Monatsarchiv: Juli 2010

Filmszenen I Fernsehtipp: 1.8.2010, 20:15h, ORF1: 3:10 to Yuma – Todeszug nach Yuma. Oscarnominierter Western. Russell Crowe – Ben Wade, 2006-07.



Bildquelle und Bildrechte LionsGate Entertainment (Hotlinking des Bildes ist eine Copyright-Verletzung)

Sendetermin: 1. August, ORF 1, 20:15h.

Der Postkutschenräuber Ben Wade (Russell Crowe) wurde gefasst. In Bisbee, Arizona.

Jetzt muss er seiner gerechten Strafe zugeführt werden. Der 3:10 ab Yuma soll ihn seiner Hinrichtung entgegenfahren.

Aber zwischen der Abfahrt des Zuges und Ben Wade liegen drei Tage und achtzig Meilen zu Pferde.

Ein paar mutige Männer werden den Verbrecher eskortieren. Obwohl ihn seine Bande befreien will. Wer überlebt? – Genau.

Extrem spannender aussergewöhnlicher Western ohne Indianergeheul, aber mit Psychoduell zwischen Batman Christian Bale und Gladiator Russell Crowe

Homepage des Filmes mit Film-Trailer 3:10 to Yuma – Todeszug nach Yuma

Filmszenen I …I´ve just clipped her wing… Szene aus: Das Piano. Teil 2A. Holly Hunter – Ada McGrath. Regie: Jane Campion, Australia, 1992-1993

Bildquelle und Bildrechte Australian Film Commission and Miramax Filmverleih

... I just clipped her wing…Teil 2A. in: Das Piano. Holly Hunter – Ada MacGrath. Regie: Jane Campion, 1992-1993 New Zealand / Australia; Musik: Michael Nyman (The Cook, the Thief, his Wife and her Lover Regie: Peter Greenaway, 1989; The Ogre 1996 Regie: Volker Schloendorff)

Story Line->

Filmbesprechung->

Das Piano 1992 – 1993 wurde mit drei Oscars ausgezeichnet und war nominiert für acht Oscars. Regie: Jane Campion, New Zealand / Australia.

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Vor der Szene

Alistair unterbindet die Liebestreffen zwischen Ada und George, indem er Ada in ihrem Haus im Halbdunkel einsperrt. Er vernagelt alle Fenster, so dass Ada nicht einmal mehr der Blick nach draussen möglich ist. Draussen, das ist ein brandgerodeter Platz mit toten Baumstümpfen, umgeben von einer undurchdringlichen grünen Mauer – dem Regenwald.

Ada´s kluge Strategie ist es, ihrem Gatten Alisdair zu seinem grössten Erstaunen körperlich – erotisches Vergnügen zu bereiten, bis seine Vorsicht nachlässt. Pietistische Nachbarinnen, die die Familie besuchen, finden ein scheinbar perfektes Familienleben vor. Ada wirkt ruhig und vernünftig. Ein eigenes Klavier ist nun auch im Hause.

Eines Morgens dringt Licht ins Schlafzimmer. Alistair entfernt die Bretter von den Fenstern.

Er muss weiter weg, um Schutzzäune zu bauen. Kaum ist er gegangen, will Ada George eine Liebesgabe schicken. Flora, die Tochter, soll sie überbringen. Das Kind, eifersüchtig, bringt die Gabe jedoch Alisdair.

Der ist ausser sich.

Die Szene

Wald. Blaues Licht. Weiss, als wäre Schnee gefallen. Der Regen. Alistairs Kopf nah. Sein Mund ist offen, aufgerissen, er rennt. Baumstämme ziehen durchs Bild. Wieder Alisdairs Gesicht. Es regnet. Alisdair ist bis auf die Knochen durchnässt.

Seine Hand nah. Er hält die große Axt in der der Rechten. Wir hören seine Schritte, er läuft schnell, er eilt, der Schlamm macht ein schmatzendes Geräusch, wenn der Schuh den Fusstritt verlässt.

Flora nah, sie trägt Engelsflügelchen, sie rennt auch, ebenfalls durch den Wald. Ihr langes Haar ist nass. Flora orientiert sich, rennt weiter. Sie scheint besorgt.

Schnitt.

Im Hause von Ada und Alisdair. Alles ist wohlgeordnet, schönes Holz, Tischdecke aus Klöppelspitze, ordentlich, trocken, Ada sitzt vorbildlich ruhig am Tisch und liest ein Buch.

Sie schreckt hoch.

Schnitt zur Tür.

Die Tür ist offen. Das Blau dringt herein. Blaues Regenlicht. Alisdair hat mit der Axt bereits ausgeholt. Ein Ächzen. Der Schlag ist gewaltsam. Die Axt spaltet den Tisch direkt neben Ada´s Buch.

Schnitt.

Ada ist zurückgewichen. Eine Hand vor den Mund geschlagen. Sie ist auffällig sauber klar und glatt. Ihr streng geflochtenes Haar, der Mittelscheitel, die glatten Cabochons ihrer schwarzen Augen.

Schnitt auf Alisdair. Schmutzig, nass, die Haare wirr, Kratzer im Gesicht, seine Zähne wie ein Hundegebiss, der Unterkiefer weit offen.

Der nächste Schlag seiner Axt geht ins Klavier. Das Blatt der Axt bleibt im Deckel stecken. Ada versucht, ihren Mann von ihrem Instrument zurückzureissen.

Alisdair schreit, er wirbelt Ada herum, packt sie an den Armen, brüllt

Ich habe Dir vertraut.

Der Hüne schleudert die kindhaft zierliche Frau durch den Raum, schüttelt sie dabei.

Ich habe Dir vertraut, verstehst Du?

Ada hält sich an Alisdairs Weste auf Brusthöhe fest. Sie hält sich an einer Gewalt fest, einer Gewalt, die sie jeden Moment töten kann.

Alisdair

Zwingst Du mich denn dazu, Dir weh zu tun?

Sein Gesicht ist verzerrt, hässlich, direkt über ihr. Er hat sie rückwärts über das Klavier gezwungen, sie liegt mit dem Oberkörper auf dem Instrument. Wir sehen gerade noch einen Blick von ihr zur Seite, Ekel….

Schnitt..

Zwei Garnrollen auf dem Tisch, sie wurden von Alisdairs Wüten angestoßen, eine fällt, das Garn rollt in rasendem Tempo von der Spindel ab…

Alisdair hat sich über Ada geworfen, drückt seinen schweren Körper auf sie. Im Zorn, er weint:

Wir könnten glücklich sein.

Wieder reisst er sie hoch, schlägt sie mit dem Rücken gegen die Wand.

Du machst mich rasend! Sprich!

Er reisst sie in die Zimmermitte, packt sie an der Hand, mit der freien Hand greift er die Axt.

Wir sehen die offene Tür. Er zerrt sie zur Tür, hinaus.

Schnitt.

Wir sehen Flora, sie rennt heran, sie hat das Haus erreicht. Flora kann hören:

Du hast mich belogen! Du wirst dafür Rede und Antwort stehen!

Schnitt.

Es regnet in extremis. Dichte Wasserschauer, das Licht blaugrau. Wir sehen den Mann, der seine Frau am Handgelenk zerrt. Ada greift in ein großes Bettuch, das zusammen mit der anderen Wäsche noch an den Leinen hängt. Wir hören ein schmerzhaft unangenehmes Reissgeräusch. Das Bettuch reisst entzwei.

Der große Mann zerrt die zierliche Frau weiter weg vom Haus, Ada versucht immer noch, sich am Bettuch festzuhalten.

Er brüllt am äußersten Maximum seiner Stimme, gegen den Regen an. Das Prasseln ist laut wie ein Wasserfall. Er hat Ada vom Tuch losgerissen.

Ob Du es sprichst, oder nicht, Du wirst Dich dafür verantworten!

Wir sehen die beiden Körper durch´s Bild gleiten, dazwischen, im Hintergrund, Floras weisse Schürze, sie steht am Baum und sieht zu. Ihr Gesicht ist verzerrt.

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Holly Hunter – Ada McGrath; Harvey Keitel – George Baines, der Nachbar; Sam Neill – Alisdair Stewart, Ada´s Gatte; Anna Paquin – Flora McGrath, die Tochter

Kommentar:

Tja, so geht’s mancherorts zu. Auch bei uns in Europa. Bei uns: Die Eltern – kriegstraumatisiert von Nazideutschland und Zweitem Weltkrieg, krank von selbst erfahrener unmenschlicher Gewalt und Kälte. Da sprengt erlernte Gewalt klar und glatt die Grenzen seelischer und geistiger Gesundheit. Einmal, zweimal, immer wieder, jahrelang.

Der Amokläufer vergisst. Er vergisst jedes normale Mass. Er will seine Energie ableiten, er will töten – die eigenen Kinder, diejenigen, die ihm nahe stehen.

Borderliners. Jederzeit. Jederzeit können sie losgehen, wie Zeitbomben. Diese Zeitbomben sind Eltern von Kindern. Imagine those kids….

Filmszenen I Der Kampf. Szene aus: Das Piano. Teil 1. Holly Hunter – Ada McGrath. Regie: Jane Campion, Neuseeland/Australien, 1992-1993

Bildquelle ikonenmagazin.de Bildrechte: Miramax Filmverleih.

Szene aus: Das Piano.  Der Kampf. Teil 1. Holly Hunter – Ada McGrath. Regie: Jane Campion, Neuseeland/Australien, 1992-1993

Story Line->

Filmbesprechung->

Das Piano 1992 – 1993 wurde mit drei Oscars ausgezeichnet und war nominiert für acht Oscars. Regie: Jane Campion, New Zealand / Australia.

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Vor der Szene

Neuseeland.  Kolonialzeit. Ada McGrath wurde von Schottland aus mit Alisdair verlobt,  der einer schottischen Siedlergruppe in Neuseeland angehört. Gleich nach ihrer Ankunft in Neuseeland per Schiff wird sie mit Alisdair verheiratet.

Ada spricht nicht, seit sie sechs Jahre alt war. Ihr virtuoses Klavierspiel ist ihre Stimme. Bei  George, einem benachbarten Siedler, steht ihr Flügel. Unter der Prämisse, George Klavierunterricht zu erteilen, darf sie das Instrument spielen.

Leise und unabsichtlich wird zwischen Ada und George aus Beobachten erotische Nähe, aus erotischer Nähe Liebe. Verbotene Liebe.

Die Szene

Wir sehen Ada durch den Wald eilen. Die Ferne von ihrer schottischen Heimat hat sie keineswegs dazu veranlasst, die pietistisch-biedermeierlichen Kleidungsvorschriften zu lockern. Ihr Körper ist in ein Korsett eingepresst, ihr Rock vom Käfig einer Krinoline aufgebauscht, ihr weisses Gesicht von der streng symmetrischen Biedermeier-Frisur diszipliniert.

Alisdair, nah. Ihr Mann sieht sie, er weiss, sie kommt von George. Er hat gerade erfahren, sie liebt George.

Very close up Ada.

Ihr Gesicht – leichenweiss im fahlen Morgenlicht, flach und glatt, ihre Lippen bläulichrot,  öffnen sich einen Spalt – Schreck. Die Augen – schwarze Pupillen, glatt, glänzend, rund.

Schnitt auf die Frau und den Mann.

Ada geht schnell, blickt sich ab und zu nach ihm um, sie versucht, Haltung zu bewahren. Ihr bleiches Gesicht, ihr weisser Hals leuchten über dem Kleid. Sie hält ihren Kopf steif, presst die Lippen aneinander. Alisdair hinter ihr. Groß, riesig, wie ein Bulle. Er weht heran, immer näher.

Schnitt.

Beide von der Seite. Wir sehen, er erreicht sie, fasst sie von hinten um die Taille, hält sie auf, dreht sie und versucht, sich einen Kuss zu erzwingen.

Ada taucht unter ihm weg, nimmt ihren Lauf wieder auf. Alisdair greift in ihre Röcke, schiebt den Überrock hoch.

Schnitt.

Ada von hinten. Wir sehen ihren Rücken, ihren kleinen Nacken, das streng geflochtene Haar. Ihre Arme über dem Kopf, hält sie sich mit beiden Händen an einem Ast fest, sie wird gezerrt, Alisdair scheint an ihrer Kleidung zu zerren, so sehr, dass sie fast waagerecht, wie ein dunkles Fahnentuch, von ihrem Ast wegflattert.

Wir hören das Geäst unter der Zuglast knarren.

Halbtotale.

Tatsächlich.

Alisdair zerrt an ihrem Überrock. An ihrer Taille blitzt weiss das Unterkleid auf.

Er pflückt sie von ihrem Ast wie eine Stück unreifes Obst, das sich nicht recht lösen will. Sie fällt, er auf sie.

Ada nah. Ihre Augen weit offen, sie blickt starr ins Nichts, der Mund geöffnet. Sie hält sich steif. Alisdair drückt sein Gesicht gegen ihres. Geht langsam rückwärts, wir fühlen, er macht sich bereit, sie zu beschlafen.

Plötzlich schießt ihr Blick in seine Augen. Ein Blick wie ein Dolchstoß. Sie tut nichts, sieht ihn aus ihren schwarzen Augen an. Die Augäpfel glänzen weiss.

Beide nah. Wir sehen, Alisdair kniet jetzt, greift in ihren Schritt. Sie richtet sich auf, kriecht auf Händen und Knien von ihm weg.

Alisdair bleibt hinter ihr, versucht, ihr Kleid erneut zu greifen, schiebt es hoch. Ada´s Blick ist fest. Fest entschlossen, nicht nachzugeben, wieder greift sie mit beiden Händen in einen Ast.

Eine Kinderstimme. Ada´s Tochter Flora rennt durch den Wald auf sie zu.

Der Kampf pausiert. Alistair zieht sich zurück, atmet schwer.

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Holly Hunter – Ada McGrath, Harvey Keitel – George Baines, der Nachbar, Sam Neill – Alisdair Stewart, Ada´s Gatte, Anna Paquin – Flora McGrath, die Tochter