aufgerichtet. Er hat den Vorfall gesehen. Ein Schritt zur Seite, hinter dem Kartentisch hervor, sein gestreckter Arm schießt nach vorne. Er schreit:

Du da! Stehenbleiben!

You there! Stand fast!


Unwillig dreht sich der junge Matrose um, noch immer die Hände in den Taschen.

Schnitt.

Gegenschuss auf den Captain. Seinen gestreckten Arm immer noch nach vorn geschleudert, deutet er mit dem Zeigefinger nach dem Matrosen. Seine Energie schießt in Richtung des Straffälligen. Laut:

Waffenmeister! Schaffen Sie den Mann unter Deck und legen Sie ihm Fesseln an!

Master-at-arms, take that man below and clap him in irons.


Wir hören

Aye, Sir.

Aye, Sir.


Der Waffenmeister eilt herbei, salutiert, bleibt vor dem Deliquenten stehen.

Der Captain nah. Sein Blick, die geschürzten Lippen, er wirkt zornig. Laut, für die gesamte Mannschaft glasklar vernehmbar:

Mr. Pullings (First Lieutenant), Straffälliger um acht Glasen.

Mr Pullings, defaulter at eight bells.


Hinter dem Captain sehen wir die Gesichter einiger Mannschaftsmitglieder, betreten, ängstlich. Alle scheinen zu wissen, was jetzt kommt.

First Lieutenant Pullings:

Aye, Sir.

Aye, sir.


Der Captain wendet sich ab, er scheint wegzugehen. Noch im Drehen, hören wir, er sagt mit gesenkter Stimme zu Pullings:

Bringen Sie Hollom in meine Kajüte.

Bring Hollom down to my cabin.


Schnitt.

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2002 – 2003 Russell Crowe (im Alter von 38, gespieltes Alter deckungsgleich) – Captain Jack Aubrey im Dienst seiner Majestät es Königs Georg III von England, James D´Arcy – First Lieutenant Tom Pullings, Lee Ingleby – Fähnrich / Midshipman Hollom.

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Wir müssen – geradezu als Disclaimer – anfügen: Das überaus differenzierte, atemberaubend nuancenreiche Spiel und die energetische Präsenz von Russell Crowe deskriptiv in Worte fassen zu wollen (the attempt to put it into written words) kann nur scheitern, ist also naiv oder Hybris. Ja. …warum wir es dann trotzdem probieren? ähh ….. Vielleicht merkt ja keiner unseren Pfusch. .. und wenn doch: die Filme gibt´s auf DVD.

Filmszenen I Fernsehtipp Russell Crowe: Sonntag, 1. Mai 2011, kabeleins, 20:10h: A Beautiful Mind. Regie: Ron Howard, 2001-02


Bildquelle pinartarhan.com Bildrechte: Paramount, Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer

Fernsehipp Russell Crowe:

Sonntag, 1. Mai 2011, kabeleins, 20:10h:

A Beautiful Mind.

Regie: Ron Howard, 2001

Trailer des Films-> (in englischer Sprache mit Originalstimme RC)

Storyline:
Princeton im Jahr 1947: Der talentierte und exzentrische John Nash (Russell Crowe) nimmt sein Mathematikstudium auf. An der elitären Universität findet sich Nash, der aus einfachen Verhältnissen stammt, nur schwer ein.
Seine überdurchschnittliche Begabung lässt jedoch schon bald die Fachwelt aufhorchen. In wissenschaftlichen Kreisen gilt Nash als Genie, das schnell internationale Anerkennung findet. Dann droht eine fruchtbare Diagnose seine Karriere zu beenden:
Nash leidet an Schizophrenie …

Oscarprämiertes Meisterwerk von Ron Howard über das Leben des psychisch kranken Mathematikgenies John Forbes Nash …

Bildrechte: Paramount, Universal, Dreamworks, Imagine Entertainment Brian Grazer Bildquelle kino.de

Bildergalerie auf kino.de->

mit Russell Crowe, Paul Bettany, Ed Harris, Jennifer Connelly, Christopher Plummer. Buch: Akiva Goldsman;

Regie: Ron Howard (Backdraft, Der Grinch, Das Comeback, Apollo 13,  Der DaVinci Code, Splash, In einem fernen Land)

Textquelle und Copyright save.tv

Filmszenen I ..ist er jetzt da? .. in: Mein alter Freund Fritz. Ulrich Tukur – Professor Harry Seidel. Buch und Regie: Dieter Wedel, 2006-07

Bildquelle und Bildrechte: allmedia pictures gmbh für 3SAT.

Karfreitagsinterludium I ..ist er jetzt da? .. in: Mein alter Freund Fritz. Ulrich Tukur – Professor Harry Seidel, Otto Schenk – Patient Herr Knoppig. Buch und Regie: Dieter Wedel, 2006-07

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Vor der Szene

Zeit und das Wahrnehmen des Patienten als Person machen den guten Chirurgen zum sehr guten Arzt. Der äskulapische Eid verpflichtet, den Lebenserhalt des Patienten zu versuchen, seine Gesundung zu fördern.

Selbstheilungskräfte können durch Vertrauen aktiviert werden.

Manchmal jedoch kann der Arzt den Patienten nur noch zum Lebensende begleiten. Wenn die Krankheit alle verfügbaren Mittel moderner Medizin unzureichend werden läßt.

Wie bei Herrn Knoppig, einem Mittsiebziger (der große Otto Schenk, heute 81, in seiner bis heute letzten Fernsehrolle), der noch auf zehn, fünfzehn Jahre Austrag gehofft hatte.

Seine Krankheit wird das nicht erlauben. Keinen weiteren Winter mehr, das Ende des Herbstes wird auch sein Abschied.

Professor Harry Seidel, früher eher feige in solchen Dingen, hat dieses Mal den Mut, den Patienten zu begleiten.

Die Szene

Ein Krankenhauszimmer. Intensivstation. Close up. Wir sind dicht am Bett.

Der alte Herr sitzt nicht mehr, wie in den Tagen vorher, er liegt, eine Sonde führt Flüssignahrung über die Nase zu, eine Sauerstoffgabe ist ebenfalls an der Nase angelegt. Er wirkt sichtbar geschwächt. Im Hintergrund sehen wir den Bildschirm des EKG und hören die Quittungstöne des Pulses.

Professor Seidel hat sich dicht über ihn gebeugt. Der alte Herr scheint so schwach, dass er nur flüstert. Vielleicht flüstert er auch aus Angst. Er fragt Seidel:

Ist er jetzt da?

Seidel hat den alten Herrn genau verstanden. Die Frage galt der Gestalt, die nicht nur die Wiener als Schnitter Tod bezeichnen. Seidel zögert kaum, sein

Ja.

kommt schnell und unmissverständlich. Er selbst scheint keine Angst zu haben,unterläßt jeden Versuch, auszuweichen, er wirkt wach und freundlich. Der alte Herr, suchend, mit geschlossenen Augen:

Im Flur, draussen?

….oder schon hier drinnen?

Seidel wartet nur einen winzigen Moment, bevor er sagt:

Hier drinnen.

Noch immer wirkt er freundlich und zugewandt.

Der alte Herr nickt. Eine klare Auskunft. Er kann sich auf den Weg machen.

Seidel zieht sich vom Bett zurück.

Schnitt. Später.

Halbnah.

Die Krankenschwester, in ihrer Leibesfülle und der dicken schwarzen Lockenpracht auf ihrem Kopf ein Versprechen blühenden Lebens neben der unsichtbaren Gestalt, die am Bett wartet.

Siesitzt jenseits von uns am Bett, hält die Hand des alten Herrn. Sie lächelt, sobald sie fühlt, der Mann sieht sie an. Auf einmal greift er nach ihren Fingern, als wolle er mit ihr gleichzeitig das Leben festhalten, er kämpft hart mit dem Atemholen. Wir hören das typische Geräusch von Wasser in der Lunge. Das Herz will nicht mehr.

Die Krankenschwester

Wir haben ja nicht nur dieses Leben. Wir haben mehrere.

Schnitt auf den Patienten.

Er ringt um Luft, blickt die Schwester an. Seine Hand scheint fortgesetzt nach etwas greifen zu wollen, die Finger öffnen und schließen sich. Die Schwester streichelt seine Wange. Dann:

Der Tod ist nur ein Übergang.

Sie lächelt ihn an.

Schnitt. Auf dem Gang vor dem Krankenzimmer.

Auf einer Bank sitzen der Sohn und die Schwiegertochter.

Der Professor steht ihnen gegenüber.

Der Sohn:

Tun Sie was, irgendwas.

Die Schwiegertochter:

Der derf nonetsterba,bitte!

Seidel

Manchmal kann Liebe…

Seidel nimmt sich die Zeit, sich neben die Beiden auf die Bank zu setzen.

….schon eine sehr sehr egoistische Sache sein.

..Sie…

Er denkt einen Moment nach

… es geht um gelebte Tage. Nicht um Tage, an denen man lebt.

Die Blicke der Beiden zeigen uns Schmerz, Sorge und – Verständnislosigkeit. Was redet der Professor da?Ist es nicht sein Job, ihnen den Schmerz und die Schwierigkeiten vom Halse zu halten, die mit dem Tod des Vaters einhergehen?

Schnitt. Im Krankenzimmer. Die Kinder, das Ehepaar, beide Mittdreissiger, am Bett. Wir blicken von oben auf die Szene. Die Schwiegertochter steht am Fussende, der Professor an der Bettseite. Der Sohn, noch im Mantel, hat sich dicht neben seinen Vater gesetzt, streichelt dessen Stirn seine Hand liegt auf der seines Vaters. Es ist klar, dass die letzten Minuten angebrochen sind. Jeder Atemzug des Sterbenden ist ein Kampf.

Schnitt auf Seidel. Er sieht besorgt, aber ruhig, zu.

Sohn und Vater nah. Der Sohn hat sich dicht zu seinem Vater gebeugt.

Er ist innerlich ganz bei ihm.

Die letzten schweren Atemzüge des alten Mannes.

Insert auf das EKG. Der Alarm beginnt anzuschlagen, der Puls sinkt auf dreissig.

Schnitt auf Vater und Sohn. Der Kampf um Luft hört auf, das Gesicht des alten Mannes zeigt keine Bewegung mehr, die Zeit steht für ihn still. Er ist tot.

Wieder das Zimmer. Wieder blicken wir von oben auf das Bett. Der Mann, der Sohn, die Tochter, der Arzt. Der Sohn blickt Seidel fragend an. Der Alarm läuft weiter, Rotes Blinklicht und ein repetierender Klangton.

Insert auf das EKG. Flatline.

Seidels Arm durchkreuzt den Blick auf den Schirm. Er schaltet aus.

Der Alarm ist endlich still.

Schnitt auf Vater und Sohn. Die Augen des Verstorbenen sind offen geblieben, der Mund ebenfalls, die Zunge noch sichtbar, wie er sie im Ringen um Luft an die Lippe gehoben hatte.

Der Sohn hält noch immer seine Hand auf der Stirn des Toten, birgt sein Gesicht im Arm.

Er hatte den Mut, bis zur Schwelle mitzugehen.

Schnitt Draussen.

Im Gang. Die Frau weint, der Mann sitzt, das Gesicht auf die Hände gestützt, vorwärts gebeugt da. Eine Schwester bringt Kaffee. Er nimmt sich einen Becher. Die Frau auch. Das angebotene Brot lehnt sie ab.

Zwei Pfleger fahren eine Bahre aus dem Krankenzimmer, der Leichnam ist mit einem Tuch zugedeckt.

Der Sohn steht auf, blickt der Bahre nach. Seine Frau scheint ihn stützen zu wollen, sie legt eine Hand auf seinen Rücken, er macht einen Schritt, als wolle er der Bahre nachgehen. Bleibt aber dann doch stehen.

Schnitt

Im Krankenzimmer

Seidel allein neben dem leeren Bett.

Er sitzt da und sieht ins Dunkle. Keine Bewegung. Nichts geschieht. Sein alter Freund Fritz erscheint nicht mehr, um ihm ins Gewissen zu reden. Es ist nicht mehr nötig.

2006 – 2007 Ulrich Tukur (im Alter von 49) – Professor Dr. Harry Seidel, Otto Schenk (im Alter von 76) – Patient Herr Knoppig, Sabine Orleáns- die Krankenschwester.