Monatsarchiv: August 2009

Filmszenen I … die fast drei Jahre anhaltenden Krawalle..in: Baader-Meinhof-Komplex Teil 1B Heino Ferch – Dietrich Koch. Regie: Uli Edel 2007- 2008

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… die fast drei Jahre anhaltenden Krawalle..in: Baader-Meinhof-Komplex Teil 1B Heino Ferch – Dietrich Koch. Regie: Uli Edel 2007- 2008

9. Gudrun weiter:

Wenn die Leute von uns abknallen wie Ohnesorg und Dutschke, dann werden wir in Zukunft zurückschießen.

10.

Ensslin ist bis zur Revision in Freiheit. Sie und Andreas Baader leben in einer großen Kommune von Jugendlichen, die aus einer Erziehungsanstalt geflohen sind.

Seit Beginn der Studentenunruhen im Juni 1967 sind nun drei Jahre vergangen. Staatsgewalt und Justiz müssen gegen die Baader-Meinhof-Gruppierung tätig werden.Deren harter Kern besteht aus Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Holger Meins, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe. Die Gruppe hatte Baader aus der Haft befreit, sich weiter radikalisiert und wird sich ab Juni 1970 R.A.F. , Rote Armee Fraktion nennen

Die Szene.

Ein langer Gang. Die rechte Wand besteht vollständig aus Aktenregalen, die vom Boden bis zur Decke reichen. Eine Person mit weiteren Akten geht den Gang entlang. Einblendung:

Wiesbaden, Bundeskriminalamt (BKA).

Wir hören die Stimme des Bundeskanzlers Willy Brandt.

Überblendung in ein großes Büro, holzgetäfelt.

Wir blicken über die Schreibtischplatte hinweg zu einen langen Besprechungstisch mit Stuhlsesseln auf der anderen Raumseite. Dort sitzen zwei Männer, einer der Beiden hat in einem der Besprechungsstühle Platz genommen, der Andere lehnt an der Tischplatte. Beide verfolgen die Rede des Bundeskanzlers an einem Schwarzweiss-Fernsehgerät.

Der Kanzler:

Unser Volk braucht ausserordentliche Anstrengungen, um sich gegenseitig (er meint BRD und DDR) zu verstehen. Wir wollen mehr Demokratie wagen.

Schnitt auf die Männer von vorne. Beide im grauen Anzug, Krawatte, der eine ca. Ende fünfzig, Hornbrille, der andere um die Vierzig. Der Jüngere raucht, wie alle zu dieser Zeit allerorten.

Der Ältere wirkt zu asketisch, um sich irgendwelchen modischen Gewohnheiten hinzugeben. Sein Blick zum Fernsehgerät spiegelt Zurückweisung gegen die Bilder, die dort zu sehen sind.

Schnitte auf das Fernsehbild zeigen uns, dass Aufnahmen von gewalttätigen Demonstrationen mit Wasserwerfern zu sehen sind.

Sprecher im off:

Diese Worte des neuen Bundeskanzlers Willy Brandt versöhnen die Studentenschaft und beenden die fast drei Jahre anhaltenden Krawalle in der Bundesrepublik.

Das Fernsehbild zeigt jetzt Studenten an Konferenztischen.

Sprecher.

Seine Reformversprechen ließen Ruhe an den Universitäten einkehren und schaffen die Basis, die außerparlamentarische Oposition in die demokratischen Prozesse einzubeziehen.

Der Jüngere geht zum Fernsehgerät und schaltet es aus.

Schnitt auf den Älteren. Es ist der nachmalige Präsident des BKA Horst Herold (Bruno Ganz).

Und was glauben Sie?

fragt er seinen Kollegen, der direkt vor uns– wir sehen nur seinen Arm- dem Präsidenten zugewandt ist.

Der Mann, es ist Herolds Assistent Dietrich Koch (Heino Ferch):

Ich denke, dass der Spuk vorbei ist.

Schnitt. Wir stehen jetzt am Tischende und sehen den beiden zu.

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Koch drückt seine Zigarette aus. Er sagt:

Die Massenbewegung hat ihren Schwung längst verloren.

Herold, nah:

Sehn Sie, das denk´ich nicht.

Ich denke, dass Gruppierungen die die Verhältnisse als Bedrückung empfinden – ich meine damit: existenziell bedrückend – dass diese nicht zögern werden, Bomben in das aus ihrer Sicht verkrustete Bewusstsein der Gesellschaft zu schmeissen.

Er wartet auf Kochs Antwort, die wir nicht mehr zu hören bekommen.

Schnitt. Ortswechsel. Rom im Februar 1970.

Dort finden wir Baader und Ensslin wieder. Sie haben sich vor der Deutschen Justiz hierher in Sicherheit gebracht. Hier treffen sie mit ihrem Rechtsanwalt Horst Mahler zusammen, der sie nach Deutschland zurückholen will.

2007-2008 Heino Ferch (im Alter von 44) – Dietrich Koch, Bruno Ganz , Träger des Ifflandringes – Horst Herold

Kommentar:

Der Schriftsteller und literarische Freund von Benno Ohnesorg Uwe Timm (Buch: Heißer Sommer) im O-Ton Interview über den gewaltsamen Tod Ohnesorgs und die Gesamtsituation 1967: Tonzitat (.mp3)  aus: Uwe Timm, Schriftsteller. in:  Eins zu Eins. Der Talk – Bayern 2 Radio vom 07.08.2009- ->

Filmszenen I… Seht dies Gehirn wie es neu funktioniert…in: Mockinpott. Autor: Peter Weiss, 1967-68

Alle Bilder unter Copyrightschutz.

Seht dies Gehirn wie es neu funktioniert ..in: Mockinpott. Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wurde. Teil 1. Autor: Peter Weiss, 1967-68

Hören statt Lesen – >Audio.mp3 zum Soforthören

Die Künstleragentur des Darstellers gibt für das Stück an: „Hauptrolle“.
Abgeleitet von ähnlichen Rollenprofilen aus ähnlichen Stücken im vergleichbaren Zeitraum, z.B. der Politgroteske „Heilige Kühe“ leiten wir ab, dass die Rolle von Heino Ferch die Figur „Wurst“ war. Aufführungstermin: Juni 1991 Quelle: Die Zeit-Archiv. (Wunderbares Archiv! Die Zeit digitalisiert ihre kompletten Jahrgänge bis in die 60er Jahre, der Zugang ist gebührenfrei!!) Heino Ferch spielte die Rolle also im Alter von 28.

Plot Summary:

Ein „Schaubudenstück“ in elf Bildern erzählt, wie der biedere Herr Mockinpott unter seinem Schicksal, seiner Umwelt und unter seinen quälenden Fragen nach der Ungerechtigkeit der Welt leidet. Typen wie Gefängniswärter, Ehefrau, Arbeitgeber, Arzt, Regierung und schließlich sogar der Liebe Gott stellen sich ihm auf der Suche nach dem Begreifen in den Weg. Ob er einen Ausweg findet, bleibt offen. Textquelle: mottenkaefig.de

Stil:

Das Stück ist im Bänkelsänger – Moritatenstil mit Figuren-Typen gestaltet.

Bänkelsang->

Moritat->

Quelle: Wikipedia

Unbenanntes Dokument

Mockinpott ist ein kafkaeskes Opfer verschiedener Instanzen. Wurst ist Mittäter und – in Zwischenbildern – im Sinne der herrschenden Machtverhältnisse belehrender Dialogpartner des armen naiven Mockinpott. Die Moral allerdings, die Wurst vertritt, ist die Moral der Mächtigen, der Unterdrücker. Bekehrt werden soll Mockinpott zu der Einsicht, dass er sein Platz „ganz unten“ zu Recht einnimmt. Wenn er das begriffen hat, dann kann er endlich froh sein. Ihm werden Gehirn und Herz „kuriert“, damit er ins System passt.

„6. Bild

Beim Arzt

Ein Untersuchungstisch. An der Wand ein weißer Kittel und ein Brett mit überdimensionierten Instrumenten, Behältern, Flaschen. Wurst trägt Mockinpott auf dem Rücken herein. Gleichzeitig tritt der Arzt ein, in einen weißen Kittel gekleidet. Ihm folgen zwei Schwestern in weißen Kitteln. Wurst legt Mockinpott auf den Tisch ab.

Die beiden Schwestern legen Mockinpott zurecht. Wurst versteckt sich hinter ihnen, schleicht schnell zur Wand und zieht sich den weißen Kittel über. Der Arzt umschreitet währenddessen den Untersuchungstisch, die Hand am Kinn.

Wurst öffnet Schwester 1, die sich über den Tisch beugt, die Schleife hinten am Kittel und versteckt sich hinter Schwester 2.

Schwester 1, im Glauben, Schwester 2 habe ihr die Schleife geöffnet, versetzt Schwester 2 eine Ohrfeige. Schwester 2 schlägt zurück.

Art während der Ohrfeigenszene

Aha aha

Was haben wir denn für einen Unglücklichen da

Ach wider einer zermürbt und verschmachtet

Und von den unergründlichsten Krankheiten umnachtet

Ach welch eine Welt

Die das Gesunde entstellt.

Der Arzt bleibt vor Mockinpott stehen, er hebt die rechte Hand, knipst mit den Fingern. Schwester 2 reicht ihm einen Hammer vom Wandbrett.

Wurst knöpft Schwester 2 die Schleife am Kittel auf, tritt zur Seite und steht unschuldig da.

Nachdem Schwetser 2 dem Arzt den Hammer gereicht hat, versetzt sie Schwester 1 eine Ohrfeige.

Schwester 1 schlägt zurück. Alles geschieht mit großer Geschwindigkeit.

Der Arzt peilt mit dem Hammer auf Mockinpotts Kopf, schlägt aber nicht zu, sondern zielt weiter über seinem Körper, bis er zum Knie gelangt.

Er schlägt mit dem Hammer auf Mockinpotts Knie, das Bein fliegt hoch, trifft den Arzt, der Arzt fällt um und reißt beim Sturz beide Schwestern mit sich.

Wurst ergreift ein Hörrohr und horcht Mockinpott von den Füßen bis zur Brust ab.

Arzt und Schwestern erheben sich.

Arzt

Können Sie was hören Herr Kollege

Wurst

Ich höre ein Brummen wenn ichs mir recht überlege

Arzt

Halten Sie es für einen beunruhigenden Ton

Wurst

Am besten wir schreiten gleich zur Operation

Mockinpott, aufschreckend

O nein Herr Professor bitte nicht schneiden

Ich bitte sehr ließ sich das nicht vermeiden

Arzt

Strecken Sie mal die Zunge raus

Der Arzt knipst mit den Fingern, Schwester 1 reicht ihm eine Taschenlampe, er leuchtet in Mockinpotts Mund hinein. Wurst beugt sich über Mockinpotts Mund.

Wurst mit übertriebenem Schauder

Was da zu sehn ist ist ja ein Graus

Arzt

Sagen Sie mal A

Mockinpott

I

Arzt

A hab ich gesagt

Mockinpott

O

Arzt

A

Mockinpott

U

Arzt

Können Sie nicht A sagen

Mockinpott mit Mühe

Herr Oberprofessor wenn ich unbedingt müsste

Und wenn ich auch den Grund dazu wüsste

Dann würd ichs ganz bestimmt sagen

Und Antwort geben auf alle Fragen

Bildquelle und Bildrechte bei WDR und Colon Filmproduktionsgesellschaft

Der Arzt und Wurst beugen sich tief über Mockinpott.

Arzt

Herr Kollege ist die Zunge belegt

Wurst

Ich kanns nicht sehn weil er sie immer bewegt

Arzt mit den Fingern knipsend

Wollen Sie diesem Herrn

Mal von beiden Seiten den Mund aufsperrn

Die Schwestern halten Mockinpott von rechts und links den Mund auf.

Mockinpott stöhnend

Ahh

Wurst beugt sich tief über Mockinpotts aufgerissenen Mund.

Arzt

Was sehn Sie Herr Kollege lebt der Patient noch

Wurst

Soviel ich seh hat er hinten ein Loch

Der Arzt fuchtelt mit den Händen vor Mockinpotts Augen.

Arzt

Reagiert der Patient noch mit seinem Blick

Wurst

Schwester heben Sie dem Patient das Genick

Schwester 1 hebt Mockinpotts Kopf hoch, Schwester 2 kommt mit einem Stoß viereckiger Schilder und stellt sich damit am Fußende des Tisches auf.

Arzt

Sagen Sie uns jetzt was für ein Bild

Sich Ihnen zeigt auf jeweiligem Schild

Schwester 2 hebt das erste Bild.

Mockinpott mit Mühe

Mond

Arzt sehr schnell

Sonne

Schwester 2 hebt das zweite Bild

Mockinpott

Turm

Arzt

Tonne

Schwester 2 hebt das dritte Bild.

Mockinpott

Vogel

Arzt

Fisch

Schwester 2 hebt das vierte Bild.

Mockinpott

Haus

Arzt

Tisch

Schwester 2 hebt das fünfte Bild.

Mockinpott

Wurm

Arzt

Stock

Schwester 2 hebt das sechste Bild

Mockinpott

Schirm

Arzt

Rock

(…)

Arzt dozierend

Auffassung trübe was er sieht dreht er um

Wurst

Ich würde sagen Delirium

Mockinpott benommen

Aber es ist ja auch alles verkehrt und verdreht

Wie macht man es denn dass man das alles versteht

Ach es ist alles wie im Suppentopf durcheinandergerührt in meinem Kopf

Schwester 1 läßt Mockinpotts Kopf los.

Der Kopf schlägt dröhnend auf den Tisch. Mockinpott jammert.

Arzt

Herr Kollege unsern ärztlichen Kenntnissen gemäß unteruschen wir einmal dies kostbare Gefäß.

Der Arzt knipst mit den Fingern. Schwester 1 reicht ihm einen großen Schlüssel. Er dreht den Schlüssel, zu einem starken Geräusch, an Mockinpotts Kopf und öffnet eine Klappe, die an Mockinpotts Schädel angebracht ist

Er beugt sich, gleichzeitig mit Wurst , darüber. Ihre Köpfe stoßen zusammen und fahren zurück.

Arzt

Entschuldigen konnten Sie was sehn Herr Kollege

Wurst

Entschuldigen nein es war was im Wege

Wurst blickt in Mockinpotts aufgeklappten Schädel. Er hebt die Hand und knipst mit den Fingern. Schwester 2 reicht ihm einen großen Löffel.

Er rührt in Mockinpotts Schädel herum. Mockinpott kichert und zappelt mit den Beinen. Die Schwestern halten ihn an den Beinen fest.

Arzt begeistert

Seht dies Gehirn ach welch ein Wunder

Und man bedenke nur mit wie viel Plunder

Es sich zu Lebenszeiten füllt

Hier liegt es vor uns ganz enthüllt

Wurst hebt die Hand und knipst mit den Fingern.

Schwester 1 reicht ihm einen Behälter in der Form eines Salzstreuers. Er schüttelt den Behälter über Mockinpotts Kopf , richt den Behälter zurück, die Schwester nimmt ihn entgegen und reicht ihm eine rote Flasche.

Er schüttet etwas aus der Flasche in Mockinpotts Kopf, reicht die Flasche zurück und erhält eine Tüte. Er schüttet etwas aus der Tüte in Mockinpotts Kopf, reicht die Tüte zurück und erhält einen Behälter in der Form einer Pfefferdose, schüttet auch aus diesem etwas aus und reicht ihn zurück. Alles geschieht mit großer Geschwindigkeit.

Arzt während Wursts Handhabungen

Seht dies Gehirn wie es neu funktioniert

Wenn eine erfahrene Hand es kuriert

Hat es nicht was von göttlicher Sendung

Wie wir unsern Beruf beherrschen mit Vollendung.

Wurst schlägt die Klappe, mit starkem Geräusch, an Mockinpotts Schädel zu. Er richtet sich auf, reibt sich die Hände.

(…)

Arzt während Wursts Handhabungen

Ist es doch immer interessant zu beobachten wie

Bei richtiger Behandlung die Anatomie

Sich in den einzelnen Teilen wieder belebt

Und mit neuer Kraft und Ausdauer bewegt

(..)

Arzt

Herr Kollege damit wär unsre Aufgabe vollzogen

Wurst mit Verbeugung

Und was an Schäden zu beheben ist ist behoben“

Zitiert nach: Peter Weiss. Nacht mit Gästen. Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wird. Zwei Stücke. Edition suhrkamp, Frankfurt am Main, 19702, Seite 68 – 77

Kommentar. Die Ähnlichkeit mit der Operationsszene aus Heilige Kühe von Oliver Czeslik ist in allen Teilen so schlagend, dass man für die Bildquelle gleich ein Foto aus Heilige Kühe benutzen kann.

Literaturhinweis:

Andrea Heyde: Aufruhr und Unterwerfung. Franz Kafka im literarischen Werk von Peter Weiss. Philologische Studien und Quellen Band 146, Erich-Schmidt-Verlag, Berlin, 1997, S. 40 – 47

Kommentar: Die Szenen funktionieren nur, wenn sie so schnell gespielt werden, wie ein Dario Fo Stück. Uns fiel vor Jahren schon auf, als wir Rollen wie Marco oder Weber aus Buddies zu covern versuchten, dass wir es nicht schaffen so schnell und trotzdem so präzise zu sprechen, wie HF. Lernen konnte man das mit solchen Rollen wie der obigen.

- -

semi – offtopic.

Kleines reizendes Trouvaille´chen: Eine der Schlüsselszenen zwischen Tochter und Vater im Film „Das Konto„, gedreht 2003, spielt in Paris auf einem Platz. Es ist der Platz der zur Kirche St. Sulpice gehört. 2003 ist das Erscheinungsjahr eines Buch-Top-Bestsellers in den USA: The Da Vinci Code von Dan Brown. Eine Schlüsselrolle in diesem Verschwörungstheorie-Thriller spielt die Kirche: – na ? na?

Genau: St. Sulpice. In Das Konto, einem Verschwörungsthriller, war diese Motivwahl wohl ein kleines Scherzchen in hermetischer Ikonografie seitens des Motiv-Scouts….Durch die Kirche St. Sulpice verläuft übrigens – im Boden als Inkrustation sichtbar gemacht – ein Meridian, der die Wintersonnenwende bezeichnet und somit zur Berechnung des Osterfest-Termins dient…s.a. HF liest Texte zu Leiden und Auferstehung Christi- Ostern. ..und dann möchten wir noch auf die Wichtigkeit von Maria Magdalena in Das Konto hinweisen. Maria Magdalena weist den Weg zur Lösung.

Die Eiferer verfolgten Maria Magdalena… auch in The Da Vinci Code.Maria Magdalenas Sarkophag ist dort der Heilige Gral und hier ist Maria Magdalena der Schlüssel zum Glück, des glücklich machenden Geldes…

Der Platz vor St. Sulpice in Paris ist von einem sehr großen Wasserbrunnen (im Bild links, dahinter die Fassade von St. Sulpice) dominiert. In der Das Konto Szene ist dieser Brunnen völlig aus der Bilderzählung ausgeblendet, betont ist allein die Fassade und die Treppen zu St. Sulpice. Natürlich ist das storytechnisch bedingt, Mühlhausen erlebt in dieser Szene seinen tiefsten Tiefpunkt, er begreift, dass seine Gefährtin tot ist- , da paßt natürlich kein Brunnen, – Symbol für Leben ,- hinein. Dennoch ist auffällig, wie dominant die Fassade von St. Sulpice in die Bilderzählung der Szene drängt.

Bildquelle und Bildrechte bei Hessischer Rundfunk

…und nun zum dritten Punkt der Übereinstimmung, wir erinnern uns: einmal ist Zufall, zweimal ist Zufall , dreimal ist nie nie nie Zufall.

In Das Sakrileg fliehen der Professor, die Decodierungs-Investigatorin und der Templer-Gelehrte nach, nach, äh, wohin. Natürlich: nach ZÜRICH!! In Das Konto natürlich dito, auch eine Dreierkonstellation: Mühlhausen, Hannah und Pawel.


„Im Herbst 2002 begann Doubleday mit gezielter Werbung für The Da Vinci Code. Die Resonanz darauf hatte zur Folge, dass der Verlag eine Erstauflage von 230.000 Exemplaren druckte. Am 18. März 2003 erschien das Buch und schon wenige Tage später fand es sich auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste. Zwei Jahre lang behauptete sich The Da VinciCode auf dieser Liste, ohne Unterbrechung!
In Deutschland erschien das Buch mit dem Titel Sakrileg am 24. Februar 2004. „Quelle: der Geisterspiegel

Am 2. Januar 2004 war die Erstausstrahlung von Das Konto. Den genauen Ausstrahlungstermin eines Filmes können die Macher des Films oft nicht mitbestimmen. Aber so ungefähr die Zielzeit. Das kann bedeuten, dass beabsichtigt war, dass der eine oder andere Rezipient die thematische Ähnlichkeit bewußt erkennt und so ein Synergieeffekt mit einem Bestseller genutzt wird.

Eine ähnliche Beziehung findet man auch – in a nutshell – wieder 2009 in „Krupp – eine Deutsche Familie“ der Film trat gleichzeit mit der Breloer-Verfilmung von „Die Buddenbrooks“ beim Publikum an. Eine Szene in Krupp stellt das Buch „Die Buddenbrooks“ vor und bespricht es sogar mit einigen Sätzen.

s.a. Nachtrag Carl Gustav Jung zu Krupp – eine Deutsche Familie

Filmszenen I … die fast drei Jahre anhaltenden Krawalle….in: Der Baader-Meinhof-Komplex Teil 1A. Heino Ferch – Dietrich Koch. Regie: Uli Edel 2007- 2008

Bildquelle und Bildrechte bei Constantin Film AG

… die fast drei Jahre anhaltenden Krawalle..in: Baader-Meinhof-Komplex Teil 1A. Heino Ferch –Dietrich Koch. Buch: Stefan Aust, Drehbuch: Bernd Eichinger, Regie: Uli Edel 2007- 2008


Vor der Szene

1.

Die Journalistin der Zeitschrift konkret Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) liest Freunden und Mitarbeitern ihren kritischen Leser-Brief an Farah Diba, die Frau des Schahs von Persien (Iran) Reza Pahlawi, (Foto) Bild vor. Die deutsche Regenbogenpresse bejubelte den Besuch des Schahs in Deutschland.
Wirtschaftspartner und militäriche Beschützer Deutschlands waren die USA.

Persien war ebenfalls strategischer Partner der USA.


2.

Zweiter Juni 1967, vor der Deutschen Oper Berlin: Das Protokoll des Schahbesuches sieht einen Besuch der Oper vor. Die Straße ist von einem Polizeikordon abgesperrt. Wir sehen Hunderte von Menschen, viele haben Protestplakate mitgebracht.

Autonomie für die Teheraner Universität, Schluß mit der Folterung politischer Gefangener.“ Bilder vom Schah und Familie: „Mörder! Mörder raus aus Ost-Berlin“

Persische Claqueure bejubeln den Schah, werden handgreiflich gegen die Protestierenden Bild 1. , Bild 2, (aus dem Film)

Der Polizeikordon wird aktiv. Berittene Polizei prügelt auf die Zivilisten ein. Bild 3 (aus dem Film)

Ein Zivilpolizist der Stasi erschießt sogar eine Person, den Studenten: Benno Ohnesorg.


3.

Eine Fernsehdiskussion mit Ulrike Meinhof.

Frage an Meinhof:

Sie haben die Seite der demonstrierenden Studenten eingenommen. Warum?
Antwort Meinhof:

In der rechten Presse ist die Katastrophe vom zweiten Juni den Studenten selbst in die Schuhe geschoben worden. Von allem die Springerpresse versucht, die studentischen Kräfte als Randalierer und Krawallmacher zu verteufeln.

Sie zitiert aus der BILDzeitung:

Diesen Halbstarken genügt der Krach nicht mehr, sie wollen Blut sehen.

Weiter:

Die Wahrheit aber ist, dass die Studenten unseren Staat als Polizeistaat entlarvt haben.

4.
Bei Ensslins zu Hause. Die Familie verfolgt die Podiumsdiskussion mit Ulrike Meinhof im Fernsehen.

Wir hören Meinhof aus dem Fernsehgerät:

„Dann waren wohl Hitlers Angriffe auf Polen, Frankreich und Russland auch präventiv…“

Vater Ensslin, ein Pastor, und Gudrun, die Tochter, geraten in eine erregte Diskussion:

Gudrun:

Der amerikanische Imperialismus macht vor nichts Halt. Vietnam, Bolivien, Der Nahe Osten..

…Jede Rakete, jeder Panzer kommt aus den USA. Die machen das doch nur, um die Ölfelder im Nahen Osten zu kontrollieren.

Wir bemerken während dieser Diskussion, dass Gudrun so empört ist, dass sie, anders als ihr Vater, handeln wird:

Gudrun:

Dass es keinen Sinn hat, für eine bessere Welt nur zu beten, dass sie sich – verdammt noch mal – wehren müssen.

Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) verlässt ihren Verlobten, ihr Baby, ihre Familie und schließt sich einer Kommune an. Ihr neuer Lebenspartner ist Andreas Baader (Film-Foto: Moritz Bleibtreu).

5.

Eine kommunistische Riesenveranstaltung (Foto aus dem Film) der APO in einem Auditorium der Uni. Der Student Rudi Dutschke (im Film: Sebastian Blomberg) spricht über den Vietnamkrieg. Dieser Krieg ist ein Stellvertreterkrieg. Der kommunistische Norden Vietnams wird mit Waffen und Soldaten von der UdSSR unterstützt, der nicht-kommunistische Süden Vietnams von den USA.

Am Ende der Rede skandiert der ganze Saal Ho-Ho-Ho-Chi-Minh. (Ho-Chi-Minh ist der Gründer der kommunistischen Partei Indochinas und war treibende Kraft, Nord- und Südvietnam wieder zu vereinigen.)

6.

Kurz nach der Veranstaltung wird Rudi Dutschke von einem USA-freundlichen anderen Studenten niedergeschossen.

Eine große Zahl Studenten gibt der reisserischen Berichterstattung der BILD-Zeitung eine Mitverantwortung für den Tod von Ohnesorg und das Attentat auf Dutschke. Wir sehen, wie die Lieferwagen der Bildzeitung am Verlassen des Firmengeländes gehindert werden und die Auflage der Zeitung in Flammen aufgeht (Foto aus dem Film).

7.
Eine schnelle Bildabfolge erzählt uns Stepstones der Situation: heute bereits berühmte Bilder von den Kriegen aus Vietnam und Bolivien, der tote kommunistische Revolutionär Che Guevara, die Black-Panther-Geste der afroamerikanischen Olympiasieger,die Ermordung Martin Luther Kings, John F. Kennedys, der Prager Frühling.

8.
Baader und Ensslin hatten eine Bombe in einem Kaufhaus hochgehen lassen. Jetzt stehen sie vor Gericht. Ulrike Meinhof ist immer noch Journalistin. Ihre Texte werden radikaler. Sie besucht Gudrun Ensslin im Gefängnis und schließt sich der Gruppe wenig später an.

Gudrun zu Ulrike:

Dieses Mal werden wir nicht tatenlos zuschauen, wie sich der Faschismus breit macht wie unter Hitler. Wir haben eine Verantwortung vor der Geschichte.

2007-2008 Heino Ferch (im Alter von 44) – Dietrich Koch, die Oscar-Co-Preisträgerin Martina Gedeck – Ulrike Meinhof, Moritz Bleibtreu – Andreas Baader, Johanna Wokalek – Gudrun Ensslin, Michael Gwisdek – Gudrun´s Vater