Monatsarchiv: September 2009

Filmszenen I …. Guhhn Morgeeen…Teil 2. in: Kuess mich! Heino Ferch – Johann. Regie: Maris Pfeiffer, 1994 – 95

Bildquelle und Bildrechte bei Roxy Films für WDR und BR.

…. Guhhn Morgeeen… Teil 2. in: Küss mich! Heino Ferch – Johann. Regie: Maris Pfeiffer, 1994 – 95

Die Szene

Am anderen Morgen. Frühstückstisch, gedeckt. Das weizenblonde Töchterchen Anna am Tisch, hat einen Teller vor sich. Zu Michael.

…Wohin denn ?

Schnitt auf Michael. Der liest Zeitung. Legt sie weg.

Nach Garmisch

Anna

Ist das weit weg von hier?

Michael schließt seinen Aktenkoffer und nimmt am Frühstückstisch Platz. Er ist schon krawattenbehängt im white collar dress. Michael:

Acht Stunden mit dem Auto.

Schnitt auf Paula. Sie kommt aus den rückwärtigen Räumlichkeiten herangestapft, blaukariertes Herrenhemd, kurze Hose, dickes Nutella-Glas in der Hand.

Paula Morgen


Michael Morgen.

Paula setzt sich, nimmt die französische Kaffeekanne.

Michael schmiert Brot

Paula:

Kann ich mal die Milch haben?

Annas Hand stellt die Milchtüte vor Paula hin.

Danke.

Michael gibt Paula Papiere

Hier, die kannst Du Dir heut´ Nachmittag anschaun.

Paula fängt in den Papieren zu lesen an, während sie Milch in ihren Kaffee kippt,

Was issn dis?

….Fünf Zimmer zwei Bäder, sie stellt die Milchschütterei ein – zwei Toiletten, ruhige Lage.

Hinter dem Frühstückstisch am Türrahmen lehnt plötzlich Katharina. Sie trägt ein se x y weisses Unterkleid und darüber ein riesiges orangefarbenes Männerhemd. Katharina strahlt. Wohlige Bettwärme allein ist das nicht. So derangiert und glücklich ist man nur nach einer horizontalen Kür mit voller Punktzahl in der B-Note.

Katharina löscht ihren Brand aus einer Mineralwasserflasche. Turnen strengt an.

Paula, mit dem Rücken zu Katharina:

Von Trota Strasse – wo issndes?


Michael hilft:

Frohnau.

Katharina unterbricht das Auffüllen ihres Wasserpegels:

Ausserhalb. Michael wirft einen Blick nach ihr. Katharina bewusst wohlgelaunt:

Morgen!

Anna zu ihrer Mutter: Morgen!

Paula Ja und, wo isdess?

Katharina

Am AR S CH der Welt.

Anna

Mama man sagt nich Arsch.

Katharina

Des stimmt.

Paula

Wie weit issndes von hier?

Michael Nichweit.

Paula Ja wassdennu weit oder nichweit? Paula ist schlecht gelaunt.

Katharina beschwichtigt: Nein. Setzt die Wasserflasche wieder an, um weiter aufzufüllen.

Michael Nicht weit.

Paula O.K. verstanden. Paula öffnet ihr Nutellaglas. Kommst Du mit?

Michael, setzt die Kaffeetasse vom Mund ab:

Ich komm´ doch erst – morgen Abend wieder.

Blick über den Tisch Richtung Katharina.

Johannes schleicht aus einem Zimmer, sieht Katharina, will sie küssen, merkt erst jetzt, dass sich die ganze Frühstückstischgesellschaft nach ihm umgedreht hat. Alle starren ihn an.

Johannes

Morgen.

Katharina lächelt eine Entschuldigung in die Runde und begleitet Johannes schnell aus unserem Blickfeld.

Paula wirft Michael vielsagende Blicke zu. Anna sieht Paula an. Paula guckt auf ihren Teller. Wirft gleich danach Michael noch viel mehr vielsagende Blicke zu.

Bei ihnen sah´s gestern Nacht nämlich so aus:

Bildquelle und Bildrechte bei Roxy Films für WDR und BR.

Schnitt auf Katharina und Johannes, beide an der Wohnungstür.

Katharina

Ich dacht´ Du wärst schon weg.

Johannes zurrt sein Hemd fest. Wir sehen einen Wimpernschlag lang, dass er unter seinem blauen Holzfällerhemd n ac kt ist.

Die Tür ist erreicht. Halb zieht er sie, halb sinkt sie hin.

Mmmh.

Kuss. Kuss kuss kuss kuss. – immer noch. – - – Endlich fertig.

Johannes lässt Katharina los.

Johannes in blau

Bis nächstes Jahr.

Katharina in orange

Mal sehn.

…Komisch, blau und orange stehen sich im Farbkreis genau gegenüber, wie Gegensätze….

Johannes diffundiert lautlos durch den Türschlitz.

Katharina auf dem Weg Richtung Küche. Sie sieht ziemlich glücklich aus. Sie versucht, ihre Kleidung einigermassen gesellschaftsfähig zu machen, zurrt das Hemd über ihr s ex y Unterkleid.

Jetzt noch mal, offizieller Auftritt:

Guhhn Morgeeen.

Erreicht den Tisch, stellt endlich ihre Wassertankstelle ab.

Anna zum Katharina

Wer war denn das?

Katharina umrundet den Tisch, setzt sich neben ihre Tochter, streichelt Anna über den Kopf

Ahh…. – ein Freund. Johannes.

Anna

Verstehe – ein Geliebter.

Michael bläst zum Aufbruch. Er erhebt sich, Aktentasche in der einen, Geschäftsjackett in der anderen Hand, geht weg. Anna nimmt ihre Schultasche.

Katharina.

Tschüs

Anna

Tschüs Mama. Küsschen Küsschen.

Bildquelle und Bildrechte bei Roxy Films für WDR und BR.

Michael zu Paula

Mach´s gut bis morgen.

Paula unterbricht kaum ihr Nutella – Frühstück., direkt aus dem Glas.

Katharina winkt Michael und ihrer Tochter ein Tschüs hinterher.

Die Werktätigen sind weg.

Die Damen sitzen. Katharina schl ür ft Milch, Paula l ec kt Nutella.

Schl ü rf. L ec k.

Pause.

Die Damen sehen sich an, lächeln, ihre Augen glänzen.

Katharina sagt nichts, sitzt unter Spannung da, sieht Paula an. Paula soll sie was fragen. Paula fragt.

Paula :

……und?

Katharina s Geste sagt:

so ists. Wie´s ist.

Wies ist wies ist. Soll das alles sein? Bis jetzt ja. Geht ja noch weiter. Nächste Woche. Schön warten.

1994-95 Heino Ferch (im Alter von 31) – Johannes, Katharinas casual lover, Katja Riemann – Katharina, Caroline Redl – Paula, Jenny Ziems – Katharianas Töchterchen Anna, Kai Scheve – Michael , Paula´s Verlobter.

Kommentar:


Die oxytocingeboosterte Stimmung am Morgen danach hier Katharina s.a. Meine Schöne Bescherung dort: Jan.


Die Überkreuzdarstellung von Paar mit S x und Paar in tot er Hose: s.a. Das Wunder von Lengede am Anfang des Films nach der Tanzveranstaltung. dort: Bruno-Renate: aktiv, Franz-Helga: passiv.

Filmszenen I …Das hast du nicht gethan, Schweizer…Teil 2 in: Die Räuber. Friedrich Schiller 1779. Heino Ferch – Grimm

Bildquellen und Bildrechte: www.daserste.de und Volkstheater Wien, Lalo Jodlbauer


Vor der Szene.

Die ganze Story-Line-> (Der Inhalt von Die Räuber reicht für eine 24teilige Fernsehserie)

Karls jüngerer Bruder Franz benutzt stringent gewissenlos alle Mittel, die ihm einfallen, um an die Macht zu kommen: Er verleumdet Karl beim Vater, läßt später den Vater in den Kerker werfen, damit dieser schneller stirbt,

Karls Verlobte Amalia (Katja Riemann)  will er sich mit Gewalt nehmen. Amalia allerdings ist, – sehr ungewöhnlich für diese Zeit -, eine ziemlich selbst bestimmte Frau, die Franz unerschrocken Paroli bietet.

Karl glaubt sich vom Vater verstoßen und ist, ohne Erbe und ohne Geld, Räuberhauptmann geworden. Die Bande hat gestohlen, gebrandschatzt, gemordet. Karl fühlt sich dadurch schuldig, unwürdig, an der Gemeinschaft der Menschen teilzuhaben. Seine Taten haben ihn aus der Gesellschaft hinauskatapultiert. Eigentlich will er nach Hause zu Vater und zu Amalie und diesen ganzen Räuberbandenalptraum hinter sich lassen. Leider ist er aus dem Paradies ausgestoßen und – wie wir von Adam und Eva wissen – gibt es keinen Weg zurück. Kein Happy End.

Der Giftzwerg Spiegelberg nutzt die zeitweise Abwesenheit Karl Moors für einen Versuch, sich selbst auf die Position des Räuberhauptmannes zu lancieren. Der Versuch endet sehr schnell für ihn tödlich.

Vierter Akt , fünfte Szene.

Nahgelegener Wald. Nacht. Ein altes verfallenes Schloß in der Mitte.

Die Räuberbande gelagert auf der Erde.

Die Räuber singen.

Stehlen, morden, huren, balgen
Heißt bei uns nur die Zeit zerstreun.
Morgen hangen wir am Galgen,
Drum laßt uns heute lustig sein.

Ein freies Leben führen wir,
Ein Leben voller Wonne;
Der Wald ist unser Nachtquartier,
Bei Sturm und Wind hantieren wir,
Der Mond ist unsre Sonne,
Mercurius ist unser Mann,
Der’s Prakticieren trefflich kann.

Heut laden wir bei Pfaffen uns ein,
Bei masten Pächtern morgen;
Was drüber ist, da lassen wir fein
Den lieben Herrgott sorgen.

Und haben wir im Traubensaft
Die Gurgel ausgebadet,
So machen wir uns Muth und Kraft
Und mit dem Schwarzen [= der Teufel] Brüderschaft,
Der in der Hölle bratet.

Das Wehgeheul geschlagner Väter,
Der bangen Mütter Klaggezeter,
Das Winseln der verlaßnen Braut
Ist Schmaus für unsre Trommelhaut! [= Trommelfell, Ohr]

Ha! wenn sie euch unter dem Beile so zucken,
Ausbrüllen wie Kälber, umfallen wie Mucken,
Das kitzelt unsern Augenstern,
Das schmeichelt unsern Ohren gern.

Und wenn mein Stündlein kommen nun,
Der Henker soll es holen!
So haben wir halt unsern Lohn
Und schmieren unsre Sohlen,
Ein Schlückchen auf den Weg vom heißen Traubensohn,
Und hurra rax dax! geht’s, als flögen wir davon
.

Schweizer. Es wird Nacht, und der Hauptmann noch nicht da!

Razmann. Und versprach doch Schlag acht Uhr wieder bei uns einzutreffen.

Schweizer. Wenn ihm Leides geschehen wäre – Kameraden! wir zünden an und morden den Säugling.

Spiegelberg (nimmt Razmann beiseite). Auf ein Wort, Razmann.

Schwarz (zu Grimm). Wollen wir nicht Spionen ausstellen?

Grimm. Laß du ihn! Er wird einen Fang thun, daß wir uns schämen müssen.

Schweizer. Da brennst du dich, beim Henker! Er ging nicht von uns wie einer, der einen Schelmenstreich im Schild führt. Hast du vergessen, was er gesagt hat, als er uns über die Heide führte? – »Wer nur eine Rübe vom Acker stiehlt, daß ich’s erfahre, läßt seinen Kopf hier, so wahr ich Moor heiße.« – Wir dürfen nicht rauben.

Razmann (leise zu Spiegelberg). Wo will das hinaus – rede deutscher!

Spiegelberg. Pst! Pst! – Ich weiß nicht, was du oder ich für Begriffe von Freiheit haben, daß wir an einem Karrn ziehen, wie Stiere,[ins Geschirr eingespannt]  und dabei wunderviel von Independenz [Freiheit] declamieren – Es gefällt mir nicht.

Schweizer (zu Grimm). Was wohl dieser Windkopf hier an der Kunkel hat?

Razmann (leise zu Spiegelberg). Du sprichst vom Hauptmann? -

Spiegelberg. Pst doch! Pst! – Er hat so feine Ohren unter uns herumlaufen – Hauptmann, sagst du? wer hat ihn zum Hauptmann über uns gesetzt, oder hat er nicht diesen Titel usurpiert, der von Rechtswegen mein ist? – (..)

Schweizer (zu den andern). Ja – du bist mir der rechte Held. – Frösche mit Steinen breit zu schmeißen – schon der Klang seiner Nase, wenn er sich schneuzte, könnte dich durch ein Nadelöhr jagen -

Spiegelberg (zu Razmann). Ja – und Jahre schon dicht’ ich darauf: es soll anders werden. Razmann – - wenn du bist, wofür ich dich immer hielt – Razmann! man vermißt ihn – gibt ihn halb verloren – Razmann, mich däucht, seine schwarze Stunde schlägt – Wie? nicht einmal röther wirst du, da dir die Glocke zur Freiheit läutet? Hast nicht einmal so viel Mut, einen kühnen Wink zu verstehen?

Razmann. Ha, Satan! worin verstrickst du meine Seele?

Spiegelberg. Hat’s gefangen? – Gut! so folge! Ich hab’ mir’s gemerkt, wo er hinschlich – Komm! Zwei Pistolen fehlen selten, und dann – so sind wir die Ersten, die den Säugling erdrosseln. (Er will ihn fortreißen.)

Schweizer (zieht wüthend sein Messer). Ha, Bestie! Eben recht erinnerst du mich an die böhmischen Wälder! – Warst du nicht die Memme, die anhub zu schnadern, als sie riefen: der Feind kommt? Ich hab’ damals bei meiner Seele geflucht – Fahr hin, Meuchelmörder! (Er sticht ihn todt.)

Räuber (in Bewegung). Mordjo! Mordjo! – Schweizer – Spiegelberg – Reißt sie auseinander! -

Schweizer (wirft das Messer über ihn). Da! – und so krepier du – Ruhig, Kameraden – Laßt euch den Bettel nicht unterbrechen – Die Bestie ist dem Hauptmann immer giftig gewesen und hat keine Narbe auf ihrer ganzen Haut – Noch einmal, gebt euch zufrieden – Ha! (..)

Grimm. Aber zum Teufel – Kamerad – was hattet ihr mit einander? – Der Hauptmann wird rasend werden.

Schweizer. Dafür laß mich sorgen – Und du, Heilloser (zu Razmann), du warst sein Helfershelfer, du! – Pack dich aus meinen Augen – der Schufterle hat’s auch so gemacht; aber dafür hängt er jetzt auch in der Schweiz, wie’s ihm mein Hauptmann prophezeit hat – (Man schießt.)

Schwarz (aufspringend). Horch, ein Pistolenschuß! (Man schießt wieder.) Noch einer! Holla! der Hauptmann!

Grimm. Nur Geduld! Er muß zum drittenmal schießen! (Man hört noch einen Schuß.)

Schwarz. Er ist’s! – ist’s – Salvier dich, Schweizer – laß uns ihm antworten! (Sie schießen.)

Moor. Kosinsky treten auf.

Schweizer (ihnen entgegen). Sei willkommen, mein Hauptmann – Ich bin ein Bischen vorlaut gewesen, seit du weg bist. (Er führt ihn an die Leiche.) Sei du Richter zwischen mir und Diesem – von hinten hat er dich ermorden wollen.

Räuber (mit Bestürzung). Was? den Hauptmann?

Karl Moor (in den Anblick versunken, bricht heftig aus). O unbegreiflicher Finger der rachekundigen Nemesis! -War’s nicht Dieser, der mir das Sirenenlied trillerte? -

Weihe dieses Messer der dunklen Vergelterin! Das hast du nicht gethan, Schweizer.

Schweizer. Bei Gott! ich hab’s wahrlich gethan, und es ist beim Teufel nicht das Schlechtste, was ich in meinem Leben gethan habe. (Geht unwillig ab.)

Karl Moor (nachdenkend). Ich verstehe – Lenker im Himmel – ich verstehe – die Blätter fallen von den Bäumen – und mein Herbst ist kommen – Schafft mir Diesen aus den Augen! (Spiegelbergs Leiche wird hinweggetragen.)

Grimm. Gib uns Ordre, Hauptmann – was sollen wir weiter thun?

Moor. Bald – bald ist Alles erfüllet …

Aufführung Schillertheater 1990: Heino Ferch (im Alter von 27) – Grimm, Sebastian Koch – Roller, Amalie – Katja Riemann

Kommentare:

1. Zu Räuberlied s.a. Vom Suchen und Finden:

Mercurius (im Deutschen kurz Merkur) war ein Gott in der römischen Religion. Sein Name geht auf das lateinische Wort merx, Ware, zurück. Er wurde mit dem griechischen Hermes gleichgesetzt. Dessen Herkunft und übrige Eigenschaften wurden auf ihn übertragen. Er gilt als der „Götterbote“, Gott der Händler und Diebe.

2. Die Brüder Franz und Karl, der „Böse“ und der „Gute“ s.a. Kain und Abel. S.a. Der Unhold.

3. Karl will nicht gewissenlos rauben morden brandschatzen, er will den Reichen nehmen und den Armen geben: s.a. Robin Hood, s.a. Der Anwalt und sein Gast.

4. Der Topos des Ausgestoßen-Werdens in Projekten zwischen 1989 – 2009

Filmszenen I ..bis nächstes Jahr..Teil 1B in: Küss mich! Heino Ferch – Johann. Regie: Maris Pfeiffer, 1994-95

Bildquelle und Bildrechte bei Roxy Films für WDR und BR.

Hören statt Lesen: Audio.mp3 -> zum Soforthören

Das gemeinsame Abendessen mit den geladenen Gästen Andreas (Katharinas Ex), dem Bühnenbildner Fabian und seinem Inspizienten Johannes (Heino Ferch) ist vorüber. Man beginnt, sich zu zerstreuen und/oder zu verabschieden.

Die Szene

Katharinas Exmann, Andreas,  zu Michael,  mit einem Seitenblick auf Johannes. Der geht mit Katharina gerade vorbei.

Was hat der was ich nicht habe?

Michael. – zuckt die Schultern..murmelt etwas.

Michael und Andreas, die beiden jungen erfolgreichen Young Urban Professionals, ordentlich in gebügelte weisse Hemden nebst  Schlips gewandet, erreichen die Wohnungstür. Katharinas Ex öffnet, um zu gehen. Draussen steht unsere Protagonistin, die üppige blonde Paula. Sie war mit Fabian spazieren gegangen. Paula hatte Fabian nämlich seinen Füller geklaut. Was-?? Füller?? Ja, genau, Füller, ganz im Freudianischen Sinn. Ersma Füller klauen. Dann weiter sehen.

Paula:

Oh Tschuldigung, hat bisschen länger gedauert.

Zu Katharinas Ex.:

Du gehst?

Andreas  freundlich:

Ja. Bis morgen. Zu Michael:  Ciao. Zu Paula:  Ciao.

Wir folgen Paula quer über den Gang zur Küchentür. Am Gangende sehen wir Johannes und Katharina. Paula verschwindet in der Küche, ihr Verlobter Michael kreuzt jetzt den Gang. Wir sehen, dass Johannes und Katharina ganz hinten in einem Zimmer verschwinden.

Schnitt.

Halbdunkel. Wir im Zimmer. Es ist das Kinderzimmer von Katharinas Töchterchen. Riesen-Stoff-Mickey-Mouse, bunte Poster an den Wänden, hohe Wandkommode.

Johannes kommt uns entgegen, ganz in der Art, die wir draufhaben, wenn wir wissen: jetzt gleich geht´s zur Sache, Schätzchen. Der Form halber muss noch ein bisschen einführender Smalltalk gefloskelt werden.

Johannes schlendert herein, raspelkurzes Haar, Holzfällerhemd in in Blaukaro, ovale Nickelbrille. Er blickt sich um, findet ein Kinder-Stofftier, das ihn amüsiert, er nimmt es in die Hand. Dreht sich zu Katharina um: Beiläufiger Ton:

..ah, wie alt issie eigentlich.

Katharina, schwarze Hose, ärmelloses Gilet auf na c  kt er Haut,  steht mit dem Rücken an die Zimmertür gelehnt, ihre Hände hinter ihrem Rücken am Türknauf. Es sieht aus, als wolle sie Johannes einen eventuellen Fluchtweg verbauen.

Katharina:

…Hab ich Dir schon gesagt.

Johannes robbt sich an Katharina heran, lehnt sich an die Kommode, dicht  neben Katharina.

Johannes.

Ach ja, fast so alt wie meine.

Päus-chen, dann schnell:

..und – wo issiejez?

Katharina:

Oben, bei ihrer Freundin. (Guut, guut!)

Päus-chen.

Johannes.

M-hm.

Knispelt verlegen am Stoffier. Katharina sieht zu.

Johannes dreht sich zu Katharina hin, wir denken, er wird ihre na c kt e Schulter küssen. Muss er aber nich. Katharina dreht sich ihm zu. Küßt ihn.

Johannes,  bringt sich in eine günstigere Position, 10 cm vor Katharina, selbstverständlich, ohne den Kontakt am oberen Ende abreissen zu lassen, aber auch, ohne Katharina anzufassen. Nein, kein Umarmen  und  hektisches Quatschen. (Gähn.) Sie küssen sich ruhig und fassen sich dabei nicht an.

Katharina:

O.k.

Sagt sie.

Du hast die Wahl. Entweder wir schlafen jetzt zusammen, – und vielleicht in einem Jahr wieder….

Johannes unterbricht:

..in einem halben..

Katharina:

…oder..

Johannes,

vierteljährlich..

Katharina:

..oder..

Johannes.

….monatlich…

Katharina, ärgerlich, dreht den Kopf weg:

…oder wir lassen es.

Fasst ihn wieder ins Auge.

…und setzen uns in die Küche und werden gute Freunde.

Johannes schnauft auf.

Pause.

Johannes nickt.

Pause.

Johannes blickt auf sein Stofftier.

Dann explosiv:

..kann ich das später entscheiden?

Katharina blitzartig.

Ja.

Beide sehen so in der Gegend rum. Beide nicken.

Johannes:

o.k.

Katharina.

o.k.

Na, endlich.

Vollkontakt.

Schnitt. Draussen auf dem Gang. Wir sehen die beiden in der üblichen eiligen Eile den Gang entlangtorkeln wie zwei betrunkene Billardkugeln. Man hat´s plötzlich sehr sehr eilig. Katharina´s Tür auf, Katharina´s Tür zu. Weg sindse.

1993 – 1994 Heino Ferch (im Alter von 30) – Johann, Katja Riemann – Katharina, Caroline Redl – Paula, Tobias Langhoff – Fabian, Kai Scheve – Michael.

Kommentar:

Der schnelle Aufbau von L us t , die plötzliche hochgespannte Eile des verliebten Paares finden wir wieder bei Venus und Mimi (hier A.M. Lara, M. Bleibtreu) bei ihrem ersten Besuch auf der Insel in Vom Suchen und Finden der Liebe, 2005 .

die Frage: wo issie eigentlich stellt eine andere Figur in gleicher Konstellation (Partnerin wieder Katja Riemann) aus demselben Grund schon einmal in Deutschlandlied, 1993-1995 Die Frage dort: wo isser eigentlich.? (Robbie) Antwort: Bei Wintergersts. (Guut.Guut.)

- -

großer Film…