Monatsarchiv: April 2010

Filmszenen I … ich hab´nur schlecht geträumt… Teil 7. in: Die Toten vom Schwarzwald. Heino Ferch – Matthias Auerbach. B. und R.: Thorsten Näter, 2

Bildquelle und Bildrechte bei Studio Hamburg für ZDF Zweites Deutsches Fernsehen 2009-2010

… ich hab´nur schlecht geträumt… Teil 7. in: Die Toten vom Schwarzwald. Heino Ferch – Matthias Auerbach. hf Buch und Regie: Thorsten Näter, 2009-10

Vor der Szene

Beierle wünscht sich ganz naiv von seiner gekidnappten Tochter die Wiederkehr eines glücklichen Familienlebens zu dritt.

Die Tochter jedoch weiss, dass ihr Vater Ewald Beierle ihre Zwillingsschwester vor zwei Jahren im Streit getötet hat. Die Tote in der Erdhöhle ist Katharina, Matthias Gattin.

Die Tochter, die wir sehen, ist Roswitha, die andere Schwester. Roswitha war bei Beierles aufgewachsen. Vor zwei Jahren war sie endlich per Zufall auf Katharina getroffen, die bei der Hebamme Frau Kraft aufgewachsen war.

Frau Kraft hatte direkt nach der Geburt von Beierle, genau wie im Märchen, den Auftrag bekommen, die zweitgeborene Tochter in den Wald zu bringen, zu töten und dort zu verscharren. Die Hebamme hatte das natürlich nicht übers Herz gebracht und die Kleine an Tochter Stelle behalten.

Jetzt endlich hat Mattias die Einzelheiten beisammen. Frau Kraft bestätigt, dass Zwillinge geboren wurden, und einer der beiden bei Ihr zur Pflege blieb.

Matthias und Inka sind im VW – Bus allein im Wald und unterhalten sich. Jetzt endlich kann Matthias deuten, warum ihm Katharina in den letzten zwei Jahren so fremd geworden war.

Es war gar nicht Katharina gewesen, die war tot. Roswitha war in ihre Rolle geschlüpft und aus dem „Urlaub“ zu Matthias zurückgekehrt.

Dass das nicht funktionieren konnte, zeigt der Status Quo. Die beiden hatten sich scheiden lassen.

Beinahe überleben Matthias und Inka diese Nacht im Wagen nicht, denn die Helfer von Beierle zünden den Boden um den Bus herum an.

Die Polizei ist schnell zur Stelle, der Brand wird gelöscht und die beiden Brandstifter geben den Aufenthaltsort von Roswitha preis. Dort jedoch findet die Polizei niemanden mehr im Kellerverlies vor. Dort ist nur ein riesiger Blutfleck. Es sieht aus, als wäre Roswitha auch getötet worden.

Auf einen anonymen Hinweis hin findet man im Wald Roswithas Kleid und ein Messer.

Beierle wird daraufhin wegen Mord zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

In der Nacht darauf sind Matthias und Inka zusammen in einem Motel. Der unbrauchbare VW-Bus wurde gegen einen PKW getauscht.

Die Szene.

Die vergangenen Erlebnisse und die gemeinsame Sucharbeit haben Matthias und Inka einander so nahe gebracht, dass es eigentlich nur logisch ist, der Nähe Körper zu geben.

Es ist Nacht. Regen tröpfelt und rauscht monoton.

Die Fassade eines Motels. Türen ebenerdig, Kompartiment neben Kompartiment, grün beleuchtet. Wir nähern uns langsam einer der Türen im Erdgeschoss, Nr 123. Wir wissen nicht, was uns hinter den weissgestrichenen Fensterkreuzen erwartet. Gleich sehen wir: es ist nichts Schlimmes.

Wir treten dazu, als Inka und Matthias schon wissen, dass sie miteinander schlafen wollen.

Zwei Gläser, nah, eine Hand gießt aus einer Flasche ein, ein Bier wird geteilt.

Halbnah der Raum. Die Wände dunkelblau, nur die Nachttischlampen geben weiches Licht. Matthias und Inka stehen neben dem Bett.

Es ist nicht die große Leidenschaft oder aufgestaute Energie, die sich jetzt Bahn brechen müsste.

Matthias sieht eher freundlich aus und Inka lässt kommen, was da eben kommt. Die Annäherung ist vorsichtig. Keiner der Beiden ist wirklich ausserhalb seiner selbst.

Es ist eben eher ein logischer Schritt zweier Menschen, die nicht wirklich was anderes im Moment zu tun haben. Und kurzweiliger als vor dem Fernseher einzuschlafen ist es allemal.

Der Kuss der Beiden ist nicht mehr, als eine tastende Berührung, ein kleinstes gemeinsames Vielfaches einer nicht sehr großen Zahl.

Nah, Hände. Kleidung wird abgestreift.

Ein Gesicht, eine Frauenhand. Inka nimmt Matthias die Brille ab. Finger, die Haut berühren, ein Arm, ein Streicheln, Zwei Augen, die sich schließen.

Wer weiss nicht, wie das ist. Ein ruhiger Anfang…

Schnitt.

Draussen.

Im Regen nähert sich eine Gestalt in einer Regenpellerine mit Kapuze.

Später.

Die Lichter sind gelöscht.

Inka und Matthias sind nach dem Akt eingeschlafen, Inka hat ihren Kopf auf seine Schulter gelegt. Die Bettdecke wurde in der Erschöpfung vergessen. Das Zimmer ist, wie alle Motels, natürlich überheizt.

Wir sehen, dass Matthias blinzelt, er ist also wach.

Donner. Ein Gewitter. Mattias blickt zum Fenster.

Ein Blitz erhellt das Draussen.

Bah!

Direkt vor dem Fenster steht eine Gestalt, eine Frau scheinbar.

Ein zweiter Blitz erhellt einen Moment ihr Gesicht.

Matthias richtet sich auf. Er will sehen, ob er sich wirklich nicht irrt. Beim nächsten Blitz ist die Stelle vor dem Fenster leer.

Er hat Inka durch seine Bewegung geweckt. Sie setzt sich auf. Matthias geht schnell zur Tür.

Schnitt.

Wir draussen. Wir sehen, er kommt heraus, erregt, Inka direkt neben ihm:

Was ist los?

Matthias blickt über den Hof. Niemand. Alles menschenleer.

Das grüne Hoflicht, das die beiden beleuchtet, sieht eigenartig irreal aus. Matthias:

Nichts. Ich hab´ nur schlecht geträumt.

Am anderen Morgen, die Dinge haben im Tageslicht wieder Platz und alltägliche Dimension angenommen, finden die beiden einen Zettel an Matthias Auto vor…

2009-2010 Heino Ferch (im Alter von 46) – Matthias Auerbach, Nadja Uhl – Inka Frank.

Filmszenen I … unser Leben… Teil 6. in: Die Toten vom Schwarzwald. Heino Ferch – Matthias Auerbach. B. hf und R.: Thorsten Näter, 2009-10

Bildquelle und Bildrechte bei Studio Hamburg für ZDF Zweites Deutsches Fernsehen 2009-2010

Vor der Szene

Der Lokalpolitiker und Besitzer fast aller Produktionsanlagen im Holltal Beierle hat tatsächlich Katharina kidnappen lassen. Jetzt ist sie im Keller seiner Glashütte eingesperrt.

Matthias hatte das Kidnapping mittelbar mitbekommen.

Er versucht, den Verantwortlichen vor Ort, Polizist Weber, zu aktivieren. Leider ist Matthias nicht mehr glaubhaft. Man tut ihn inzwischen als Spinner ab.

Auch sein Kollege Stefan, den Matthias per Telefon kontaktiert, glaubt ihm nichts mehr. Stefan kommt es komisch vor, dass Katharina im Wald bei Matthias Anblick weggelaufen sein soll.

Wir verstehen schnell, dass Beierle der Vater von Katharina ist. Katharina beschuldigt ihn, ihre Schwester getötet zu haben. Also doch zwei Frauen, die Zwillinge sein könnten.

Beierle meint, der Tod der Schwester war kein Mord, sondern ein dummer Unfall.

Matthias hat inzwischen das Haus der Beierles erreicht, er will Beierle sprechen. Er geht einfach in das Haus hinein, trifft dort nur Frau Beierle.

Auf dem Kaminsims findet er ein Foto. Eine dunkelhaarige Frau. Matthias Frau Katharina. Frau Beierle sagt, es sei ihre Tochter. Sie nimmt an, Katharina hätte heimlich geheiratet.

Wen? Matthias natürlich. Das ist möglich, denn Beierles Tochter ist von einem Tag auf den anderen verschwunden, weggelaufen..

Die Szene

Matthias wurde von Frau Beierle ein Stuhl angeboten. Die Beierles leben in einem alten Haus, das fast wie ein altes Schloß wirkt.

Die Wände sind so uneben, wie in Gebäuden, die mehrere Hundert Jahre alt sind, die Fensterlaibungen halbmetertief. Der Raum ist sparsam mit Biedermeier-Antiquitäten möbliert. Die Trittgeräusche auf dem Barock-Parkett knarren und knarzen, der Raumton hallt.

Frau Beierle bietet Matthias ein Glas Sherry an. Matthias will nichts. Die drängende Gier, mit der Frau Beierle selbst einen Sherry hinunterstürzt, lässt ahnen, dass sie alkoholabhängig ist.

Matthias Blick nach Frau Beierle scheint halb unbewußt mitzubekommen, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung ist. Matthias wirkt verstört. Verständlich nach der Entdeckung des Bildes seiner Frau.

Die vielen tätlichen Auseinandersetzungen haben Spuren in seinem Gesicht hinterlassen, auf den Wangen zeichnen sich Blutergüsse ab, Braue, Lippe und Wange sind aufgerissen.

Frau Beierle:

Aber wenn meine Tochter nie von uns gesprochen hat – wie kommen Sie auf die Idee – dass sie hier bei uns ist?

Matthias blickt sie an, sieht weg – er gibt keine Antwort. ….Er kann ihr ja nicht sagen, ich glaube, ihr Gatte hat sie kidnappen lassen.

Die Frau

Entschuldigen Sie, ich bin manchmal so unkonzentriert.

Sie sind doch der Mann – dessen Frau oben im Wald verschwunden ist.

Jetzt kann sich Matthias nicht mehr zurückhalten. Er sagt:

Sie… ist nicht verschwunden. Sie ist entführt worden.

Laut: Und IHR MANN steckt dahinter.

Frau Beierle regt sich erstaunlicherweise nicht auf. Sie scheint desorientiert, denkt nach. Dann:

Er war sehr zornig, und auch sehr verstört, als sie so einfach weggelaufen ist…

Matthias bedroht die Frau nicht, er sitzt ruhig auf seinem Stuhl. Das Porträt von Katharina vom Kamin ist immer noch in seinen Händen.

Frau Beierle

..er hat immer Angst, was die Leute über ihn sagen.

Sie scheint die Angst ihres Mannes für eigenartig, für feige, zu halten.

..aber er hat sie auch geliebt.

Wir sehen Matthias. Er scheint darauf zu warten, dass er irgendwie angelogen wird.

..sie ist schließlich unser einziges Kind.

Matthias:

Das heißt, es gibt keine Schwester?

Nein.

Jetzt wacht Frau Beierle auf. Erregt:

Wie kommen Sie…. Auf so eine Frage?

Sie setzt sich, verliert den Kontakt zu Matthias. Sie blickt zu Boden. Träumerisch.

Unser Leben.. ist schon vor ganz langer Zeit aus den Fugen geraten.

Sie blickt Matthias an. Wir nehmen plötzlich ihre Pupillen war. Freundlich, warm und dunkel, wie polierte Nussschalen.

Matthias hört zu, er wartet. Er will mehr hören.

Frau Beierle gleitet wieder zurück in die Vergangenheit.

Ich hab immer das Gefühl gehabt, als hätte ich einen großen Verlust erlitten.

Lange schon. Bevor unsere Tochter uns verlassen hat.

Tja.

Selbstironisch:

Aber vielleicht ist das einzige, was ich verloren hab´, die Hoffnung.

Wie wahr wie wahr. Wahr ist auch, dass Frau Beierle offenbar nichts über ein zweites Kind weiss. Unglaublich. Wie ist das möglich?

2009 – 10 Heino Ferch (im Alter von 46) – Matthias Auerbach, Elisabeth Schwarz – Gisela Beierle


Filmszenen I Kinotipp ….until lambs become lions… Russell Crowe – Robin Hood. Regie: Ridley Scott. ab 12. Mai 2010 im Kino Ihres Vertrauens

hier entlang zu unserem Filmclip->

Es gibt auch brandaktuell (April 2010) Worte in sachlicher Atmosphäre zum Thema:

Russell Crowe im Interview mit Jamaal Finkley von Blacktree.tv über die Botschaft von Robin Hood 2010->

Quelle: youtube.de / Blacktree.tv

02. Mai 2010:    x-10!!!

Tolle neue Fotos vom Film Bildergalerie auf imdb.de->

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