Monatsarchiv: Januar 2010

Filmszenen I …schwört!!!…Teil 8 in: Meine schöne Bescherung. Heino Ferch – Jan. R.: V. Jopp, 2006-07

Teaser Kinofilm Meine schöne Bescherung 2006-07

Bildquelle und Bildrechte bei X-Verleih.de

…schwört!!!…Teil 8. in: Meine schöne Bescherung. Heino Ferch – Jan. Regie: Vanessa Jopp, 2006-07

Vor der Szene

Sara weint sich bei ihrer Mutter aus: Ich kann nich´mehr! – oh je.

Im Wohnzimmer versucht Gunnar zum Aufbruch zu blasen. Da hat er sich aber geschnitten.

Jan:


Du bleibst hier!

Die Gästeschaft wirkt, wie eine Gruppe Kunden bei einem Banküberfall. Jan in command.

Die Guten müssen schwören, dass keiner der anwesenden Herren der Erzeuger des Nachwuchsproduktes im Hause Meinhold ist.

Bringt auch keine Lösung, – aber a lot of action…

…denn Jan hat schlussendlich dann auch noch den Nachbarn alias Weihnachtsmann in Verdacht. Der holt sich gerade den Riesen-Kaktus zurück und brabbelt irgendwas mit „unser Baby“.

Das reicht. Jan „lashes out“ und: Es ist nicht zu fassen. Sekunden später findet in Jans Wohnzimmer eine Wirtshausschlägerei statt. Alle Herren prügeln sich que(e)rbeet.

Mitten ins Chaos hinein brüllt Sara endlich die Lösung des verdammten Rätsels.

Das Kind ihrer Liebe zu Jan wurde nach zwei Jahren vergeblichen Wartens mittels medizinischer Hochtechnologie erzeugt. Samenbank London. So.

Samenbank London —

…..ist o.k.

sagt Jan.

Halleluja!

Schnitt.

Ein Jahr später.

Die Szene

Nacht. Aussen.

Das Haus von Jan und Sara. Alles wie jedes Jahr. Schnee, Christbaum plus Beleuchtung, Stern- und frohe Lichtlein in den güldenen Fenstern. Wir hören einen frommen Chor. Er ruft:

Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all….zur Krippe herkommet…

Na, dann schaun wer mal:

Close up auf ein schwarzes Kindlein. In Saras Arm. Oops. Gabs da bei der Samenbank London vielleicht einen klitzekleinen Fehler?

Aber nein.

Sara steht auf. Hintergrund eine lebhafte Tischgesellschaft. Gelöste Stimmung.

Sara verlässt das Bild, Halbnah auf Saras Mutter Inge, Erich – und: na, endlich: sein Bernd. Erich und Bernd, beide natürlich glänzend gelackt supergepflegt, – ein nicht allzu aufdringlicher Duft von „Obsession“ versüßt die Luft am Tisch – ein Bild vollendeter Harmonie.

Erich zu Inge:

Warum kommt ihr nicht mal vorbei, wir ham sone schöne Wohnung.

Ja, mit Südbalkon…

Ein Küsschen. Küsschen zwischen Ernst und Bernd. On the lips. In einem Deutschen Familienfilm. Modern times. Bernds Aufmerksamkeit wird vom Tischnachbarn auf seiner Linken abgezogen.

Da sitzt Thomas. Er versichert sich noch mal bei Bernd – :

Und ihr nehmt ganz sicher unsere Katze?

Ja. Machense.

Die Kamera fährt weiter.

Thomas und Anne.

Anne. Ihr Mund versucht ein A zu formen, es kommt nichts.

Thomas gibt seiner Frau einen Kuss.

Anne dreht sich zur nächsten Tischnachbarin:

Also ich hab´ immer so Sprachhemmungen, seit ich schwanger bin. …ich komme überhaupt nich..

Hinter der Schwangeren steht Sara mit – ach ja, das ist ja die kleine Joanna aus dem fernen Afrika! – und übergibt das Baby ihrer extrem blonden extrem weisshäutigen Adoptivmama Helena. Joanna schläft glücklich und selig.

Schnitt auf den Fernsehsessel.

Zwei kleine Nachwuchs-Reiterinnnen aus dem Meinhold-Clan dürfen den Weihnachtsmann, also den Herrn Nachbarn, in Trab halten.

Bis zum Nebentisch. Dort wird er getränkt und gefüttert. Von Eva. Die spielt jetzt endlich mal mit ihrem Sohn und zwei Meinhold-Kindern.

Schnitt.

Die Pauline. Ach, die arme Pauline, kein Kind, kein Mann. Aber die Zeit heilt alle Wunden. Pauline jetzt wesentlich mehr aufgebretzelt als zu Ehezeiten. In silbernem Paillettentop und flaschengrünem Samtjäckchen:

…ja man muss natürlich verliebt sein, wenn…

Sie greift mit beiden Händen in ihre braune Haarflut. Ihre Aufmerksamkeit wird von Andy abgezogen. Andy:

…und Du warst in Jamaica?

Pauline:

Ja, gerade, vier Wochen… so schön.

She lets her hair down, das jetzt nicht mehr ungepflegt und strähnig ist, sondern..ihr wisst schon – beautiful long brown wavy hair…

Rita kommt ins Bild, sie ist die dritte in der Unterhaltung.

…ich möchte auch unbedingt nach Jamaica…

Andy lächelt seine Rita an, mit flackernden Augen, wie immer–

…ja, jetzt gehen wir erstmal nach K .. , Schatz…

Wir folgen Sara in ihrem champagnerfarbenen Seidenkleid. Sie erreicht endlich das Haupt der Tafel. …und ihren Jan.

Da sitzt es also. Das Kind der Liebe. Auf Papas Arm. Ist gut gelungen. Wird wohl mal blond. Mama nimmt den Schatz.

Jan_ macht sich bereit für die Weihnachtstischrede, hat schon das Messer in der Hand, um mit einem Klingeln am Weinglase um Aufmerksamkeit zu bitten, -

..da hören wir von anderwärts das allfällige Klingeln ans Glas:

Andy.

Natürlich.

Schon steht er. Schon redet er. Wie er halt so ist. …

Wir treten zurück, wir verlassen den Raum, wir stehen im Garten…

Das letzte Wort hat – klar – der Chef.

Er sagt:

Ja, Sara. Meine Sara. ..und da redet er wieder.

Andy. Aber dieses Jahr hab´ich sie eingeladen. Sara wollte ganz alleine feiern. Also – mit mir – und den Kindern natürlich, aber….

..na ja, wenn man sich an die Verrückten erst einmal gewöhnt hat…

..dann will man

einfach nich mehr auf sie verzichten….

Wir stehen im Garten. Aussen, Nacht, die güldenen Fenster leuchten, das Vogelhäuslein glimmt im Glanz der Lichterkette…

..und wir sind ganz gerührt von der astreinen Ohrspülung der Schlussmelodie:

….all I ever knew: Only you.


2006-07 Heino Ferch (im Alter von 43) – Jan, Die Oscar-Co-Preisträgerin Martina Gedeck – Sara, Meret Becker – Pauline, Jasmin Tabatabei – Rita, Roeland Wiesnekker – Andy, Matthias Matschke – Thomas, Bjarne Mädel – Der Weihnachtsmann.


Filmszenen I ..wie konntest Du nur… Teil 7B in: Messy Christmas. R.: V. Jopp 2006-07

Teaser Kinofilm Meine schöne Bescherung 2006-07

Bildquelle und Bildrechte bei X-Verleih.de

..wie konntest Du nur… Teil 7B in: Messy Christmas. Heino Ferch – Jan, Regie: Vanessa Jopp 2006-07

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Jan_ dreht sich mit einem Ruck zu Sara hin. Sein Gesicht könnte nicht ernster sein. Er hat den Moment erreicht, in dem er keine Ausflucht-Spiele mehr spielen will. Er sieht seiner Frau in die Augen.

Es scheint fast, als hätten sich unsichtbare Hände um Jan_s Kehle geschlossen.

Er zögert, starr.

Dann, rauh, leise, ehrlich:

Mein Leben – meine Entscheidung.

Schnitt auf Sara.

Langsam, ganz langsam erlischt das Lächeln in ihren Augen, der charmante Zug um ihren Mund. Bitterkeit scheint aufzusteigen.

Sie tritt einen Schritt näher an ihren Mann heran. Leise:

Und ich?

Schnitt auf Jan_  er wirkt schuldbewusst. Er wirkt entschlossen. Er wirkt so, als gäbe es in diesem Punkt für ihn keinen Verhandlungsspielraum. Jan, sehr bedauernd, aber fest:

..tut mir leid. Ich wollte nicht, dass Du´s auf diese Weise erfährst.

Sara sieht jetzt auch bitter aus.

..und ich habe mich jedem Monat gefragt, warum ich nicht schwanger werde?….

Lauter, bitter:

So was tut man nich.

Wir sehen Sara ins Gesicht, wir stehen hinter Jan_ und sehen, dass er nickt.

Jan_ leise. Klar:

Ja.

Schnitt auf Jan_. Er blickt zu Boden, bitter, entschlossen.

Ich hab´s getan.

Er hebt die Augen nicht, bleibt ruhig stehen, als erwarte er einen Schlag ins Gesicht, dem er nicht ausweichen wird.  Er bewegt sich nicht. Sara bewegt sich nicht.

Schnitt auf Sara.

Sie atmet durch, weicht einen halben Schritt zurück. Sie wirkt, als suche sie, einen klaren Kopf zurück zu gewinnen. Sie konzentriert sich, spannt sich an, will etwas sagen, dann doch nicht. Sie schüttelt den Kopf, läßt sich zusammensacken.  Sara:

Weißt Du überhaupt, wie sehr ich mir ein Kind von Dir gewünscht hab´?

Jan_schnell, leise beschwörend:

Bitte Sara wir ham´genuch Kinder.

Jan_ atmet ein, wir sehen gerade noch, dass Tränen in seinen Augen stehen, bevor wir mit dem Gegenschuß wieder Sara ins Gesicht blicken.

Sara wirkt plötzlich alt. Ihre Wangen, ihr Mund haben die Spannung verloren. Sara:

Du hast alleine entschieden, dass ich…

sie würgt fast:

…keine Kinder mehr kriegen soll.

Wir blicken Jan_ wieder ins Gesicht und spüren, er sieht, er weiss sehr gut: seine Beziehung steht jetzt und hier am Abgrund. Er scheint Sara zu verstehen. Aber er wirkt nicht so, als bedauere er seine Entscheidung. Wir spüren, er will Sara nicht verlieren, wir spüren seine Angst, dass sie ihn jetzt hassen wird.

Sara:

Für wen hälst Du Dich – für Gott?

Wie konntest Du nur.

Sara dreht sich weg und geht schnell hinaus. Die Gästeschaft sitzt erstarrt.

Jan_ gequält, bitter.

Jah.

Wie konntest Du nur.

2006-2007 Heino Ferch (im Alter von 43) – Jan Meinhold, Sara´s Gatte, Alexandra Neldel– Isabell, die schöne Nachbarin und akzidentielles Mitbringsel auf der Weihnachtsfeier, Ursula Doll – Anne, die Frau von Thomas. Matthias Matschke– Thomas; Jasmin Tabatabei – Rita, Andy´s Frau, Roeland (sprich: Ruhland) Wiesnekker – Andy; Andreas Windhuis Gunnar, Rosa Enskat – seine Frau Eva.

Filmszenen I „Es gibt gar keine Menschlichkeit mehr unter den Menschen…“ Teil 7A in: Meine schöneBescherung. Jan – Heino Ferch. Regie: Vanessa Jopp, 2

Teaser Kinofilm Meine schöne Bescherung 2006-07

Bildquelle und Bildrechte bei X-Verleih.de

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…Es gibt gar keine Menschlichkeit mehr unter den Menschen… Teil 7A in: Meine schöne Bescherung. Jan – Heino Ferch. Regie: Vanessa Jopp, 2006-07

Vor der Szene

Jan erreicht die Küche – und sieht wieder nur einen Augenblick im Gespräch zwischen Sara und Ernst. Für ihn der klare Beweis, dass Sara wieder mit Ernst anbandelt. Konsequenz:

Auszug. Jetzt ist das Mass voll.

Einen Koffer reisst Jan vom Lust-Schrank – wie schön war noch der Morgen – und stopft ihn mit Kleidung voll. Bevor er ganz wegfährt. – wer weiss wohin? Er nicht. Wir auch nicht.- bevor er also ganz das Weite findet, rammt er noch ein paar mal mit seinem Volvo-Panzer Ernsts Kleinwagen-Waschschüssel. Aus Rache.

Thomas´ Aufklärungsversuch draussen im Wagen misslingt natürlich. Jan sitzt allein im Wagen. Da klopft eine junge Frau ans Fenster.

Es gibt gar keine Menschlichkeit mehr unter den Menschen

heult sie. – Meine Herren, nur Verrückte.

Die Szene

Die junge Dame stellt sich als Gattin eines gewissen Bernd heraus. Und Bernd stellt sich als Lover von Ernst heraus. Ja, unser Schottenkaro-Ernst. Darum ist er so milchmager. Er muss schön schlank sein. Denn:

ich f..cke nur noch Männer,

sagt er. Einen Mann, genau genommen: Bernd, den Gatten der jungen Dame hier.

Na dann. Dann hat er wohl Sara kein Kindlein gemacht.

Stellt sich also die wohlbekannte Frage, vor versammelter Gästeschaft und wieder aus Jans Mund:

Bitte Sara. ….. …. … Von wem ist das Baby.


Sara steht vor Jan. Sie kämpft mit sich. Wir sehen, sie will zum Sprechen ansetzen, kann aber irgendwie nicht.

Aus dem off Rita, sie sitzt rank und schlank auf dem Schoß ihres barocken Andy:

Gibt es da vielleicht etwas, das Du uns sagen möchtest (Sara? Hä?)


Sara und Jan im stillen Blickekampf. Jan ist wirklich tief getroffen.

Schnitt auf Rita und Andy.

Rita:

Jan!


Andy, konkret:

Ja, warum sollte es ein anderer gewesen sein?


Jans Augen flackern. Er presst die Lippen zusammen. Sichert mit einem kurzen Blick zu Rita und Andy hinüber. Zu hören kriegen wir nix.

Gunnar, von der Couch herüber, mit der Feinfühligkeit eines Schlachters:

Na, wenn er selber keine Eier mehr hat…


Böse Blicke von der Restbesetzung des Ruhemöbels, Eva, Anne, Thomas, Isabell…

Gunnar hält sich an Bier und Keks-Teller fest.

Schnitt auf Jan. Er schließt ergeben die Augen, senkt den Kopf – hält immer noch still.

Schnitt auf Sara. Saras Blick wandert über die Häupter ihrer Lieben, zurück zu ihrem Göttergatten-

Jan windet sich in Qual. Böser Blick auf Rita, Jan flüstert:

Du hast es brühwarm jedem erzählt..


Rita empört:

Hab ich nich. Anne, Du kannst bestätigen: ich hab´s Dir nich gesagt.


Sara lauert:

Wovon redet ihr?


Allgemeines Augen-Niederschlagen. Die betrunkene Anne endlich lässt den Knoten platzen.

Schnipp Schnapp! Zwei Finger mit der Scherenhand.

Jetzt begreift Sara. Dreht sich zu Jan.

Du hast.. Du hast Dich sterilisieren lassen?


…und ihr wusstet das?


Rita, hält sich an Andy´s Krawatte fest. Entschuldigungsversuch:

..erst seit heute.


Andy:

Ja, also, i..ich hab´s ja als letzter erfahren…aa. Abgesehn von Dir.


Rita streichelt ihrem armen Putzi die Wange.

Sara hält starr die Luft an. Plötzlich lacht sie.

Ach, das das glaub´ich nich´


Sie geht auf ihren Mann zu. Der steht abgewandt.

..das ist wieder eine von Deinen Psychomaschen, ob ich Dir treu war…


Jan ist ja immerhin Tiefenpsychologe.

Sara versucht, die Lage durch zu entspannen, sie scheint darauf zu warten, dass alle plötzlich lachen und ätsch, reingefallen, sagen.

Gibs zu, das stimmt gar nich…


Weiter geht´s morgen, ja, leider morgen erst: Teil 7B da wird’s dann ernst. Sehr ernst. Gar nicht mehr lustig.