Filmszenen

Filmszenen I Intro „Trapez“ – Burt Lancaster zum 14. Todestag

24. Februar 2009 · Kommentar schreiben

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20. Oktober 2006.

Zum vierzehnten Mal jährt sich heute der Todestag eines Giganten der Filmschauspiel-Geschichte:

Burt Lancaster .

Titel seiner Filme lesen sich wie eine Sammlung von Stepstones der Cinemascope und Technicolor-Filmgeschichte:

„Verdammt in alle Ewigkeit“ „Der Gefangene von Alcatraz“ „Der Leopard(Bildvergleich zu „Napoleon„)Der Rote Korsar“ „Airport“ „Der Regenmacher“ „Apache “ und: „Trapez“.

Cover Film Trapez Lancaster Curtis Lollobrigida

Trapez “ ,

entstanden vor mittlerweile einem halben Jahrhundert, gilt bis heute als einer der besten Kinofilme des Genres Zirkusfilm.

Circus Bouglione Paris

Mike Ribble - Burt Lancaster in der Zirkuskuppel

Filmausschnitt (2 Sek) Flug und Landung. Der kleine Ausschnitt zeigt, dass Lancaster tatsächlich selbst auch in der Flugphase am schwingenden Trapez war. Die Saltonummer wurde selbstverständlich von den echten Zirkusartisten des Circus Bouglione durchgeführt.(freundl. Hinweis von Leonhard Kirchner)->

Circus Bouglione Der Zirkusdirektor und Lola

Aus Gründen der Vollständigkeit dieser Publikation hat sich die Redaktionsmannschaft von „Filmszenen-ignazwrobel“ entschlossen, weder Kosten noch körperlichen Einsatz zu scheuen, um Burt Lancaster und Toni Curtis alias Mike Ribble und Tino Orsini für Sie, geneigtes Publikum, aus nächster Nähe belauschen zu können.

Frau Dito:

Aus diesem kühlen Grunde wird jetzt eine unserer Damen den sicheren Erdboden verlassen und sich über diese

Abbildung strickleiter

Strickleiter Film.avi
luftige Leiter

todesmutig hinaufbegeben in sage und schreibe zwanzig Meter über dem festen Erdboden, um unsere wagemutigen Filmhelden direkt aus nächster Nähe beobachten zu können.

Frau Dito:

Meine Damen, wie sieht´s aus?

Wer möchte sich dauerhafte Verdienste um die Berichterstattung auf unserer unvergleichlichen Publikation erwerben? Frau Wrobel? Frau Glaser?

Karikatur die Damen Wrobel Glaser und Ignaz

(…)

Frau Dito:

Wie ich sehe, schlägt die Begeisterung Wellen..

Frau Ignaz! Sie sind doch immer für jeden Schwachsinn zu haben, wenn es darum geht, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Heute dürfen sie sich mal mit körperlichem Einsatz Lorbeeren verdienen.

Also: Auf geht´s! Bewegen Sie ihren beachtlichen Hintern hoch unter die Zirkuskuppel.

Frau Ignaz auf Strickleiter

Film Frau Ignaz auf Leiter.avi

Frau Dito:

Na also, das macht die Gute – ein wenig x-beinig zwar – aber doch schon ganz zügig!

Dann dürfen wir wohl bis Montag mit ihrer Filmszene rechnen.

Bis dahin, hochverehrtes Publikum, Geduld. ….Sehen Sie sich doch die Matinee-Vorstellung des Cirque d´Hiver Bouglione in Paris einfach an z.B. erhältlich auf amazon .

Vielleicht entdecken Sie dabei ja auch diesenHeino Ferch 1998 Hochseilakt Zirkus Krone München "Stars in der Manege"

Akrobaten – achten Sie auf den Hochseilakt!

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PS.: Special Thanks to meine Seilpartnerin Ulrike Jundi, die Frau Ignazens sensationellen Strickleiter-Hinaufhechelakt von unten geduldig gesichert hat.

–20.10.2006

Kategorien: Filmtipp

Filmszenen I D´Artagnan et les trois Mousquetaires – Die drei Musketiere. Heino Ferch als Athos. 2005

24. Februar 2009 · Kommentar schreiben

Die Drei Musketiere - Athos - Heino Ferch

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hmm… was ist denn das?

……und?

..und! schaun´ Sie mal ganz genau hin!

Quelle: cineastentreff.de

….wer ist denn der wackere Kämpe im cognacfarbenen Lederwams und dem roten Degenhalfter?

…ja!! Heino Ferch als Athos! Juchuu! Juchuu!
Französische Originalversion:

Good news:

Die DVD wird seit 10.11.2006 von Amazon Deutschland in Deutscher Sprache ausgeliefert Bestellung hier.

Cover der Deutschen DVDs:

Die Drei Musketiere Bildqelle Amazon
Bildquelle amazon.de

internat. Version. Auslieferung ab Juni 2007

Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)

Einer für alle und alle für einen!

Vor zehn Jahren wurde der Knabe D’Artagnan unerwartet Zeuge einer gescheiterten Hinrichtung.

Heute, zum Mann gereift, reist D’Artagnan nach Paris, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und in die Elitetruppe des Königs, den königlichen Musketieren aufgenommen zu werden . So trifft er auf Kardinal Richelieu und die mysteriöse Mylady de Winter – die Frau, die einst dem Tod entkam.

Der listige Kardinal Richelieu will mit Mylady de Winter´s magischen Kräften die Königin ausschalten und schmiedet einen teuflischen Plan.

In treuer Freundschaft mit den Musketieren Athos, Porthos und Aramis verbunden, nimmt D’Artagnan den Kampf gegen die dunklen Mächte auf.

Athos, der Älteste, kampferprobt und das zuverlässige Rückgrat des Kleeblatts, gerät unter den zerstörenden Einfluss von Lady de Winters Hexenmacht. Im Wahn wendet er sich gegen D´Artagnan und will ihn töten.

Alle für einen, einer für alle!

Nur dieser Schwur entreisst ihn seinem Irrwahn und holt ihn zurück in die Gegenwart. Doch Athos verbindet noch mehr mit Lady De Winter…. er war ihr Ehegatte.

Die vier bewähren sich für ihre Königin in Degenduellen, bei wilden Verfolgungsjagden und in Feuersbrünsten.

Immer setzen sie ihr Leben aufs Spiel für das Recht, für die Liebe und die Ehre.

Die klassische Storyline der Buchvorlage ist hier kurz zusammengefasst.->->

- -

Kommentar:

Die Verfilmung ist als Fantasy-Film angelegt. Deutliche Anklänge im Stil der Fantasy-Zaubermacht-Szenen an Tolkien – Herr der Ringe. Foto1 Aragorn und Eowin; Foto 2 Foto 3 Galadriel (Kate Blanchett).
Die Schwertkampf-Szenen greifen in die fernöstliche Martial-Arts – Kampfkunst-Kiste mit schwebend-fliegenden Salti aus der Blue Box.

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Athos

Armand de Sillègue d’Athos d’Autevielle (* um 1615, † 1643) hatte als jüngster Sohn seiner Familie die Wahl, in die Armee einzutreten oder eine kirchliche Karriere anzustreben, da ihm die Ländereien laut Erbrecht nicht zufallen würden. Er trat dem Corps der Musketiere im Jahr 1640 bei. Über sein Leben ist nur bekannt, dass er aus dem Béarn stammte und weitläufig mütterlicherseits mit M. de Tréville verwandt war.

Alexandre Dumas macht in seiner Romanvorlage aus Athos einen geheimnisvollen, sehr ruhigen und überlegten Mann mit einer großen Vergangenheit.

In dem Roman Die drei Musketiere stammt Athos aus einer großen adeligen Familie, welche Ländereien in Berry besitzt.

Er schreibt ihm außerdem einen Sohn zu, Raoul, den Vicomte de Bragelonne, der aus einer unehelichen Liebesszene mit Madame de Chevreuse hervorgeht. Diese Beziehung entspricht wohl auch den historischen Tatsachen.

Quelle Wikipedia

Inzwischen können Sie sich die Zeit verkürzen mit einem Musketier-Klassiker mit Malkovich, Irons, Byrne und Depardieu:

John Malkovich (mit HF Co-Starring in Der Unhold, Napoléon), als Athos.



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20.10.2006

Kategorien: D´Artagnan und die drei Musketiere
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Filmszenen I „….Deine immer kalten Hände..“ in: Auf ewig und einen Tag. Paula Teil 5. Heino Ferch – Jan Ottmann. 2005-2006

24. Februar 2009 · Kommentar schreiben

„…Deine immer kalten Hände..“ in: Auf ewig und einen Tag. Heino Ferch als Jan Ottmann. Regie: Markus Imboden. Buch: Christian Jeltsch. d.i.e.-Film GmbH für arte ZDF ORF. 2005-2006

Bildquelle und Bildrechte bei d.i.e.-Film GmbH arteZDF


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Ende Achtziger – Anfang Neunziger Jahre.

Paula muss zum Bus.
Wieder mal.

Jan, noch immer konfirmantengescheitelt, trägt
- wieder mal.

Heute sind es Paulas Koffer. Zwei alte Reisekoffer. Der Greyhound-Bus, den Paula gleich besteigen wird, bringt sie nach Californien, nach Hollywood. Dort hat sie endlich einen Kostümauftrag für einen Film.

Neunhundert Dollar die Woche. Das ist doch fantastisch.

Er darf sie nicht einmal schnell noch fragen, ob sie ihn heiraten will. Sie schneidet ihm das Wort ab. Sie müsste Heulen und Nein sagen.

Sie muss nach L.A.. Die Chance, DIE Chance.

Aber so ganz ohne Jan kann sie auch nicht…Beide bereits an der Einstiegstür zum Bus:

Ich brauch Dein Ja, sons´ kann ich nich´ weg.

Bitte.

Gegen schlechtes Glück. Against bad luck.

Sie drängelt. Du verstehst das…

..Hm? Sie liebesäugelt und schmusert ihm eine Zustimmung ab.

Jan nickt ihr zu

..ja…

Sein leises .. ja geht im Verkehrslärm fast unter.

(Ein Stuhl!! Einen Stuhl bitte! Schnell! Wir müssen uns setzen. Unsere Knie sind ganz weich geworden. Ja Liab´s Herrgöttle von Violau, wie kann ein Mensch zwei so kleine anonyme Buchstaben nur so liebenswert und traurig aussprechen!

Wenn irgend jemand je ein guter Freund war, dann der Mann dort an der Bustür. Jan. Jan, der Paula gehen lässt. Nicht herumschreit, sie nicht bedrängt, unter Druck setzt, ihr kein schlechtes Gewissen macht, sich nicht aufplustert…sie einfach gen Westen ins Unbekannte Land ihrer Schneiderinnen-Träume ziehen läßt.)

Sie will sich wieder melden, wenn sie berühmt und erfolgreich ist.

Abschiedsküsschen – und weg ist sie.

Sieben Jahre wird Paula gegen den Strom schwimmen, sieben Jahre Dornwald werden folgen.

Oktober 1997.

Viel Wasser ist seit der Szene oben den East River hinuntergeflossen.

Jan hat in seinem Beruf inzwischen etwas bewegen können, wie er es immer wollte. Der Lohn: Aufstieg und Schecks mit vielen vielen Nullen hinter der Leitzahl und vor dem Komma. Er ist auf der Höhe seines beruflichen Erfolgs, on the crest of his success. Er ist kein Blue Collar Man mehr, jetzt trägt er weisses Hemd, Seidenkrawatte und edlen grauen Zwirn.

Die Szene.

Jan sitzt wieder mal in einem seiner Stamm-Eckrestaurants in NY-City. Elsa ist gerade hinausgegangen, sorgengedrückt und megagestresst wie immer.

Elsa (Claudia Michelsen) und Jan (Heino Ferch)

Bildquelle und Bildrechte bei d.i.e.-Film GmbH arteZDF

Die Bedienung, eine barocke mütterliche afroamerikanische Mittvierzigerin in lebendig bunt bedruckter Bluse, kennt Jan schon lange. Sie schenkt ihm Kaffee nach:

Ich kann nur sagen, Paula hat mir besser gefallen. …Sie is´ übrigens wieder hier in der Stadt.

Jan sieht sie fragend an.

Die Bedienung zückt ihren Kassenblock

83 Baxter Street schreibt sie auf. Die Adresse. Dort kann Jan Paula finden. Sie schnippt ihm aufmunternd zu und entschwindet samt Kaffeekanne.

Jan sucht natürlich sofort – mit dem Zettel in der Hand –die Adresse.

China Town.

Ein kleiner Tailor, eine chinesische Schneiderei. Er betritt den Verkaufsraum, sieht sich um, nirgendwo Paula. Sein Blick fällt durch einen Bambusstäbchen-Vorhang in´s Hinterzimmer.

Eine schlanke Frau in Rosa blättert in Schnittmustern. Er erkennt sie, als sie sich umdreht.

Sie kommt heraus.

Beide sind erschrocken. Aber Jan freut sich auch.

Schnitt. Totale.

Die Zwei auf der Straße vor dem Laden im Gespräch. Sie sind für einen Moment hinausgegangen, um sich unterhalten zu können.

Paula – sie ist älter geworden. Sorgenfalten haben sich zwischen ihren Brauen eingegraben, müde sieht sie aus, die Haut nicht mehr ganz so makellos milchweiss und ihr Makeup ist kein Gemälde mehr- sie hält die Arme schützend vor sich verschränkt

Hollywood – das wird total überschätzt. New York, das ist kreativ. Und das, - sie deutet auf die Ladentür - das ist nur zur Überbrückung, weißt Du, weil hier…hier kann ich nachts meine….meine eigene Kollektion schneidern. ………Für….. die Fashion Week……… N´ paar von den Mädels werden meine Sachen da vorstellen.

Nickt, lächelt sehr unsicher. Hm.

Off. So.

Schnitt auf Jan.

Auch Jan hat sich verändert. Die leicht flirrende Unsicherheit, die ihn früher begleitete, dieses Gefühl, als würden in seinem Kopf die Würfel ein bisschen durcheinandergeschüttelt, als wäre er ein wenig schwebend, atemlos, ist verschwunden.

Er scheint jetzt sicheren Bodenkontakt zu haben, sitzt gut und selbstverständlich in seinem Ich, er strahlt nicht mehr etwas ab, das schnell zwischen Enttäuschung und Begeisterung hin und herflirrt, er scheint ruhiger, voller, strahlt etwas aus, das mit Geben zu tun hat.

Er lächelt Paula an. Er freut sich.

Paula:

o.k. offoff.

Ihr offoff läßt ihn amüsiert auflachen. Sein Lachen reagiert zwar auf ihren unwillentlich lustigen Euphemismus, dass sie eben nicht in der ersten Reihe mit dabei ist, aber er strahlt Wärme und Wohlwollen aus, sein Lachen umarmt Paula.

Paula schämt sich. Sie schämt sich, dabei erwischt zu sein, dass sie beruflich nichts erreicht hat. Sauer, gestikuliert sie nervös und wütend:

Scheiße du kannst doch nich´ einfach so herkomm´….´ s macht man nich´..man ruft an oder so was. …Weil, wenn das so lange her is´, mein Gott, das das….. kann ein´ umbring´

Jan, die Hände in den Hosentaschen, holt während ihrer Tirade Luft, beugt sich ein wenig vor, um gehört zu werden.

Darf ich auch mal was sagen…

Paula stoppt, sieht ihn fragend verunsichert an. Daddy soll nicht schimpfen. Dann nickt sie. Kleines Mädchen.

Jan, er richtet sich wieder auf, nickt ihr zu:

S´ schön, Dich zu sehen. (Hilfe, einen Stuhl, einen Stuhl bitte, unsere Knie….is´ das ein Goldstück, kann ihn bitte mal jemand ganz schnell auf die Stirn küssen….. )

Paula, Vollbremsung, küsst nicht, sondern, sofort:

Neeneenee nich´ so, was soll das jez´…

Jans Finger deutet auf sie, ein bisschen mit Druck, imitiert eine maßregelnde Geste:

Du wolltest Dich melden, wenn Du in L.A bist.

Paula ergänzt:

..sobald ich reich und berühmt bin.

..was sie ja ganz offensichtlich nicht ist.

Totale.

Die beiden vor dem Laden, der Besitzer erscheint in der Tür und ruft seine Arbeiterin.

Paula!

Schnitt. Nah auf Jan. Neuansatz:

Es geht Dir gut?

Paula

Ja, ich komm klar.

Very close up Jan. Ohne zu überlegen, ruhig, wie man zum Beispiel sagt, ich muss noch zur Bank oder ich geh´ noch schnell Brötchen holen:

Lass uns heiraten.

Paulas Blick schwuppt erstaunt in Jans Augen. Sie hatte gerade noch zu Boden gesehen, um ihre „komm klar“ Lüge zu bedecken.

Jan zuckt die Schultern, ein „warum eigentlich nicht“. Bestätigt: Ja!

Hab´… sagt er

Hab´ Dich vermisst, Paula.

Aus der Ferne der Vergangenheit holt er Erinnerungen, zieht sie, wie ein Zauberer wuschelweiche Kaninchen, eine nach der anderen aus seinem Magierhut.

Die Glanzlichter seiner blanken Augen leuchten dabei auf wie kleine Laternen:


Dein Chaos,… Dein Optimismus,…. wie Du die komischsten Sachen so ernst sagst, (was er für ein süßes Schnäuzchen zieht beim Sprechen) wie du wie du einfach drauflos kritzelst, wenn Du irgendein´ Entwurf im Kopf hast. Deine immer kalten Hände, Dein Lachen, Dein.. ich hab´Dich...(Küss ihn, Paula, küss ihn!!)

Nee. Sie blickt zu Boden. Warum nur?

Großartig, jez´ wills´ du mich auch noch zum Heul´n bring´n großartig bist ja n richtich guter Freund.

Jan´s Taschentuch. Frisch. Weißer Batist. Gefaltet.

Paula schneuzt. Jan wartet. Er ist noch immer tausendprozentig sicher, ihr Ja zu bekommen. Aber Paula schüttelt den Kopf:

Es geht nich…

Hab´ ich Dir gleich am Anfang gesagt. Du sollst Dich nich´ in mich verlieben, hab ich gesagt, allen sag ich das. Immer wieder.

Schnitt auf Jan. Er nickt zu allem ein glückliches, freundlich ungeduldiges Ja, Paula, ja, ja und ja. Paula:

Ausserdem bin ich verheiratet.

Sie hebt ihre Hand, zeigt den Ehering.


Ach je. Er sieht den Ring. Die kleinen Laternen sind plötzlich ausgepustet. Sein Gesicht ist noch glatt, nur in den Augenwinkeln …(ihr wisst schon…) nistet weich und dunkel sein wohlbekannter Weggefährte – sein Schatten:
Melencolia, – die Traurigkeit.

Paula:

Guillermo aus Mexiko.
Deswegen hab´ ich mich auch nie gemeldet.
Er war illegal, weißt Du und er dachte ich sei Amerikanerin wegen Green Card und so… na ja ……er spricht kein Englisch, ich sprech´ kein Spanisch,….. da ham´ wir geheiratet.

Jan, wieder ganz sachlich und stark, fasst nach, vergewissert sich:

Also habt ihr geheiratet.

Paula: ja. Hat uns auch nich´ weiter gebracht. Er fährt jez´ Taxi.

Jan lacht auf:

Ach Paula…


Guckt. Guckt sie an. Atmet tief durch. Die Lösung allen menschlichen Elends. Er hat sie. Ersma ein:

Thunfischsandwich? (Wurschtbrott?- James, ich grüße Dich!)

Paula nickt.

M-hm.

Schnitt

Im Lokal.

Paula

Ich will doch nur ´ne Chance. Ich will doch nur beweisen dürfen, dass ich es kann.

Very Close Up:

Vielleicht hättest Du mich doch küssen sollen, damals , das erste Mal.

Jan, nach einer Weile, sehr ernst:

Liebst Du ihn.

Paula

Guillermo? Er is verlor´n ohne mich.

Jan, leise, murmelt:

Vielleicht nich´ der Einzige…

Paula

Was? (Jetzt fragt sie: was?)

Jan

Nichts. (Jetzt sagt er: nichts.)

Jan

S´ is Dein Leb´n Paula.

Paula

Genau. Mein Leben.

Und meine Fehler.

Die Bedienung schaut besorgt zu.

Ich schaff´ das schon.

Weißt Du, ich…, ich ….geh´ jez….

Und wenn ich´s geschafft hab´…dann, ich meld´ mich dann….

Das…das wird also bald sein….

Ich wünsch´Dir alles gute Jan.

Bleib´Dir treu. ……………………………….und mir ´ n bisschen.

Sie rennt raus.

Ihre Augen sind nass.

Jan bleibt allein zurück.

(Hm, schon Folge 5 und immer noch keine Heirat in Sicht. Was sagt uns das? Das sagt uns, dass wir noch eine Folge 6 anhängen werden. Woll´n doch mal sehn´ ob die nicht doch noch…, die zwei Süßen… )

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2005-2006 Heino Ferch – Jan Ottmann, Martina Gedeck- Paula Schmitt

Die Szene kommt Ihnen rasend bekannt vor? Der Text auch? Schon tausend mal gesehen in Amerikanischen Liebesfilmen der 40er, Catherine Hepburn und Spencer Tracy usw. usw. Ja, kann schon sein. Aber mit Ferch und Gedeck – ist sie ganz neu, ganz neu interpretiert, so, wie man eben an der Jahrtausendewende zum 21. Jh. miteinander redet.



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16.10.2006

Kategorien: Auf ewig und einen Tag
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